Deutsche Reichstagsakten, Jüngere Reihe. Reichstagsakten unter Kaiser Karl V., XIV. Band. Der Reichstag zu Nürnberg 1543 bearbeitet von Silvia Schweinzer-Burian, mit Vorarbeiten von Friedrich Edelmayer

Schon bei den ersten Sitzungen der Schmalkaldener in Nürnberg im Jan. 1543 schworen die kursächsischen und hessischen Räte alle Bundesstände im Namen ihrer Herren auf eine gemeinsame Taktik gegenüber den Altgläubigen ein. Die Schmalkaldener hatten nach Überzeugung ihrer Bundeshauptleute nur dann eine Aussicht auf Durchsetzung ihrer Forderungen, wenn sie auf das wirksame Druckmittel der Bewilligung der Türkenhilfe nicht vorzeitig verzichteten. Das Bemühen um ein gemeinsames Vorgehen der Schmalkaldener und aller evangelischen Stände in dieser Frage kennzeichnet die gesamte Dauer des Reichstags. Ein nochmaliger und endgültiger Beschluss der Schmalkaldener, die Türkenhilfe nur nach Erfüllung ihrer Forderungen zu Friede und Recht zu bewilligen, fiel am 14. April 1543 (Nr. 275). Die Bundesverwandten forderten Bgmm. und Rat von Augsburg, die der Bewilligung der Türkenhilfe in Einzelverhandlungen mit Kg. Ferdinand geneigt schienen, in einem mahnenden Schreiben dezidiert auf, sich dem gemeinsamen Vorgehen der Schmalkaldener anzuschließen (Nr. 276). Daraufhin bekräftigte der Rat von Augsburg seine Absicht, sich dem gemeinsamen Vorgehen anzuschließen (Nr. 277).

Nr. 275 Endgültiger Beschluss der Schmalkaldener, die Türkenhilfe nur nach Erledigung der Artikel zu Friede und Recht zu bewilligen – o.O., o.D. (Nürnberg, 1543 April 14)

Nr. 276 Aufforderug der Schmalkaldischen Bundesverwandten an Bgmm. und Rat von Augsburg, sich dem gemeinsamen Vorgehen anzuschließen – Nürnberg, 1543 April 17

Nr. 277 Antwort von Bgmm. und Rat von Augsburg an die Schmalkaldener (ad Nr. ) – (Augsburg), 1543 April 21