Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Textvorlage: Bayern, fol. 117–126.
1. HA (Türkenhilfe): Mehrheitlicher Anschluss an die geringere Bewilligung des KR von 50 Römermonaten. Beharren auf den früheren Erlegungsterminen und der Erlegung mit gangbaren Landmünzen. Verordnete des FR für den Supplikationsrat.
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Salzburger Kanzler proponiert: 1) Gestern referierte Resolution des KR zum 1. HA (Türkenhilfe)1. Soll FR sich anschließen oder auf dem eigenen Beschluss beharren? 2) Verordnete des FR für den jetzt einzurichtenden Supplikationsrat.
Umfrage [zum 1. HA]. Salzburg (Ebf. persönlich): Konstatiert beträchtliche Differenzen zum Beschluss des KR2. Wan man jetzige leuff welle erwegen, referier sich der curfürsten beschluß allein auf die bewilligung, wan ein gewisser oder doch ungewisser fridtstandt unnd allein auf die defension. Yetzt seie khein frid zuhoffen, sonder ein offner krieg und grösste /
Pfalz-Neuburg (Pfgf. persönlich, Vortrag des Votums durch Dr. Fröhlich): Die Differenz zwischen KR und FR besteht vorrangig in der Höhe der Bewilligung. Zwar gibt es gute Argumente dafür, auf dem Beschluss des FR zu beharren, yedoch wisse man, das man sich sonsten in anndern fällen in so wichtigen sachen mit dem kfl. collegio wisste zuvergleichen. Derhalben vergleicht er sich, waß die anlag mit der eyllenden hilff anbelangt, mit den 20 monaten.Doch sind die vom KR beschlossenen Zahltermine auch in Anbetracht der gestern von den Gesandten aus der Steiermark, Kärnten und Krain geschilderten Gefahrenlage6 nit füeglich, sonndern /
Österreich: Hat vorgestern im FR ausgeführt, warum die von dessen Ausschuss angeregten 64 Römermonate nicht ausreichen; viel weniger tut dies die Bewilligung des KR. Beharrt darauf, wenn man eine freiwillige hilff laisten will, daß solches also angestelt werde, daß[es] dannoch erkhleckhe nach begern ire[r] Mt. unnd der steyrischen etc. auß eüsseristen motiven geuhrsachter bit. Achtet fürnemblich, das jetzt ergebliche hilff zethuen, weihl die mitl, von Gott geschickht, noch nit verabsaumbt, wan man nur darzu thuet, dan man dem feindt ein grossen vorsprung abgewohnen. Erzehlt /
Sachsen-Coburg (Johann Casimir persönlich, Vortrag des Votums durch einen Rat): Votiert auch für seinen Bruder [Johann Ernst] wie Pfaltz-Neuburg.
Burgund: Wiederholt die zuletzt angesprochenen Beschwerden wegen des niederländischen und anderer Kriege14. Dem Ks. ist mit den 50 monaten nichts geholffen, unnd man /
Bayern: Haben zuvor 50 Römermonate bewilligt und sich der Mehrheit für 64 Römermonate nur auf Ratifikation angeschlossen15. Were man hievor in dergleichen unnd noch mehrern unnderschiden dem hochloblichen kfl. collegio beigefallen. Wellen sich mit denselben nochmahlen vergleichen. Die conditionen betreffend, als haimstellung der ahnwendung des bewilligten hilffgelts etc. unnd annders, vergleichen sie sich mit der curfürsten resolution. Wegen der anticipierten hilff: Habens eingenommen16 wie Össterreich. Wofers aber auf den abzug gemaint, wellen sie sich mit den mehrern und den jhenigen, welche die anticipierte hilf eingewilliget, vergleichen. /
Besançon: Wie Saltzburg unnd Össterreich.
Pfalz-Lautern: Hab nit befelch, sich so weite einzelassen, halte doch darfür, sein herr werde sich nit absönndern; habs alberaith berichtet. Das dan darfür gehalten will werden, dise hilff werde wenig erschiessen: Sey zuvor, wan man auch in dem zug gewesst17, nit sovihl bewilligt worden, da man doch das gelt besser gehabt alß jetzo, da der westphalisch craiß vom Reich abgewichen; wiß man, wie es im oberreinischen craiß beschaffen. Werde einem jeden heimbzestellen sein, seine unnderthonen seiner gelegenhait zuebelegen. Ir Mt. zepiten, der stennde mit der groben müntz zuverschonen. Wegen der anticipationen hab er die churfürsten nit annderst könnden vernemmen, alß das dieselben in die 50 monaten begriffen, und sollen abzogen werden. Die restanten /
Deutschmeister mit Fulda: Wie Saltzburg.Wiederholt das Votum für Fulda.
Pfalz-Simmern: Hat noch keine Weisung des Pfgf. erhalten und kann sich deshalb nit cathegorice einlassen. Sein herr werde ahn ime nichts erwinden lassen, waß menschlich unnd möglich. Bitet, mit gebetener dilation geduldt zehaben. Wan aber solches nit statt, welle er schliessen /
Bamberg: Will sich, wie vor auch im brauch gewesst, quoad quottam[!] mit den 64 monaten vergleichen, damit irer Mt. dermahl einsten willfhart werde. Schliesset ausser der eyllenden unnd beharrlichen hilff mit den churfürsten f–unnd, was die müntz betrifft, mit Pfaltz-Neuburg–.
Pfalz-Zweibrücken: Hofft, der Ks. werde behertzigen, in waß noth und beschwer sein herr unnd dessen underthonen seyn. Wie[!] die gravamina abgelegt, sonnderlich der evangelischen20, wellen alles thun, waß erschwinglich unnd möglich. Lassts noch darbei bewennden. Die müntz betreffend: Das ir Mt. dieselben annemmen, wie sie bei den unnderthonen zuerheben. […] Das Gülch unnd dergleichen in einbringung der restanten zuverschonen, wie Neüburg.
Würzburg: Wiederholt in allem das össterreich votumg.
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Worms: Der contribution halben wie Saltzburg. Wegen der terminen, müntz sorten, legstet, anticipationen wie Össterreich; mit dem anhang, das ihres herrn in dem grossen anschlag zuverschonen von wegen seiner langheer getragen beschwerden.
Sachsen-Weimar: Hat zuletzt für 64 Römermonate votiert mit dem Vorbehalt des Anschlusses an KR, falls dieser weniger bewilligt21. Hab befelch, sich mit den curfürsten zuvergleichen. Doch dieweihl ahn der eillenden hilff vihl gelegen, soll ime nit zuwider sein, sonnder will leichtlich beyfallen, das auf kirtzere[!] fristen, alß nemblich auf Weyenachten diß jars unnd Laetare anno 95 geschlossen werde.Münzsortenhund alle übrigen Punkte wie KR.
Eichstätt: Wie die curfürsten, doch das die terminen abkhürtzet; unnd der müntz halben wie Saltzburg unnd Bayern.
Sachsen-Coburg [Johann Ernst]: Wie Weinmar.
Speyer: Wie Össterreichi. Was die anticipierte /
Brandenburg-Ansbach: Hat zur Höhe der Bewilligung noch keine Weisung erhalten und hofft, der Mgf. werde sich also erzaigen, daß ir Mt. ein genedigst benüegen haben werde, yedoch wan den gemeinen Reichs beschwerden auf gebirende[!] maß entschidt geben werde. Die müntz betreffend: Wer es dahin zerichten, damit die anlag unnd bezahlung in gangparer müntz, wie es jeder landts art im gebrauch, beschehe. Wihl sich in reliquis von gemeinem beschluß nit absönndern.
Konstanz: Dieweihl durch der curfürsten beschluß weder irer Mt. noch unnß allen geholffen, hab er deß weniger uhrsachen, demselben beizefallen. Weihl dißmahl unnser glickh[!] unnd haill, auch unser verderben ahn der handt, seye das össterreichisch votum in acht zegeben, welches in effectu idem mit Saltzburg. Vergleicht sich mit denselben.
Braunschweig-Grubenhagen: Hab alberaith votirt auf 50 monat22 /
Augsburg: Lassts durchauß bei deß fürstenraths bedenckhen, allein das die terminen nehner[!] zesamen gezogen werden.
Braunschweig-Wolfenbüttel: Im FR-Ausschuss haben sich bezüglich der Steuerhöhe vihl auf deß curfürsten raths verwilligung restringiert23. Woll sich auch mit demselben vergleichen. Der terminen halben mit dem fürstenrath, dessen curfürsten zuerinnern. Der anticipation halben last ers bei dem verbleiben, waß er neulich fürpracht24: Könnde niemandt sein ex privatis conventionibus erlangtes ius absprechen. Seyen auch die conditionesk, wie dieselben im Reichs abschidt de anno 66 einverleibt25, in achtung zenemmen. In caeteris wie der fürstenrathl.
Hildesheim: Wie Pfaltz-Neuburgm.
Braunschweig-Calenberg: Wie Wolfenpitl.
Paderborn: Repetiert das neüburgisch votum.
Braunschweig-Lüneburg: Wie Braunschweign vor im.
Freising: Wie Hildeßhaim und Paderporn.
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Regensburg: Der anzahl monat halben mit den mehrern, in caeteris mit den curfürsten.
Pommern-Stettin: Sovihl die 50 monat belangt, mit den curfürsten. In caeteris will sich von den mehrern nit absöndern.
Passau: Irer Mt. sey weder mit 50 noch 64 monaten geholffen. Repetiert das össterreichisch votum.
Pommern-[Wolgast]: Schliest mit den churfürsten auf 50 monat. Sei anno 66, alß der zug in Ungern gewest, nicht mehrers bewilligt26. Inn der anticipation o–soll ein gleichhait gehalten werden–.
Basel mit Weißenburg: Es werde bei den 64 monaten nit bleiben.Votiert für Basel und Weißenburg wie Salzburg und Österreich.
Württemberg: Wie die curfürstenp.
Trient: Wie Saltzburg.
Hessen-[Kassel] (Moritz): Sei ir Mt. mit 50 monaten wohl geholffen, wan sonnderlich die restanten eingebracht werden. Schliesst der eylendten unnd beharrlichen hilff halben mit den curfürsten, von wegen der /
Brixen: Das aintweders die 64 monat gehöhert werden oder es dabey verbleib. In caeteris wie Össterreich.
Hessen-[Marburg] (Ludwig): Lassts bey der curfürsten bedenckhen, doch dergestalt, das die restanten einbracht, den beschwerden ir geburender enntschaid gegeben unnd die anticipierten hilffen wie billich abgezogen werden. Vergleicht sich sonst mit den curfürsten.
Lüttich: Wie Pfaltz-Neüburg.
Hessen-[Darmstadt] (Georg): Wie Hessen vor im.
Münster: Wie Paderporn, cum reservatione protestationis wegen seiner beschwerden.
Baden-Durlach [Ernst Friedrich]: Wie Prandenburg-[Ansbach].
Cambrai: Cum reservatione wie Össterreich.
Baden-Baden: Wie Bayrn.
Sitten: Erholt seine priora vota mit vorbehalt27.
Baden-[Durlach, Georg Friedrich]: Wie Anspach.
Metz: Hab sich jüngstlich mit dem ausschuß verglichen, lassts nochmahlen darbei bleiben, cum reservatione gravaminum.
Leuchtenberg: Wie Össterreich.
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Anhalt: Wie Hessen.
Lausanne: Der hilff halben wie die curfürsten. Waß die müntz betrifft, mit dem fürsten rath. Wegen der anticipation schliesst mit den mehrern.
Henneberg: Waß die müntz betrifft, mit dem fürsten rath. In caeteris wie die curfürsten.
Hersfeld: Wie Pfaltz-Neuburgq.
Nomeny: Wie die curfürsten. Allegiert daß verderben unnd das der armen leuth unnd landt ungelegenhait in acht genommen werde.
Murbach: Wie Cosstnitz.
Arenberg: Wie Össterreich.
Ellwangen: Wie Össterreich.
Berchtesgaden: Abfuit.
Prüm: Durchauß wie die curfürsten.
Stablo: Wie Neuburg.
Prälaten: Wie Össterreich.
Schwäbische Gff.: Wie Össterreich.
Wetterauer Gff.: r–Wie Pfaltz-Lautern unnd Braunschweig–.
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Beratung zur Besetzung des Supplikationsrates30. Salzburg lässt offen, ob die Verordneten nach beiden Bänken des FR oder nach Reichskreisen festgelegt werden. Beschluss gemäß Votum Pfalz-Neuburg: Verordnung nach beiden Bänken. Diese treten sofort zusammen und beschließen: Die geistliche Bank benennt Salzburg, Konstanz, Regensburg und die Prälaten, die weltliche Bank Pfalz-Neuburg, Württemberg, Hessen-Kassel (Moritz) und die Wetterauer Gff.t