Deutsche Reichstagsakten, Jüngere Reihe. Reichstagsakten unter Kaiser Karl V., XIV. Band. Der Reichstag zu Nürnberg 1543 bearbeitet von Silvia Schweinzer-Burian, mit Vorarbeiten von Friedrich Edelmayer

A Frankfurt ISG, Reichssachen II 964, unfol. (Kop.); AV: Scribantur nomine omnium adherentium. DV: Adhesion beschehener recusation, protestacion und erpietens, so den 4. Decembris nechstverschienen 42. jars durch die gesanthen, rethe und botschaften der cristenlichen vereyn wider die personen, die sich des ksl. camergerichts zu verwesen anmassen, auß Schweinfurth ubergeben, in nhamen der sundern personen2 beschehen, welche uf die in recht zugelassen defension gegen Heinrichen, der sich nennet den jungern Hg. zu Braunschweig und Luneburg etc., von dem camergericht citirt und furfordert sein.

B Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 421–434, Nr. 154/1, fol. 186r–187v (Kop.); DV fol. 187v: Copei, wie sich die sondern personnen und bevelchsleut, die der braunschweigischen defensionshandlung halben citirt, beschehener recusation anhengig machen sollen 1543.

C Stuttgart HStA, A 262, Bd. 24, unfol. (Kop.); ÜS wie DV in B

Uns ist auf N. tag ein citacion der in recht zugelaßner defension halber gegen Heinrichen, der sich nennet den jungern Hg. von Braunschweig und Luneburg etc., geantwurt und zukomen. Und dieweil wir auß solcher eurer außgangner vermeinter citacion sovil befunden, das wir eben umb der ursachen willen in recht von euch getzogen, von welcher wegen die churfursten, fursten, graven, stedt und stende der cristenlichen verstendtnuß, unserer genedigsten und genedigen herren rethe, gesanthen und botschaften, von dem vergangnen tag zu Schweinfurt, im Novembri des 42. jars gehalten, auß rechtmessigen und gegrundten ursachen craft empfangens bevelchs wider euch, die sich des ksl. camergerichts zu verwesen anmassen, ein recusationlibell, in welchem sie euch als verdechtige, partheyliche und sorgliche richter recusirt, durch ire gewalt- und bevelchhaber ubergeben lassen, inmassen dan solchs auf den 4. Decembris euch gerichtlich furpracht worden.

Und ir unß dan, fur euer personen als verdechtlichen und sorglichen richtern zu erscheinen, beschwerlich und euch auß solchen dargethanen gegrundten und rechtmessigen ursachen nicht weniger fur partheylich achten und erkennen, so wollen wir demnach – in willen und meynung, solcher vorgemelter gemeiner stende gethaner rechtmessiger recusation antzuhangen – dieselbe in allen iren puncten, clauseln und meynungen wider euch und euern partheylichen gerichtszwang repetirt und erholet und euch hiemit in der allerbesten und bestendigsten form rechtens vermittelst unser aidt, den wir unsern anwelden in unser seel zu schwern sonderlichen bevelch gegeben, recusirt haben. Thun auch das alles gegenwertiglichen in craft dieser schrift, myt protestacion, furwenden und erbiethen, sonderlich sovil die arbitros belangt, allermassen wie von gemelten stenden beschehen und dargethan worden ist.

Und so ir uber solche recusation ferner procedirn wurdet, so protestirn wir hiemit de nullitate und wollen demnach, so oft ir euch gegen uns mit fernern processen einlassen werden, solche protestacion und beschehene recusation als neue ursach des verdachts repetirt und widerholet haben.

N. N. N. Und sollen sich alle, die solcher recusation wollen anhangen, subscribirn.

Anmerkungen

1
Datierung laut dem CA-Protokoll Lambs zum 22. Jan. 1543 (Nr. 86c, fol. 210v).
2
Bei diesen Personen handelt es sich um die adeligen Befehlshaber, Rittmeister und Hauptleute des braunschweigischen Feldzuges von 1542, die wegen Friedbruchs vor das RKG zitiert wurden und sich der allgemeinen Rekusation des RKG durch die evangelischen Reichsstände anschließen wollten. Dr. Lukas Ulstett berichtete dazu an Bgmm. und Rat von Augsburg, Nürnberg, 1543 Jan. 23, in: Augsburg StadtA, Lit. 1543, unfol. (Ausf. v.d.Hd. Ulstetts): [...] Nachdem und auch in der brunschwickische exequirte citation etlich privat vom adel, als Bernhart von Mula [!], Herman von der Maltzburg und ander ritmaister und hauptleut mer, und erst neulich Gf. Wilhelm von Furstenberg, in ainer sondern ladung an das camergericht von wegen des obangeregten vermeinten fridpruchs citirt worden, so begern dieselbigen der stend gutbedencken, mit nebenmeldung, das sie das camergericht auch gern recusiern wolten und das inen schriftlicher bericht zugeschickt werd, wie sie sich der gethonen recusation anhengig und tailhelftig machen mochten. Uff solchs begern die gesandten egemelten hauptleuthen etc. gerathen und beschlossen: Erstlich, das sie sich der stend beschehener recusation anhengig machen nach inhalt der verzaichnus Nr. 1 [= Nr. 267], auch ain gewalt irem anwaldt nach laut der copy Nr. 2[in Stuttgart HStA, A 262, Bd. 24, unfol.; ÜS: Gewalt auf di bevelchhaber der sondern citierten personen ubergeben sollen und demselbigen anwaldt instruction zustellen und zu exequirn bevelhen nach ausweisung der schriften Nr. 3 signirt [in: Stuttgart HStA, A 262, Bd. 24, unfol.; ÜS: Instruction der bevelhaber der sondern personen auf die adhesion beschehener recusation an das camergericht. [In: Augsburg StadtA, Lit. 1543, unfol. (Ausf.).