Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 12. Die Reichstage zu Worms 1513 und Mainz 1517 bearbeitet von Reinhard Seyboth

[1.] Hoffen auf ksl. Unterstützung bei der Rückgewinnung angestammter kursächsischer Rechte in Erfurt; nachfolgend Bereitschaft zur Beteiligung an einem Rechts- oder Güteentscheid; [2.] Wunsch nach einem ksl. Befehl an Erfurt zur Rückgabe allen Besitzes an die dortigen ausgetretenen Bürger sowie nach Einberufung eines Schiedstages in Schweinfurt durch Bf. Lorenz von Würzburg und Hg. Ulrich von Württemberg.

Magdeburg, LHA, Standort Wernigerode, A 37 b I, I III Nr. 10, fol. 97a–98a, Kop.

/97a/ Als röm. ksl. Mt., unser allergnst. H., unserm gnst. H. Hg. Fridrichen zu Sachsen, Kf., etc., gestern, St. Peter und Paulstag [29.6.13], auf das schreyben [liegt nicht vor], so allenthalber unser gnst. und gn. Hh. von Sachsen röm. ksl. Mt. getan, ein furhalten hat anzeygen lassen, darauf gibt sein kftl. Gn. nachvolgend undertenig antwurta:

[1.] Nemlich ist unser gnst. H. des verhoffens, das seiner ftl. Gn. bruder [Hg. Johann], vetter [Hgg. Georg und Heinrich] und sein ftl. Gn. nichts unpillichs ader anders bey ksl. Mt. gesucht, dann das sein ftl. Gn. zu suchen gut fuge und recht haben, welchs auch dem rechten und aller pillicheyt gemeß. Darum wisse seyn kftl. Gn. hynder seyner Gn. bruder und vettern davon nit abzusteen, sundern bit aufs allerundertenigist, ksl. Mt. wolle iren ftl. Gn. gnediglich vorgonnen, sich des zu gebruchen, das unser gnst. H. Hg. Friderich auf warhaftig bericht mit allem fuge bey irer Mt. erlangt hat oder das ksl. Mt. mit den in Erfurt vorschaffe, irer ksl. Mt. abscheyd und mandata one alles verziehens gehorsamlich zu geleben, damit ir ftl. Gn. zu dem kome, das irer ftl. Gn. eltern seliger und loblicher gedechtnus und ir ftl. Gn. vor der aufrur an und in Erfurt gehapt. Und wan solchs bescheen, so wollen ir ftl. Gn. rechtvertigung, auch die güte vor[Bf. Lorenz von] Wirzberg und [Hg. Ulrich von] Wirtenberg nit weygern oder das sich ir ftl. Gn. des gegen den in Erfurt halten mogen, das das recht iren ftl. Gn. in disem fall zulest, dan ir ftl. Gn. in keinen wege die gleubiger auszuhalten wissen. Das irer Mt. sein ftl. Gn. undertaniger meynung will angezeygt haben.

/97b/ Dieweil die undertenige bit gegen ksl. Mt., unserm allergnst. H., durch unsern gnst. H. Hg. Friderichen, Kf. etc., in der erfortischen sache furgenannt seiner ftl. Gn. vorhoffens dem rechten und aller pillicheyt gemeß, so bit sein kftl. Gn. nochmals underteniglich, ir Mt. wol sich hierin gnediglich weysen und sein kftl. Gn. die bescheen bit gnediglich widerfaren lassen. Das umb ir ksl. Mt. sein kftl. Gn. sampt seiner kftl. Gn. bruder und vetter underteniglich verdynen will.

[2.] Do es aber irer Mt. yhe beschwerlich sein wolt, des sich sein ftl. Gn. nit versehen will, damit dan ir ksl. Mt. alle gehorsam und undertenigkeyt by unsern gnst. Hh. spüre und das yhe sein ftl. Gn. irer Mt. gern wilfaren wolt, so will sein Gn., auf das seiner ftl. Gn. halber aufrur im hl. Reich nit verursacht werde, ksl. Mt. auch in kunde kom, ob sein ftl. Gn. des fuge gehapt, das sein ftl. Gn. ksl. Mt. zugeschriben und zuentboten, nachdem sein ftl. Gn. villicht will zugemessen werden, als het sein Gn. ksl. Mt. unbillichs furgetragen, bewilligen, das ksl. Mt. mit den in Erfurt nachmals ernstlich vorschaff, das sie den burgern, so us Erfurt sein, alle ire habe und guter volgen und sich oder die iren damit unvorhindert noch aller irer notturft und willen inner- und ausserhalb der stadt Erfurt tun und lassen sollen, und yr ksl. Mt. alsdan Wirzburg und Wirtenberg bevelich, zum furderlichsten einen tag gen Schweinfurt anzusetzen denselben unser gnst. und gn. Hh. von Sachsen, den burgern us /98a/ Erfurt und denen in Erfurt, das sie auf N. tag erschynen, verkunden und allen teyl auf disen artikel, ob von denen in Erfurt irer ksl. Mt. abschieden und usgangen mandaten gelebt sey, noturftiglichen horen und erkunden und so denselben von den in Erfurt ihres inhalts nit gelebt, das alsdan unser gnst. und gn. Hh. sich desjenigen, das by ksl. Mt. unser gnst. H. Hg. Friderich erlangt, irer ftl. Gn. notturft nach haben zu gepruchen, und das ir ksl. Mt. unser gnst. und gn. Hh. daby hanthaben woll. Das wollen umb ir ksl. [Mt.] ir ftl. Gn. underteniglich vordynen.

Anmerkungen

a
 Am Rand: Die erst antwurt.