Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Textvorlage: Bayern, fol. 67–82.

Einzelpunkte des 1. HA (Türkenhilfe): Keine Einigung zur Höhe der Steuer. Verzicht auf reichsständische Kontrolle der Steuerverwendung. Sammlung von Almosen. Anmahnung des freiwilligen Kriegsdiensts junger Adeliger auf eigene Kosten. Einbindung auswärtiger Potentaten in die Türkenabwehr. Dank an den Ks. für den Beitrag seiner Kgrr. und Erblande. Keine Einigung zur Rückzahlung der vom Ks. aufgenommenen Gelder: Verrechnung mit der aktuellen Steuer oder Erlassung der Kredite. Beratung von Maßnahmen zur Begrenzung der erhöhten Besoldungen (Reiterbestallung) durch Kriegsräte des Ks.

/67/ FR-AUSSCHUSSazum 1. HA (Türkenhilfe) (Salzburg persönlich. Gesandte von Bayern, Bamberg, Braunschweig-Wolfenbüttel, Konstanz, Jülich, Speyer, Württemberg, Münster, Hessen-Kassel, Pommern-Stettin, Henneberg, Prälaten, schwäbische Gff.).

Salzburg proponiert: Steuerhöhe und weitere Modalitäten der Türkenhilfe.

Umfrage. Salzburg: Sey yetzt nit von der eyllenden, sonnder von ainer beharrlichen hillff zereden. Und /67’/ yetzunder res in alio statu: Zuvor sey man versiert aintweders in ainem fridtstandt oder aber nit so gar in ainem offnen khrieg, yetztmals versiere man in ainem offnen khrieg. Derhalben werde ein schlechtes nit erkhleckhen, sonder man muesse ein eüsseristes thuen und was dem gemainen mann erschwinglichb. Distinguit tempora. Soll man die hillff auf 3 jar zum khrieg und die summa hoch bewilligen, ne offendatur caesar; vil wechßlschrifften machen ir Mt. unlusstig. Putat uf 3 jar lang, yedes jar 16 monat simplhillff. Erlauffe auf ain stattliches, sey gleichwoll nit gar genueg, thue aber dannoch sovil, dz ir Mt. mit iren erblanden und anderer potentaten hillff den khrieg khönten fhüren. Wollt hernacher 3 jar lang addiern, yedes jar acht monatc. Bestimbte terminen auf bede Johannis Baptistae und Evangelistae1, welches irer Mt. annemblicher und dem armen mann erschwinglicher. Der legstett halben lassts bei dem allten herkhomen bleiben.

Bayern: Hat erwartet, Salzburg würde anhand des Auszugs aus der Proposition2vorgehen, und sich deshalb mit seinen Mitgesandten zu diesem Thema noch nicht abgesprochen, votiert aber dennoch: Wan man woll bedenckhen, wie dz Reich beschaffen und wie es an gellt hoch ersaigert, hab man grosse ursach, an sich zehallten; wie dann von etlichen stennden hievor vermeldet worden. /68/ Wan man die zeit betrachten welle, werd man nichts anders befinden, alls das man nit allein hellffen soll, sondern auch erschießlich hellffen. Helltt den saltzburgischen fürschlag für zu gering, und es dahin zerichten sein, das man yetzt melde, was man zu eyllender hillff thuen wolle, und wann[!] nit auf 3 jar, dann es ungewiß, was in 2 oder 3 jarn geschehen werde; khönd man allßdann3 der sachen in ander weg mittl finden. Yetz sey davon zureden, wie man irer Mt. yetz woll hellffen.

Zwischeneinwand Salzburg: Vermeldet cum aliqua indignatione, er bleib allerdings bey seiner proposition und voto.

Bamberg: Hat zur Hilfeleistung frühere Protokolle eingesehen, insbesondere die Regelung beim RT 1566. Dieweill yetzt die noth auf der handt und die ratschlagung nit zuverziehen, hallt darfür, man soll balt thun, was man thun welle. Schleüst zur eylenden hillff auf die tripl hillff wie anno 664 und zu der beharrlichen hillff uf 24 monat.

Braunschweig-[Wolfenbüttel]: Sey in alleweg zehellffen, aber das Reich nit zuschwechen. Concludit uf 40 monat, in 3 jarn zubetzahlen, dwann den beschwerden werde abgehollffen, und auf die terminen Johannis Baptistae und Evangelistae. Sonsten, da die gravamina nit abgestelt, hab sein gn. furst und her bedenckhens, einzewilligen.

/68’/ Konstanz: Da KR und FR nit allerdings verglichen5, hab er vermaint, man werde von ainem vergleich reden. Weil es aber yetz de quota zethuen und die gefar nie so hoch, auch das glückh allso auf unser seytten geschlagen, zu dem an der eyl sovil gelegen: Derwegen, dieweill es umb die defension der christenheit, unserer selbst und der underthonen zethuen, sey yetzt nit dahin zesehen, wie man yetzt schaden leidet, sonder man soll darspannen, was man khan, das man nicht in gefahr steckhe, da mans entlich alles auch mit gefaar der seelen müesste verlüeren; unnd seye zubedenckhen, was für uncossten darauf gee. Dieweill auch die expeditio turcica mit solcher macht, wie man schreibt, beschech, so soll man sich an yetzt dessto höher angreiffen. Hab man zwar mit den vorigen bewilligungen ettwas ansehenliches gethan, aber nit sufficienter gehollffen. Bewilliget auf 3 jar yedeß 20 monat, so lang die expedition wert und der türckh ins veldt zieht. Wann ein anders werd beschlossen, wisse sich zuvergleichen.

Jülich: Allegiert seine gravamina6. Wover denselben nit abgeholffen, wiss er khainen heller von den underthonen zebringen. Khönne yetzt andern stenden nit fürgreiffen noch de quota vel quantitate determiniren. Wo inen aber würckhlich gehollffen, welle sich allßdan mit den merern vergleichen. Yetzt und ausser dessen sey inen nit möglich, ettwas zelaisten.

/69/ Speyer: Die eyllende hillff sey per determinationem der aufnemmung der 500 000 fl. erledigt7. Yetzt von der beharrlichen hillff zureden, hab er bevelch, sich nach den mehrern zerichten. Und hiellte darfür, das die bewilligung zethuen, wie Cosstnitz vermeldt, ungeachtet der obligenden beschwerden und unvermögens. Wann andere ersprüeßlichere mittl werden angedeütt, will er sich nit absondern.

Württemberg: Jetzt ist allein von dem offnen khrieg zereden. Da ungewiß, wie lanng derselb continuirn werde, wie dann nun yetzunden der gefar zubegegnen: Halltens darfür, das sey die handt zimblich starckh gebotten, wann man uf 3 jar 40 monat bewillige, wie Braunschweig, in erwegung, das die underthonen zuvor mit contributionen hoch beschwert. Vergleicht sich in effectu mit Braunschweig. Hab auch bevelch, die contributiones dahin richten zehellffen, damit ein yedlicher standt alle güetter in seinem territorio möge collectiern, volgent sonst mancherlai inconiventia8 daraus, wanns die personen belegen. Es werde auch irer Mt. dero nit zuwider sein lassen, dz ainer und der ander standt dz jhenige, was er albereit contribuirt, widerumb möge abziehene; fdas auch den gravaminibus abgehollffen werde.

/69’/ Münster: Es sey inen unmüglich, allsbalden zu contribuiern, dann ire underthonen maisstenthails verderbt und verjagt. Müessen zuvor zu rhue gesetzt werden, allßdann seyen sie erbiettig und willig, das jhenig dartzu zethun, was andere stende[tun]. Der monat halben, wie hoch, seind sie indifferentes. In reliquis wie Gilch.

Hessen-[Kassel]: Erbiett sich, das jhenig zethuen, was ein gehorsamister standt. Es sey nit allein in acht zenemmen die noth in Ungern, sondern auch der underthonen obligen, betrangnußen, müsswachs, sperr der comertien, müntzstaigerung und verfhüerung ausser landts. Seyen willig zethuen, warbei9 [!] den underthonen möglich: 40 monat semel pro semper auf 3 jar. An denen soll abgezogen werden, was hievor fürgesetzt und fürgestreckht worden. Allegiert frembde außlendische hillffen, darumb sich der kayser zubewerben; item die restanten einzebringeng.

Pommern-Stettin: Considerat non solum die noth in Ungern, sondern auch der underthonen, welche von wegen der schwedischen10 und niederlendischen khriegen haben die maisste stett an der seekhant khain andere naarung, wegen der khrieg in Franckhreich, Engellandt etc., seyen in höchster armuet, khönnens nit mer ertragen. /70/ Werden die ungellt etc. teglich mer gehöhert. Vor ainem jar hab sie der kayser umb hillff angesucht, da sie gellt fürgestreckht 32 monath11. Wann sy dann dartzu yetzt erlegen sollten 72 monath, thett 104 monat; deß ihnen nit möglich. Damit sie aber die consultation nit aufhallten, wollen sy des unvermögens unerachtet auf 40 monat einwilligen auf 3 jar lang, wie Braunschweigi.

Henneberg: Dieweill nun von ettlichen jarn heer nichts mer contribuirt worden, allein was von ettlichen craissen guetwillig geschehen, unnd anno 82, auch 76, da die noth nit so groß gewest alls yetzt, stattlich gehollffen worden12, soll mans yetzt auch nit underlassen. Sey bösser in Ungern hellffen, alls das man den khrieg auf des Reichs poden khomen lasse. Bewilligt auf 3 jar[!] lang 24 monatj ainfach, und dieweill dasselb nit ersprießlich, derwegen in den drey volgenden jarnk yedes 10 monat13; dessen man sich in dem fursten rath zuvergleichen; und den gravaminibus abzehellffen. Dieweill auch der reinisch[!] craißl ein stattlichs gethan14, soll derselb in den letsten 3 jaren ain solchs widerumb abziehen mögenm.

/70’/ Prälaten: Referiern sich auf den saltzburgischen discurs und vergleichen sich mit demselben voto.

Schwäbische Gff.: Allegiren der underthonen unvermügen und der obligenden gravamina. Yedoch in bedenckhung der gefar in Ungern, das diß ein christliche expedition, umb die religion, des vatterlandt, zeittlich hab und guett zethuen, seyen sy irer Mt. zu gehorsamer wilfaarung erbiettig. Vergleichen sich mit dem saltzburgischen voto.

Die Auswertung der Umfrage ergibt, dass sich Salzburg drei, Braunschweig vier und Konstanz zwei Voten anschließen. Bayern hat zur Hauptfrage nicht votiert, die übrigen waren indifferent. Beschluss: Vertagung dieser Entscheidung bis morgen und Fortsetzung der Beratung mit anderen Punkten.

[Salzburg proponiert:] Zuordnung reichsständischer Pfennigmeister für die Kontrolle der Steuerverwendung?

Umfrage. Salzburg (Ebf. persönlich): Sey diser punct den stenden woll zuerwegen; darvon zuvor auf allen reichstagen tractiert worden. Khomen die mängl nit von ir Mt., sonder nden jhenigen, die ire händt darein schlagen. Wann man schon wollte zuordnen, werde /71/ den stendten nichts dardurch geholffen; es gehe auch nit die stendte, sonder auch ir Mt. das kriegswesen an. Man soll einnemmer verordnen, die das gellt bey den legstetten erheben, auf die gränitz füeren und das volckh damit auszalen. Die össterreichische erblandt thuns selbs auch also. Und khönn man also sechen, das die hilf in eum finem verwendet werde, dahin mans vermaint.

Bayern: Es seyen offt reden gangen, die hilff werden nit dahin verwendet, dahin sy angesechen. Derwegen guett wer, auf mittl zugedenckhen, wie solche hilffen werden verwendet. Herentgegen hat man auf den vorigen reichstägen bedenckhens tragen, das sich die stenndte dessen sollen annemen oder leüth dartzue verordnen, odann dasselbe zieche noch etwas merers nach sich,15. Und umb diser ursachen willen hellt /71’/ Bayrn darfür, das dise sach irer Mt. haimbzestellen und dieselb zuerinnern, guette fürsechung zethuen.

Bamberg: Verweist auf die Verhandlungen insbesondere des RT 1566 um die Zuordnung eines Pfennig- und Proviantmeisters16. Last im gefallen, das von deß Reichs wegen ein pfennigmaister verordnet werde. Zweifelt nit, ein yedlicher standt erleg bey den legstetten, was ime gebürt.Der Salzburger Vorschlag ist zuvor auch für guett angesechen, aber doch irer Mt. haimbgestellt worden. Wenns noch also werde beschlossen, well er sich nit absondern; sunst vergleicht sich mit Saltzburg.

Braunschweig-[Wolfenbüttel]: Non dubitat, ir Mt. werden die zuordnung gern sechen. Obs aber zurathen, dz die Reichs stendte sich also obligiern wie /72/ die erb unndterthonen, das sey wol in acht zenemmen. Auf vorigen reichstägen hab mans nit wollen thuen. Wann man zueordnet und das gellt mit erschiesse, werde man sich selbs in obligationem berichten[!]. Er hab bevelch, das niemandts werde zuegeordnet, jedoch mechten die pfennigmaister nit allein irer Mt., sonder auch den Reichs stendten verpflichtet und inen einzebinden sein, dz sy von den obristen, rittmaistern etc. schein bringen, das das gellt dem volckh zuthaill worden.

Konstanz: Die hilff khumb aus khainer schuldigkhait, sonder frey willkhirlich her, in eum effectum, das ir Mt. die lasst deß kriegs auf sich trage, nichte dz Reich, welches sich nit will thailhafftig machen, sonder was geschicht, dz khumbt ex liberalitate. Helt darfür wie Bayrn, dz es irer Mt. haimbtzegeben. Werden ir Mt. den stendten nit zu ungnaden vermerckhen, wann /72’/ dieselb erinnert werden, dieweil ein zeithero mit ausgab deß gelts allerlay unordnung fürgeloffen, dz sy solches wolten abstöllen. Dann sonst wurden ir Mt. dardurch ursach geben, das die stenndte in die contribution etwas ungehrners[!] einwilligen.

Jülich: Weil die undterthonen und das kriegsvolckh leib und leben wagt, seye billich, dz sy bezallt werden. pVergleicht sich derhalben aintweder mit Salltzburg oder Bayrn.

Speyer: Wie Cosstnitz.

Württemberg: Weil ir Mt. in der proposition der zueordnung selbs anregung gethon17, so werdens ir Mt. zu kheinen ungnaden vermerckhen, wann man derselben erinnert, wie vor verstanden, dz sy deß gellts bösser in acht nemmen. Dann desto mer werden die stenndte zur guettwilligkhait /73/ bewegt, wann sy sechen, das das gellt wol verwendt würdet. Ist indifferens, mit Saltzburg oder Braunschweig, doch mit der moderation, das dem Reich nichts praejudicierlichs daraus entstee. Dz kriegswesen geet dz Reich per consequens an, derhalben es stattlich contribuiert; also khöndt es auch per consequens absque praeiudicio verordnen.

Münster: Wie Bayrn.

Hessen-[Kassel]: Ir Mt. habens wolbedacht ex prioribus actis, das die stendte diß nit wollten auf sich laden. Sy haben khein sunderbare instruction darauf, vergleichen sich mit dem merern.

Pommern-[Stettin]: Es sey khein mißtrauen in ir Mt. zustellen. Repetiert, was anno 22 und 41q fürüber ganngen18. Weil dann ir Mt. /73’/ diß selbs andeütten, sollt man denselben proceß halten, nicht das sich das Reich deß kriegs thailhafftig mach. In dem ober sechsischen kraiß seye von irer Mt. Christoff Luß19 zum pfennigmaister verordnet. Derselb empfache das gellt und geb es widerumb hin, wo es hin gehert, und nemb dargegen seine verificationes zu handen. Sy haben in instructione, das leüth zuverordnen zum gellt einnemen und außgeben.

Henneberg: Wie Pommern.

Prälaten: Wie Bayrn.

Schwäbische Gff.: Wie Bayrn, aus denen allegierten ursachen.

Nota: Braunschweig vergleicht sich mit Bayrn, dz es irer Mt. haimbtzestellen.

/74/ Beschluss: Es seye irer Mt. haimbtzestellen und dieselb zuerinnern, auch zubitten, das man das gellt wol anleg.

Umfrage zum Unterpunkt: Aufstellung von Opferstöcken vor den Kirchen für die Sammlung von Almosen zugunsten kranker und verwundeter Söldner. Einhelliger Beschluss: Billigung. Ablieferung der Almosen in den Legstätten.

Umfrage zum Unterpunkt: Freiwilliger Kriegsdienst junger Adeliger auf eigene Kosten.

Salzburg: Stee zue eines yeden gelegenhait, andacht[!] etc.

Sic caeteri.

Weitere Voten: Braunschweig: Es sey mer consilii dann iussione, und zuwinschen, das es gescheche. Wann ir Mt. dises /74’/ also begern, wurden sy leüth finden, die lust dartzue haben.

Jülich: Man soll im abschidt die erinnerung und vermanung thuen.

Speyer: Stellts zue eines yeden gelegenhait.

Henneberg: Mann hett auf ein ritter orden zugedenckhen, dz man der schweren contributionen dermalln ainisten abkhume.

Caeteri ut supra Saltzburg.

Beschluss: Das es ein wilkhur, und man die leüth dartzue zuvermanen.

/74’–75’/ Umfrage zum Unterpunkt: Bemühungen um die Mithilfe auswärtiger Potentaten. Beschluss gemäß Votum Salzburg: Danksagung an den Ks. für seine bisherigen Bemühungen. Ks. wird diese in seinem eigenen Interesse fortsetzen.

Pommernrverweist darauf: /75/ Wann die ansee stett undter den auslendischen, hab sein genediger fürst und herr vill stett darundter, welche steurn müessen. Die wurden also mit doppelter steur geschlagen.

/75’/ Umfrage zum Unterpunkt: Beitrag der ksl. Kgrr. und Erblande zur Türkenabwehr. Beschluss gemäß Votum Salzburg: Es treff diser krieg ir Mt. principaliter an. Soll derselben wegen dessen erbiettens danckh gesagt werden und well man nit zweifeln, dieselben werden es also thuen.

Unterpunkt: Rückerstattung der vom Ks. antizipierten und aufgenommenen Gelder ohne Rückgriff auf die neue Steuer20.

/76/ 1. Umfrage. Salzburg: Sovil die anticipierten hilf anlanngt, sey ir Mt. seinem stifft allein 100 000 taller schuldig. Wann ers wolt abtziechen21, so wurdt ir Mt. yetzt nichts geholffen. Er wölls derselben undterthenigist verehrn und schenckhen. sWegen deß aufgebrachten gelts22 sollten ir Mt. der fürsten unnd stenndt verschonen und mit dem ersten ain genedigists vernüegen haben.

Bayern: Hab zue undterschidlichen zeiten vil nambhaffte summen hergelichen. Wann man sich mit dem merern vergleicht, das mans nit soll abtziechen, woll er sich auch nit absonndern.

Bamberg: Haben die frännckhische stendte stattliche summen hergeben, item wann ir Mt. bey dem craiß umb ein reittersdienst ansuechen lassen, denselben bewilligt23. Will sich deß abtzugs /76’/ halben vergleichen, wo der merer thaill hinschleust. Des aufgenomenen gellts halben: Were solches ansuechen den reichsstendten praejudicierlich und gebür sich nit, denselben fürtzegreiffen. Vergleicht sich mit Salltzburg.

Braunschweig-[Wolfenbüttel]: Müeß die anticipatio dupliciter consideriert werden: tAins thaills, was ins gemain anticipiert, fürs ander, was privatim beschechen. Und dise anticipatio seye von dem craiß utroque modo geschehen. Habe doch bevelch, wann andere auch einwilligen, dz der gantze craiß wolle fallen lassen, was derselb anticipando gethan. Was aber ein yeder privatim anticipiert, dz werden ir Mt. verhoffenlich lassen abtziechen. Andere craiß, die bisheer noch nichts gelaistet, werdens verhoffenlich noch thun unnd ain /77/ solches aintweders zum krieg oder abtzalung der schulden verwenden.

Konstanz: uZweifelt nicht, es werde sein genediger herr mit Salltzburg yberainstimen. Was die verwilligung deß gemainen schwebischen craiß betreffendt24, verhofft, ir Mt. werden solches in die contribution lassen khumen. Und da irer Mt. ja[!] sollte von den andern craissen ein bewilligung geschechen, werde der schwebisch craiß ebenmessig willfahren und ein gleichhait hallten. Da aber andern craissen der abtzug gestattet, gescheche es auch mit dem schwebischen craiß–u. Aufgenomes[!] gellt etc.: Sey nit unbillich, dz ir Mt. der stenndt damit sollen verschonen.

Jülich: Das Gesuch des Ks. beim Hg. durch Kommissare um eine eilende Hilfe musste abgelehnt werden25. Aufgenomes gellt betreffendt, wie /77’/ Salltzburg, damit es nit dz ansechen hab, alls wann man schuldig und inskhunfftig ein praeiudicium nach sich zieche. Derhalben ir Mt. zubitten, der stenndt damit zuverschonen.

Speyer: Vergleicht sich mit dem merern, dieweil der vorbehallt deß abtzugs halben von andern nit beschechen. Und were irer Mt. durch die contribution in eum eventum, das der abtzug gestatt werd, wenig geholffen.

Württemberg: Bringen gemäß ihrer Instruktion vor, vir Mt. werden sich versechenlich nit verwidern, dz der abtzug der anticipationen gescheche. Sunst wurde ain standt vor dem andern ser graviert. Der craiß hilff wie Cosstnitz, und referiert sich auf den abschidt26. Deß aufgenomen gelts halber wie Saltzburg.

Münster: Wie Gülch.

Hessen-[Kassel]: Distinquit sicuti Braunschweig. /78/ wWas deß reittendiensts[!] halben mit dem merern beschlossen, will er sich nit absonndern. Deß aufgenomen gellts halben hab er bevelch, das es soll abgetzogen werden.

Pommern-[Stettin]: Was die craiß gethan, sollen allweg abgetzogen werden. Treffe dasselb seinem herrn 32 monat.

Henneberg: Wie Bamberg.

Prälaten: Soll weder die privat- noch craiß hilffen kheins wegs abgetzogen werden.

Schwäbische Gff.: Haben khein aigentliche instruction, ob etwas abtzetziechen oder nit, yedoch halten sy darfür, wies27 andere stendt mit dem merern machen, werd es darbey bleiben. Der jungst bewilligten hilff halben repetunt den abschid28. Wegen deß aufgenomen gelts wie Saltzburg.

/78’/ Resümee: Keine eindeutige Beschlussfassungx. Und wie concludiert wellen werden, das man das jhenig, was die craiß contribuiert, irer Mt. sollte schenckhen, haben Praunschweig, Wierttemberg, Pommern und Hessen vermeldet, es würde ain yeder stanndt gegen irer Mt. sich der gebür nach wissen zuertzaigen, quoad privata debita reservant sibi ius etc.Deshalb weitere Umfrage.

2. Umfragey. Bayern: Wie zuvor. Stee bey dem, was ein yeder stanndt thuen woll; und vergleiche sich mit dem merern.

Bamberg: Was das mererz.

Braunschweig-[Wolfenbüttel]aa: Wie zuvor. Seye dz bösst, dz ir Mt. mit einem yeden standt ad partem handlen lassen. Khönn einer ainem andern sein brief und sigl nit aufheben.

/79/ Konstanz: Ut supra. Und khönn man anderen, die obligationes haben, nichts praejudiciern.

Jülich: Ut supra. Er khöne nichts darüber votiern.

Speyer: Wie Saltzburg. Quoad privatum debitum vergleicht sich mit dem merern.

Württemberg: Wie Praunschweig.

Münster: Wie Gilch.

Hessen-[Kassel]: Der craiß hilff halben ut supra. Der privat schulden halben habens kheinen bevelch, dz sy es sollen nachlassen. Vergleichen sich mit Braunschweig.

Pommern-[Stettin]: Distinguiert nach, und quoad privata debita, wiß er nit, ob sein herr hergelichen. Was die craiß hilf belanngt, sovil ir f. Gn. angee, soll widerumben abgetzogen werden.

Henneberg: Wie Bamberg vor ime. Haben /79’/ etliche craiß noch gar nichts gethon.

Prälaten: Wie zuvor, dz nichts abtzetziechen. Quoad privata debita, wiß er von seiner pannckh verwonten wegen khein interesse.

Schwäbische Gff.: Wie zuvor, und haben quoad privata khein bevelch.

Zusatz Württemberg: Will in seinem voto auf die privata debita verstannden sein; sonsten wie der schwebisch kraiß.

Salzburg resümiert: Seye entschlossen, also zue referieren, dz etliche im außschuß wellens gar nachsechen, andere habens bedenckhen wegen der craiß hilf. Ir Mt. mögen mit den stendten handlen, und was sy bey denselben khönnen erhalten, dz woll man irer Mt. gern gonnen.

Hessen-[Kassel]: Haben wegen deß craiß nichts /80/ zuvergeben und wellen sich mit demselben vergleichen. Was ir genediger fürst und herr privatim gethan, soll abgetzogen werden, doch mög ir Mt. den landtgraven darumben umb nachsehens ersuechen.

Bayern et caeteri omnes: Dz gleichwol etliche stendte undterthenigist willig, die anticipierte hilfen nachtzesechen, andere aber haben nit bevelch, und seyen ir Mt. gehorsamist zuerinnern, dz sie mit den interessierten stendten deßwegen wellen handlen lassen.

Beratung zum Unterpunkt: Maßnahmen zur Begrenzung der stark erhöhten Besoldungen.

Umfrage. Salzburg: Seie diser articul nit seiner profession, hab denselben gleichwol lassen berathschlagen. Und befindt sich, dz dise grosse ungleichhait von Niderlandt und Frannckhreich herkhumen, da /80’/ man vil versprochen29 und wenig gehalten. Wann man jetzundt die moderation wolte fürnemen, wurdt es anderst nichts verursachen, dann dz sich die khnecht verlauffen, die guette bevelchsleüth anderst wohin ziechen; dz man also gar nichts außgerichtet.

Bayern: Dazu ohne Weisung, vergleicht sich in effectu mit Saltzburg. Halte darfür, dz ir Mt. diß durch kriegs verstendige hab berathschlagen zelassen.

Bamberg: Irer Mt. allerdings haimb[zu]stellen. Vermaint auch nit, dz die ksl. proposition30 auf die jhenige zuversteen, die einen reitters diennst gelaist. Khöndte auch nit sechen, dz man sich der bestallung, so man sich verglichen und alberaith yberschickht31, zuverwidern.

Braunschweig-[Wolfenbüttel]: Es well beschwerlich sein, yetzt /81/ dz jhenig wider zurugg zebringen, was nun ein zeitheer yberhandt genomen. Ir Mt. solten ire aigne kriegsräth sambt der stenndten adjungierte von den sachen lassen rathschlagen. Die bestallungen seyen hoch gestaigert. Dem gemainen khnecht versprech man vil und gebs inen nit, sonder von den veldt herrn neme man mer an und gebs den khnechten nit. Solche untreue leüth solt man zu schelmen machen32, die solche parttiten33 treiben. Die kriegsräth werden hievon auch nit abrathen.

Konstanz: Die expedition gee ir Mt. an, derselben seie es haimbtzestellen.

Jülich: Ir Mt. haimbtzestellen unnd dieselb zuerinnern, damit die abusus abgestellt und khein consequens im römerzug gemacht werde34.

Speyer: Es seye im Reichs abschidt fürsehen, /81’/ wies mit besoldung deß kriegs volckhs soll gehallten werden35. Weil sich solches yetzt nit practiciern laß, concludiert er mit Saltzburg.

Württemberg: Wie Saltzburg, mit der erinnerung wie Braunschweig.

Münster: Wie Gülch.

Hessen-[Kassel]: Irer Mt. haimbtzestellen.

Pommern-[Stettin]: Wie Braunschweig: Solt man ein ordnung machen durch deß kaysers und der chur- und fürsten kriegs räth und dieselben zum ybersechen geben.

Henneberg: Wie Braunschweig. De inequalitate in den bestallungen irer Mt. haimbtzestellen, dz es die kriegs räth bedenckhen und, sovil yetzt müglich, abstellen.

Prälaten: Stellens haim.

Schwäbische Gff.: Wie Saltzburg und Cosstnitz.

/82/ Beschluss: Dz es irer Mt. haimbtzestellen und dieselb zuerinnern, dz ir Mt. disen puncten durch dero kriegs verstenndige räth wolten berathschlagen lassen.

Anmerkungen

a
 FR-AUSSCHUSS] Hessen (unfol.) zum Zeitpunkt: Vormittag, 7 Uhr.
b
 erschwinglich] Hessen (unfol.) zusätzlich: Was nun die vorige freywillige hülffe betreffen thue, in deme ein jeder der ksl. Mt. geldt vorgesetzet, so wollen ir f. Gn., der von Saltzburg, solches der ksl. Mt. unterthenigst verehren; hoffend, ire Mt. werde das ubrige, das die stende die gemachte schuldt abtragen solten, nicht begerenn.
c
 monat] Jülich-Berg (fol. 117’) zusätzlich: Die Gesamtbewilligung beläuft sich demnach auf 72 monat, und consequenter allein 2[!] monat hoher alls anno 76.[Bewilligung des RT 1576: 60 Römermonate.]
1
 = 24. 6. und 27. 12. 1594.
2
 Vgl. Bayern, fol. 24–27 [Nr. 57].
3
 = nach Ablauf der 3 Jahre.
4
 = 24 Römermonaten gemäß RAb 1566, § 36 (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1525).
d
–d wann … abgehollffen] Jülich-Berg (fol. 118) differenzierter: doch das auch mit solchem geltt den beschwernussen unnd sonderlich den westphelischen abgeholffenn wurde.
5
 Bezugnahme auf die abweichende Beschlussfassung zur Nebenproposition des Ks. Vgl. Kursachsen, fol. 83–84, 88’ [Nr. 9, 10].
6
 Vgl. Nr. 467.
7
 Bezugnahme auf den Beschluss des FR zur Nebenproposition des Ks. Vgl. oben, Anm. 5, sowie Nr. 264.
8
 = inconvenientia.
e
 abziehen] Württemberg (fol. 604) zusätzlich: mit vermelden, waß ohne langst der schwäbisch kraiß contribuiert.[= im KAb vom 27. 5./17. 5. 1594. Vgl. Einleitung, Kap. 2.2 mit Anm. 166.]
f
–f das … werde] In Württemberg (fol. 604) abweichend einleitend genannt als Grundbedingung noch vor der Zusage einer Hilfe und ergänzt um die Forderung, die restantzen zuforderst urkhundtlich einzubringen.
9
 Wohl verschrieben für: ‚was bei‘.
g
 einzebringen] Württemberg (fol. 604) zusätzlich: und den gravaminibus abzuhelffen.
10
 Bezugnahme auf den im Januar 1590 erneut ausgebrochenen Krieg zwischen Schweden und Russland, nachdem 1589 Verhandlungen zur Verlängerung des Waffenstillstands von 1585 an den russischen Forderungen gescheitert waren. Die Auseinandersetzungen zogen sich bis 1593 hin, beendet wurde der Krieg mit dem „ewigen“ Frieden im Mai 1595 (Neubauer, Rjurikiden, 993 f.; Uebersberger, Österreich, 554 f.).
11
 Erlegung im Rahmen der Hilfe des Obersächsischen Kreises. Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
h
 72 monat] Hessen (unfol.) zusätzlich: wie Salzburg votiert hat.
i
 Braunschweig] Württemberg (fol. 604) zusätzlich: Doch waß der obersächsisch craiß alberait erlegt, daran abzuziehen.
12
 Vgl. Anm. 55 bei Nr. 11.
j
 3 jar lang 24 monat] Jülich-Berg (fol. 120) abweichend und korrekt: diß jahr 24 monat. Hessen (unfol.): [ohne Angabe der Laufzeit] zur eilenden hülff 24 monat.
k
 drey volgenden jarn] Hessen (unfol.) eindeutig: in den Jahren 1595, 1596, 1597. Jülich-Berg (fol. 120) entsprechend: folgende drei jahr aber ab anno 95.
13
 Das Votum entsprach der Instruktion, die Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen anlässlich der Verordnung Hennebergs in den FR-Ausschuss anfertigen ließ: 24 Römermonate eilende und 30 Römermonate beharrliche Hilfe (Regensburg, 8. 6. {29. 5.} 1594: StA Meiningen, GHA II Nr. 89, fol. 4–5’. Kop.).
l
 der reinisch craiß] Hessen (unfol.) [entsprechend auch Jülich-Berg (fol. 120)] abweichend und korrekt: vom fränkischen craiß.
14
 Bezugnahme auf die vom Fränkischen Kreis mit Abschied vom 1. 4. 1594 bewilligten 1000 Reiter für den Krieg in Ungarn. Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
m
 mögen] Hessen (unfol.) zusätzlich: Was aber sonsten vorgestrecket,[soll] geschencket werdenn.
n
–n den … schlagen] Hessen (unfol.) deutlicher: den cameralibus.
o
–o dann … sich] Württemberg (fol. 604’) deutlicher: weil sich daß Reich sonsten deß kriegswesens principaliter annemmen würde.
15
 Vgl. Anm. 53 bei Nr. 11.
16
 Verhandlungen 1566 in und zwischen den Kurien um die Verordnung von Kriegsräten, Musterherren, Zahl-, Pfennig- und Proviantmeistern: Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 7 S. 223, Nr. 9 S. 235 f., Nr. 19 S. 277 f., Nr. 21 S. 280–282, 285 f., Nr. 22 S. 290, Nr. 31 S. 334, Nr. 33–35 S. 346–360 passim, Nr. 43 S. 412 f., Nr. 44 S. 417 f., Nr. 47 S. 431 f., Nr. 62 S. 513, Nr. 79 S. 565, Nr. 89 S. 582, Nr. 98 S. 599, Nr. 120 S. 628 f., Nr. 140 S. 656. Diesbezügliche Regelungen im RAb, §§ 52–55: Ebd., Nr. 467 S. 1530 f.
p
–p Vergleicht … Bayrn] Württemberg (fol. 604’) und Hessen (unfol.) eindeutig: Wie Bayern.
17
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 33’ [Daneben mögen ir ksl. Mt. … unnd verordnen].
q
 41] Hessen (unfol.) abweichend: 42.
18
 RAb Nürnberg vom 30. 4. 1522, § 18: Verordnung eines Zahlmeisters und Gegenschreibers für Einnahme und Ausgabe der Türkensteuer mit Rechenschaftspflicht gegenüber dem Reichsregiment und den Reichsständen beim nächsten RT (Wrede, RTA JR III, Nr. 33 S. 178). RAb Regensburg 1541, § 58: Verordnung eines Pfennigmeisters mit entsprechender Aufgabenstellung und Rechenschaftspflicht gegenüber den Reichsständen (Luttenberger/Neerfeld, RTA JR XI, Nr. 941 S. 3617). RAb Speyer 1542, § 26: Verzicht auf die Einsetzung eines Pfennigmeisters, da Einnahme und Verwaltung der Steuer in die Kompetenz der Reichskreise gestellt werden. §§ 99–102: Verwaltung und Auszahlung der Steuer durch die Reichskreise, Verordnung von Gegenschreibern zur Kontrolle (Schweinzer-Burian, RTA JR XII, Nr. 285 S. 1177, 1193–1196).
19
 Christoph von Loß d. Ä., Reichspfennigmeister in beiden sächsischen Kreisen. Vgl. Schattkowsky, Rittergut, 393–408.
r
 Pommern] Hessen (unfol.) zusätzlich: und ebenso Braunschweig.
20
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 35’ f. [Es können aber … betzahlt werden kondten].
21
 Gemeint: Mit der jetzt zu bewilligenden Steuer verrechnen.
s
–s Wegen … haben] Jülich-Berg (fol. 121’) deutlicher: Was aber /122/ sonstenn seidher anno 87 aufgangen, davor wehren ire Mt. underthenigst zupitten. Hessen (unfol.): Will hoffen, ihr Mt. werde die stendt mitt dem ubrigen verschonenn.
22
 = Privatdarlehen von Einzelständen im Unterschied zu den regelrechten Hilfen gesamter Reichskreise. Vgl. die Voten im Folgenden.
23
 Wie Anm. 14.
t
–t Ains … beschechen] Jülich-Berg (fol. 122) deutlicher: Differenzierung zwischen Geldern, die vom gesambtem kreiß[einerseits] und von den fursten abgesondert[andererseits] geleistet wurden.
u
–u Zweifelt … craiß] Württemberg (fol. 605) deutlicher: Waß ein jeder standt für sich dargestreckht, solte man fallen laßen. Der craiß hülff halben referiert man sich auff deß schwäbischen craiß abschiedt.
24
 = im KAb vom 27. 5./17. 5. 1594. Vgl. Einleitung. Kap. 2.2 mit Anm. 166.
25
 Bezugnahme auf die Darlehensbitten des Ks. seit Ende 1592. Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
v
–v ir … graviert] Württemberg (fol. 605) differenzierter: Waß privatim fürgestreckht, solches khönde man nit fallen laßen, und würde /605’/ sonsten ein standt mehr als der ander beschwert. So khönde man auch hierüber nit votiern, dan ein yeder bey seinen verschreibungen pleiben zulaßen, dan kheinem durch dergleichen votiern khönde praejudiciert werden.
26
 = KAb des Schwäbischen Kreises vom 27. 5./17. 5. 1594. Vgl. Einleitung, Kap. 2.2 mit Anm. 166.
w
–w Was … werden] Hessen (unfol.) differenzierter: Der Oberrheinische Kreis hat nichts erlegt. Der Fränkische Kreis, dem der Lgf. [mit der Hft. Schmalkalden] auch angehört, hat 1000 pferdt reuter dienst geleistet. Was nun die craiß stende thetten, darvon würden ire f. Gn. sich nicht sondern etc. Was sonsten ir f. Gn. auff allergnedigst begeren der ksl. Mt. gethan, solches abzukürtzen werde irer Mt. nicht zuwieder sein. Dan wir hetten keinen bevelch, die zu remittiren etc., ließe sich darüber auch nicht votiren.
27
 = wie es.
28
 Bezugnahme auf Bewilligung und Abschied des Schwäbischen Kreises. Vgl. Anm. 26.
x
 Keine eindeutige Beschlussfassung] Jülich-Berg (fol. 123) deutlicher: Salzburg stellt fest, dass die vota verscheiden[!]: Das etliche die privatas anticipationes nachlassen, die kreißhilffenn vorbehalten, andere die kreißhilffen nachgeben unnd privata debita vorbehallten.
y
 Umfrage] Jülich-Berg (fol. 123) zusätzlich vor dem Folgenden: Votum Salzburg: Wie in 1. Umfrage.
z
 Was das merer] Jülich-Berg (fol. 123’) anders: Läßt die privata debita nach, die kreiß aber beim abschied.
aa
 Braunschweig-[Wolfenbüttel] Korrektur. In der Textvorlage verschrieben: Brandenburg.
29
 = im Hinblick auf die Höhe des Solds.
30
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 36 f. [Alß dann auch aufm … gesehen werde.].
31
 Bezugnahme auf das vom Fränkischen Kreis besoldete Reiterkontingent (1000 Reiter). Bestallungsbrief der fränkischen Kreisstände (Regensburg, 6. 6. {27. 5.} 1594): StA Wertheim, G-Rep. 33 Nr. 71, unfol. Kop.
32
 =eine entehrende körperliche Strafe bei Söldnern (Grimm, Wörterbuch XIV, 2509).
33
 = Betrügereien (Grimm, Wörterbuch XIII, 1479 f.).
34
 Gemeint: Keine Erhöhung des Matrikularbeitrags aufgrund der steigenden Besoldungen.
35
 Bezugnahme wohl auf die Soldhöhe in der Reiterbestallung der Reichskriegsordnung 1570, Art. II-XV passim (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 566 S. 1145–1149).