Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Anmerkungen
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So ein Eintrag in Augsburg, unfol. [Nr. 55]. Vgl. auch Bericht der Mecklenburger Gesandten Kling und Grassus an Hg. Ulrich vom 5. 6. (26. 5.) 1594: Nach dem Vortrag der Proposition dauert deren Abschrift seit 2 Tagen an und ist noch nicht abgeschlossen (LHA Schwerin, RTA I GstR 31b, fol. 318 f., 321 f., hier 318. Or.; präs. Doberan, 18. 6. {8. 6.}). Die Hessen-Kasseler Gesandten führten im Bericht an Lgf. Moritz vom 3. 6. (24. 5.) 1594 die Verzögerung darauf zurück, dass man zur Abschrift nur einen vereidigten Schreiber je Reichsstand zuließ (StA Marburg, 4e Nr. 1394, unfol. Or.; präs. Kassel, 11. 6. {1. 6.}).
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Eine weitere bei den ksl. Archivalien abgelegte Fassung der Proposition (ebd., fol. 295–319. Kop. mit wenigen Korrekturen) stammt gemäß ihrer Datierung nach s. v. aus der Überlieferung eines evangelischen Reichsstandes. Vgl. die Überschr.: Propositio, so die röm. ksl. Mt. den churfürsten, fürsten und ständten des Reichs den 23. Maii[2. 6.] anno 94 uff dem Reichs tag zu Regenspurg allergnedigst fürtragen lassen. 1594.Sie enthält unmittelbar im Anschluss an den Text der Proposition zunächst eine knappe Zusammenfassung der Verhandlungen zum 1. HA (Türkenhilfe) (fol. 319–320) und sodann Angaben zur Abreise von Ff. vom RT sowie zur Veranstaltung von Schießwettbewerben (fol. 320’–322).
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Verlängerung des 1592 auslaufenden Friedensvertrags um weitere 8 Jahre in Konstantinopel durch Reichshofrat Dr. Bartholomäus Petz um den Preis eines zusätzlichen „Praesents“ neben dem jährlichen Ehrengeschenk von 30 000 fl. am 29. 11. 1590 [!]. Nachweis und Kurzregest der Bewilligung durch Murad III.; Ratifizierung Ks. Rudolfs II. (Prag, 1. 2. 1591): Bittner, Verzeichnis, Nr. 149 S. 30. Vgl. Niederkorn, Friedenspolitik, 101 f.; Winkelbauer, Ständefreiheit I, 142: Hier jeweils mit Datum 29. 11. 1591. Dagegen 1590 bestätigt bei Evans, Bohemia, 90 f.; Volkmer, Siebenbürgen, 536 f.; Petritsch, Tribut, 52, Anm. 16. Der seit 1548 zu leistende Tribut wurde nach der Friedensverlängerung letztmals um die Jahreswende 1591/92 bezahlt (ebd., 52). Zur Mission Petz insgesamt vgl. Spuler,Diplomatie, 328; Müller, Prosopographie VII, 173–193.
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Einnahme von Ripač (1591), Bihać, Drežnik Grad und Hrastovica (1592). Vgl. Anm. 24, 26, 28 bei Nr. 261.
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Zu wiederholten Einfällen in die Turopolje vgl. Beilage A zur Proposition [Nr. 261], fol. 40 f., 42, 42’, 43, 48. Für das Jahr 1592: Baumgärtner, Krieg, 62–68 passim.
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Gesandtschaft des Reichshofrats Friedrich von Kreckwitz: Aufbruch in Wien am 29. 9. 1591, Übergabe der Ehrengeschenke (vgl. Auflistung der Geldgaben im Jahr 1592: Loebl, Geschichte I, Anhang Nr. 2 S. 119–121. Eine Liste der für 1593 erforderlichen, aber nicht mehr entrichteten Tribute nennt als Gesamtbetrag 144 040 Taler: HHStA Wien, Türkei I 81, Konv. 1, fol. 80 f.), Verhandlungen mit Großwesir Sinan Pascha im Frühjahr 1593 um rückständige Ehrengeschenke und die Bedingungen dafür, u. a. die vom Ks. geforderte Bestrafung des Hasan Pascha von Bosnien und die Rückgabe von Bihać; Verhängung des Hausarrests über Kreckwitz und sein Gefolge in Konstantinopel. Vgl. Loebl, Schlesier, 164–171; Loebl, Geschichte I, 91–105; Loebl, Geschichte II, 58–61; Graf, Renegades, 137–145; Müller, Prosopographie V, 73–75. Vgl. die Berichte Kreckwitz’ aus Konstantinopel (HHStA Wien, Türkei I 79, Konv. 1–3; I 80, Konv. 1, 2 passim; einige in Auszügen gedruckt bei Jorga, Documente XI, 752–772 passim) sowie die Beschreibung der Gesandtschaft durch zwei seiner Begleiter: Haussdorff, Gesandtschafft; Wratislaw von Mitrowitz, Gesandschaftsreise. Vgl. auch unten, Anm. 18.
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Belagerung der Festung Sissek [Sisak, HR] an der Kupa durch Hasan Pascha ab 15. 6. 1593 und vernichtende Niederlage der türkischen Übermacht in der sog. Schlacht bei Sissek am 22. 6. gegen das von Ruprecht von Eggenberg, Andreas von Auersperg, Oberst an der kroatischen Grenze, und Ban Thomas Erdődy angeführte habsburgisch-kroatische Entsatzheer. Neben anderen türkischen Befehlshabern und Beys kam in der Schlacht auch Hasan Pascha ums Leben. Vgl. die Beschreibung bei Radics, Schlacht; danach Dimitz, Geschichte III, 245–249; Baumgärtner, Krieg, 69–73. Ausführlich Loebl, Reitergefecht, bes. 775–787. Aufzeichnungen und Berichte an Ehg. Ernst: Lopašić, Acta I, 175–193. Daneben: Hammer-Purgstall, Geschichte IV, 218 f.; Tracy, Wars, 287–290. In der Bedeutung einordnend mit Nachweis neuerer kroatischer Lit.: Pálffy, Türkenabwehr, 107 mit Anm. 24; neuerer Sammelband: Goldstein/Kruhek,Sisačka bitka.
13
Nachdem eine Kriegsproklamation am 1. 5. 1593 durch Großwesir Sinan Pascha wieder zurückgenommen wurde (Niederkorn, Friedenspolitik, 102 f.), fiel die Entscheidung für den offenen Krieg als Reaktion auf die Niederlage bei Sisak am 22. 6. in einer Beratung am 4. 7. 1593. Sinan Pascha wurde zum Oberbefehlshaber ernannt und brach am 19. 7. ins Feld auf. Eine Kriegserklärung an den Ks. folgte Mitte August (in Lit. teils datiert auf 13. 8.) (Winkelbauer, Ständefreiheit I, 143; Niederkorn, Mächte, 10; Tóth, Plans, 81 f.; Zachar, Krieg, 233 f.). Zum Kriegsverlauf 1593/94 vgl. zahlreiche Korrespondenzen insbesondere von und mit Ehg. Matthias als Oberbefehlshaber sowie Gutachten, Bestallungen und Musterregister: KA Wien, AFA 32, AFA 33, AFA 34 passim; HHStA Wien, Ungarische Akten 125, Konv. A; ebd., 126, Konv. A-C (September 1593 bis September 1594). Zusammenfassung der ksl. Korrespondenz zur Kriegsorganisation seit September 1593: KA Wien, HKR Prag, Bücher Nr. 135; Akten und Protokolle des HKR in Wien zu Organisation und Finanzierung: KA Wien, HKR Wien, Bücher 190–193 passim. Protokolle und Akten (Jahr 1594) der ksl. Hofkammern in Prag (viele Reichsbelange) und Wien (v. a. niederösterreichische Belange): HKA Wien, Hoffinanz Ö, Bücher 473–483 passim (Nr. 477 und 482 ausschließlich zum Krieg); Hoffinanz Ö, Akten 172–174 passim (Schwerpunkt Schlesien); wenige Akten zum Krieg auch ebd., Hoffinanz U, Akten 142.
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Vertreibung ksl. Truppen aus Petrinja und Rückeroberung von Sisak im August 1593 durch Mehmed, den Beylerbey von Graecia (Rumeli). Vgl. Fessler, Geschichte IV, 19; Amstadt, Militärgrenze, 67 f.; Baumgärtner, Krieg, 76; Antonitsch, Wehrmaßnahmen, 54–61. Vgl. auch Beilage A [Nr. 261], fol. 43.
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Noch vor der türkischen Kriegserklärung ordnete der Ks. Christoph Popel von Lobkowitz mit dem doppelten Tribut an den Sultan ab. Nachdem infolge der türkischen Niederlage bei Sisak keine Friedensaussicht mehr bestand, reiste Popel aus Komorn [Komárom] nach Prag zurück, ohne den Tribut zu entrichten (Hammer-Purgstall, Geschichte IV, 219; Petritsch, Tribut, 53; Spuler, Diplomatie, 329).
18
Nach der türkischen Kriegserklärung (vgl. Anm. 13) konnte Sinan Pascha die Inhaftierung von Kreckwitz erwirken. Er wurde nach Belgrad (Griechisch Weißenburg) verbracht, wo er am 28. 11. 1593 verstarb. Sein Gefolge wurde ebenfalls inhaftiert und kam erst 1596 frei (Loebl, Schlesier, 171–173; Borys, Reisen, 68 f.).
19
Vgl. zu den Leistungen der Erblande mit Beispielen: Pálffy, Preis, 34–39; Rauscher, Kaiser, 71–74. Die Erblande und die Länder der böhmischen Krone zusammen bewilligten von 1592 bis 1606 ca. 40 Mio. fl. Kriegssteuern (Kenyeres, Kosten, 34 f.). Einzelleistungen: Kärnten (1593–1606) 1 286 000 fl., Steiermark (1594–1606) 2 828 930 fl., Krain (1594–1606) 1 014 266 fl., Böhmen (1596–1606) ca. 13 Mio. fl. (so Niederkorn, Mächte, 59 f.). Beispiele: Österreich unter der Enns bis 1593 ca. 138 000 fl. jährlich (Rauscher, Kaiser, 71 f.; Leistungen 1586–1593: Pertl, Grenzabwehr, 60–69; Truppenbeitrag 1593/94: Ebd., 72–81; Einzelheiten für die Landtage seit 1592: Stangler, Landtage, 22–30, 171–187). Österreich ob der Enns 1592: 50 000 fl. (Loebl, Geschichte II, 34 f., 102). Zu den Bewilligungen der innerösterreichischen Landtage im Frühjahr und Herbst 1593 vgl. Antonitsch, Wehrmaßnahmen, 26–33, 72–78; für Kärnten auch Antonitsch, Landstände, 89–91. Zahlungen der schlesischen Kammer 1592–1601: Kenyeres, Kriegsausgaben, 64, Anm. 53. Bewilligung des mährischen Landtags im März 1593: Bahlcke, Regionalismus, 190 f. Jährliche Kriegsbeiträge der Oberlausitz (14 000 fl.) und der Niederlausitz (8166 fl.): Rauscher, Oberlausitz, 419–423. Kgr. Böhmen: 1593 bis 1606 jährlich durchschnittlich 472 000 Taler (Rauscher, Reiche Fürsten, 253). Einnahmen des Ks. aus dem Kgr. Ungarn ca. 800 000 fl. jährlich (Kenyeres, Kosten 24–26; Bewilligung des ungarischen RT 1593 für die Landesverteidigung: Fessler, Geschichte IV, 16 f.; Bewilligung im Juni 1594 vgl. Anm. 5 bei Nr. 286). Entwicklung der Einnahmen in Ungarn und Bedeutung für den Ks.: Pálffy, Kingdom, 129–134.
23
Christoph von Teuffenbach, Grenzoberst in Oberungarn, und Gf. Nikolaus II. Pálffy, General zu Neuhäusel [Nové Zámky, SK], eroberten im November 1593 Fülek [Fiľákovo, SK], Divin [Divín, SK; ungar. Divény], Kékkő [Modrý Kamén, SK; deutsch Blauenstein], Hajnácskő [Hajnáčka, SK], Szecsen [Szécsény, HUN], Holokö [Hollókő, HUN], Bujak [Buják, HUN], Drégely [Drégelypalánk, HUN] und Palánka [Drégelypalánk, HUN] (Hammer-Purgstall, Geschichte IV, 222; Baumgärtner, Krieg, 77; Pálffy, Regionalmacht, 19).
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Am 10. 3. 1594 unter dem Oberkommando von Ehg. Matthias Einnahme von Nógrád, der letzten von den Türken innegehabten Festung im nordwestlichen Ungarn. Im Süden brachte Gf. Georg IV. Zrínyi mehrere Festungen zwischen Nagykanizsa und Szigetvár ohne Kampf an sich (vgl. oben: Berzence [HUN], Amaskii[nicht zu verifizieren; verschrieben für Csurgó, HUN?], Segesd [HUN], Szőcsény [HUN]) (Huber, Geschichte IV, 379; Jorga, Geschichte III, 300).
25
Aufgabe der Festung Jasprin [Jászberény, HUN] durch die Türken. Christoph von Teuffenbach zog Ende April 1594 mit einem Heer von ca. 20 000 Mann von Raab gegen Hatván. Er musste die Belagerung zwar abbrechen, siegte aber im Zusammenwirken mit Simon Forgách am 1. 5. 1594 bei Tura [HUN] über die Türken, die dabei 3000 Mann verloren (Baumgärtner, Krieg, 77 f.; Hammer-Purgstall, Geschichte IV, 222).
26
Vgl. die Propositionen bei den RTT: 1556/57 mit 2. HA (Leeb, RTA RV 1556/57, Nr. 1 S. 178–182); 1559 mit 2. HA (Leeb, RTA RV 1558/59, Nr. 85 S. 540–545); 1566 mit 3. HA (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 3 S. 178–193); 1567 mit 1. HA (Wagner/Strohmeyer/Leeb, RTA RV 1567, Nr. 1 S. 77–88); 1570 mit 2. HA (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 1 S. 166–170); 1582 mit 1. HA (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 1 S. 228–236). Zur Forderung in der Proposition 1576 vgl. das Referat bei Häberlin X, 18 f.; auswertend: Edel, Kaiser, 385, 387; Lanzinner, Friedenssicherung, 478.
33
Vgl. zu den Reichssteuerbewilligungen für die Türkenabwehr seit 1548 und den Steuererträgen bis 1587: Lanzinner,Friedenssicherung, 464–473; Rauscher, Ständen, 316–322, 325–334; Rauscher, Kaiser, 58–79. Zusammenfassend Winkelbauer, Ständefreiheit I, 512 f.: Türkensteuerzahlungen der Reichsstände 1556–1607 ca. 23 Mio. fl. Zusammen mit den als Türkenhilfen deklarierten Leistungen der Reichskreise (1593–1606) gingen 1556–1607 insgesamt knapp 31 Mio. fl. als freiwillige Hilfen aus dem Reich an den Ks.
34
Ältere Berechnungen (Loebl, Geschichte I, 19–29) veranschlagen den jährlichen Finanzbedarf an allen Grenzabschnitten zum Ende des Jahres 1594 auf ca. 2 Mio. fl. (ohne Munitions- und Verwaltungskosten). Neuere Berechnungen kommen auf eine ähnliche Summe, die vor dem Ausbruch des offenen Kriegs 1593 allein für Soldzahlungen 1 726 622 fl. betragen habe. Dazu kamen Ausgaben für Festungsbauten, Kriegsmaterial, Lebensmittel und Administration von ca. 400 000 bis 500 000 fl. jährlich (Pálffy, Preis, 24–30). Da dafür die Einnahmen aus den Erblanden, Böhmen und Ungarn (ca. 2 Mio. fl. jährlich; vgl. auch Anm. 19) bei Weitem nicht ausreichten, erhöhten sich die Soldrückstände und es kam zur „katastrophalen Lage“ der ksl. Finanzen mit sehr hoher Verschuldung des ksl. Fiskus auf bis zu 30 Mio. fl. (ebd., 30–39, 42–44; Zitat 39; vgl. Rauscher, Reiche Fürsten, 252 f.; Rauscher, Ständen, 308–310). Der Ks. war demnach auf Reichstürkenhilfen, Subsidien aus dem Ausland und Kreditaufnahmen angewiesen. Vgl. die ähnlichen Angaben bei Kenyeres, Kriegsausgaben, 41 f., 69 f., 72–75. Während des Kriegs schwankten die jährlichen Kosten zwischen 2,5 und 5 Mio. fl. (ebd., 72 f.; Kenyeres, Kosten, 37).
36
Die Kurpfälzer Gesandten schickten Kf. Friedrich mit dem Bericht vom 4. 6. (25. 5.) 1594 eine Abschrift der Proposition. Ohne auf Details einzugehen, kommentierten sie grundsätzlich im Zusammenhang mit der Hilfsbitte des Ks., die Proposition sei zu dem intent gericht,wie die Reichsstände uß irenn freyheitenn unnd herbringen gebracht,auch wie der 1521 gutwillig zugestandene Romzug evertirt unnd uff den gemeinen pfenning oder dergleichenn uffsatz […] gericht unnd also inn gang gebrachtt werde, daß man hernacher, wann unnd uf was weiß man wolle, die stende zu schetzenn habe. Welches einer größern servitut nit unehnlich.Da die folgenden HAA gemäß Andeutung in der Proposition an einen RDT verwiesen werden können (vgl. oben, fol. 42 f.), ist zu erwarten, dass es nach der Erledigung der Türkenhilfe mit dem justici wesenn, daran soviel gelegen unnd bey welchem puncten die stend augspurgischer confession nicht wenig gravamina habenn, wol stecken bleibenn werde, unnd darab albereit zu spuren, wie man in andern gravaminibus den stennden zuhelffen gemeint seie. Also daß es vast das ansehen hat, alß ob diese ding zuvorn mit den spanischen unnd päbstlichen legaten wie auch vielleichtt etlichenn geistlichen im vatterland zusamm getragen unnd bedacht weren. Darumben zwar billich die hohe chur- und furstliche heuser, daß es umb sie, ir freiheit, stand unnd vermögen zuthun, druf zu sehen unnd sich einmal zu besserer conjunction unnd zusammsetzung schickenn sollten (HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.; präs. Heidelberg, 7. 6. {28. 5.}).
38
Bemühungen des Ks. bei Papst Clemens VIII. als „Hauptprotagonist der antiosmanischen Allianz- und Hilfsbemühungen“ (Niederkorn, Mächte, 70): Gesandtschaft des Johann von Kobenzl im Herbst 1592 und des Leonhard von Harrach 1593/1594 mit erfolgreichen Bitten um Geldleistungen (ebd., 71–73; Roberg, Türkenkrieg I, 228 f., 254 f.; Türkenkrieg II, 192–196; Schilling, Konfessionalisierung und Staatsinteressen, 492 f.). Zu den eigenständigen Initiativen des Papstes um die Bildung einer Türkenliga vgl. Einleitung, Kap. 3.1.3. Gegenüber Spanien überließ der Ks. die Initiative zunächst dem Papst und schickte sodann den Gesandten Hans von Khevenhüller im Sommer 1593 zurück nach Madrid, auch um eine rasche Finanzhilfe zu erbitten, die aber erst im Juni 1594 zugesagt wurde und deren Erlegung (300 000 Dukaten) sich bis August 1595 verzögerte (Niederkorn, Mächte, 193–201. Berichte Khevenhüllers: Lehner, Khevenhüller, Nr. 47–85 S. 258–384 passim; Stieglecker, Korrespondenz, Nr. 18–39 S. 116–172 passim. Ältere Transkription: HHStA Wien, Spanien, Dipl. Korrespondenz 12/1, fol. 132–262 passim. Vollmachten für Khevenhüller vom 8. 4. 1593 und 1. 4. 1594: Ebd., Hofkorrespondenz 2/14, fol. 37, 43–44’. Kopp. Dessen Aufzeichnungen: Khevenhüller-Metsch, Tagebuch, 218–224). Der Versuch des Ks., mit der Gesandtschaft des Dr. Matthäus Wacker Anfang 1594 eine Kooperation mit Kg. Sigismund III. Wasa von Polen [und Schweden] im Türkenkampf anzubahnen, blieb aufgrund der problematischen innenpolitischen Situation in Polen und der Abwesenheit des Kgs. bis Mitte 1594 in Schweden sowie wegen der Kontakte des Ks. mit den Kosaken (vgl. Anm. 12 bei Nr. 66) ohne greifbares Ergebnis. Fortführung der Verhandlungen nach der Rückkehr des Kgs. ab Dezember 1594 mit dem Bemühen, die Kff. einzubinden (Niederkorn, Mächte, 474–490; Akten zur kfl. Einbeziehung: HHStA Wien, MEA Korrespondenz 3, fol. 361–674’). Die Gesandtschaft des Ehrenfried von Minckwitz nach Dänemark mit der Bitte um eine Türkenhilfe erfolgte erst im September 1594. Kg. Christian IV. bewilligte 25 000 Taler (Niederkorn, Mächte, 465). Die ksl. Hilfsbitten bei italienische Ff. und Kommunen wurden bereits im Herbst 1592 vorgebracht: Gf. Raimund von Thurn sprach bei Hg. Alfonso II. d’Este von Ferrara, Hg. Vincenzo I. Gonzaga von Mantua und Hg. Francesco Maria II. della Rovere von Urbino vor, Gf. Antonio von Arco bei Hg. Karl Emanuel I. von Savoyen und der Republik Genua, Johann von Kobenzl bei Großhg. Ferdinando I. von Toskana, der Stadtkommune Lucca und Hg. Ranuccio I. Farnese von Parma. Die bewilligten Subsidien waren oftmals verbunden mit der Durchsetzung eigener politischer Anliegen (Niederkorn, Mächte, 386–448 passim; Bartl, Türkenkrieg, 71 f.). In Moskau erbat der ksl. Gesandte Nikolaus Warkotsch 1593 eine Geldhilfe und versuchte, die Verhinderung des Zugs der Krimtataren nach Ungarn zur Verstärkung des osmanischen Heeres sowie Grenzattacken Moskaus gegen die Türken zu veranlassen. Aufgrund der vertröstenden Antwort wurde Warkotsch 1594 erneut nach Moskau geschickt, um die in Aussicht gestellte Hilfe zu realisieren. Er überbrachte diese 1595 in Form von Pelzen (Wert ca. 800 000 Taler) nach Prag (Niederkorn, Mächte, 453–457; Uebersberger, Österreich, 553–562). Vgl. auch Anm. 8, 12 bei Nr. 66. Zu den Gesamtleistungen Spaniens (3,75 Mio. fl.), der Kurie (2,85 Mio. fl.) und italienischer Staaten (500 000 fl.) für den Krieg bis 1606 vgl. zusammenfassend Kenyeres, Kosten, 35 f.; Winkelbauer, Ständefreiheit I, 482.
41
Die Laufzeit der beim RT 1582 bewilligten, auf 5 Jahre veranschlagten 40 Römermonate beharrlicher Türkenhilfe endete 1587 (RAb 1582, § 6: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457, hier S. 1412 f.).
42
Zur Unabdingbarkeit der Kreditaufnahme aufgrund der Finanzlage des ksl. Hofes vgl. Anm. 34. Die Gelder, die Reichspfennigmeister Geizkofler zwischen 1592 und 1603 einnahm, stammten nur zu 59% aus Reichssteuern, der Rest waren Antizipationen und Kredite (Kenyeres, Kosten, 33). Insgesamt wurden für den Ks. während des Langen Türkenkriegs Kredite in Höhe von 22 Mio. fl. aufgenommen (ebd., 29–39, hier 37). Zur Kreditaufnahme durch Geizkofler mit Angaben zur Höhe und zu den Kreditgebern vgl. ausführlich Sigelen, Reichspfennigmeister, 151–164 sowie 602, Tab. 4. Analyseansätze zu den Kreditgebern (Zeitraum 1521–1612): Winder, Kreditgeber; zusammenfassend: Winkelbauer, Ständefreiheit I, 521 f.
j
muessen] In B* danach unterstrichen [= gestrichen]: nach außweissung hiebey verwarter designation, mit B vermerckht, und solche betzallung auf die Reichs pfenningmaister und kriegszahlämpter gewisen.[Vgl. dazu den Dorsv. zu diesem Auszug aus der Proposition (fol. 338’) als Gutachten der ksl. Hofkammer: Widerumb auf die ksl. Reichs hof cantzlei zugeben. Und soviel den ersten articl belangt, da vermaint die hofcamer, es möchte das understrichene (die beilegung ainer designation betreffend) aus etlichen sondern bedencken ausgelaßen und dagegen gesetzt werden, das sich solche anticipationes in ainer summa in die zehenmal hundert 1000 fl. belaufen. Im andern(Revision der Bestallungen) wirdet dem underscheidt zwischen irer Mt. und andern bestallungen verner nachgesehen werden. Ex consilio camerae aulicae 2. Maii 94.(Nicht lesbare Unterzeichnung).]
44
Vgl. dazu den Kommentar im Bericht der Kurpfälzer Gesandten vom 4. 6. (wie Anm. 36): Da die Forderung, die Gelddarlehen nicht mit der neuen Steuer zu verrechnen, gar ein neues unnd seltzam zumuthen ist unnd dahin gelangen möchte, wann fürter ein römischer kayser schulden macht, inn was weg das were, daß es die Reichs stende gleichsam landsaßenn zu bezahlen uff sich nemen müsten,ist dies abzulehnen.
45
Reichskriegsordnung 1570, Art. I-CXI (Reiterbestallung), Art. CXXXXII-CCXV (Bestallung der Fußknechte): Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 566, hier S. 1145–1173, 1182–1197.
46
Bezugnahme auf die Bestallungen für das ksl. Heer, das Hg. Franz II. von Sachsen-Lauenburg sowie Hg. August I. von Braunschweig-Lüneburg und Wigand Maltzan im Auftrag Rudolfs II. für den Türkenfeldzug 1594 anwarben: Differenzen bei den Verhandlungen im Oktober 1593, da die ksl. Räte die Bestallungen Ks. Maximilians II. vom Türkenkrieg 1566 zugrunde legen wollten, die aber durch die letzten Werbungen für Spanien und Frankreich überholt waren, sowie um Höhe oder Dauer von Wart-, Anritt- und Tafelgeldern, der Zahlung des Oberstengulden etc. Obwohl man sich in der Bestallung vom 8. 11. 1593 auf einen Kompromiss einigen konnte, forderten die Obersten bei Beginn der Musterungen Anfang April 1594 neuerlich bessere Besoldung, höheres Anrittgeld und den Oberstengulden, insbesondere nachdem bekannt geworden war, dass die Reiter des Obersächsischen Kreiskontingents eine bessere Bestallung abgeschlossen hatten. Da die ksl. Räte Zugeständnisse ablehnten, blieb es bei der Bestallung vom 8. 11. 1593, lediglich Hg. August erhielt bessere Konditionen (Tessin, Niedersachsen, 67–69, 72 f.). Bestallungsurkunde für Franz II. von Sachsen-Lauenburg über 4000 gerüstete deutsche Reiter (Prag, 8. 11. 1593, korr. zu 17. 3. 1594): KA Wien, AFA 32, unfol. Kop.
q
–q vil … aigennutzigkait] In B*: mehr aus christlichem guettem eyfer und wahrer bruederlicher lieb auf die ehr und glori des allerhöchsten und die bruederliche rettung und handthabung der betrangten armen mittchristen dem erbfeindt ersprießlich widerstandt gethon, dann etwa auf den aigen vorthl und genieß […]. B, C wie Textvorlage.
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Vorgaben gegen unzulässige Söldnerzüge und für Werbungen (auswärtiger Potentaten) gemäß EO im RAb 1555, §§ 34–44, 49–53 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3114–3118, 3120–3122). RAb 1559, §§ 39–41 (Leeb, RTA RV 1558/59, Nr. 806 S. 2017 f.; Verhandlungen: Heil, Reichspolitik, 187 f.). DAb 1564 §§ 23–32, bes. 26, 30 (Knorring, RTA RV 1564, Nr. 139 S. 524–527; vgl. Lanzinner, Friedenssicherung, 39–43, 346; Luttenberger, Kurfürsten, 325–336; Heil, Reichspolitik, 274–279). RAb 1566, §§ 30 f. (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1523; vgl. Luttenberger, Kurfürsten, 337–340). RAb 1570, §§ 4–15 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1207–1212; vgl. Lanzinner, Friedenssicherung, 333–337, 342–350; Heil, Reichspolitik, 461–468). RAb 1576, §§ 34–48 (Neue Sammlung III, 358–361; vgl. Lanzinner, Friedenssicherung, 446–448; Moritz, Wahl, 339–343, 423 f.; Eppenstein, Beiträge, 310–314). RAb 1582, §§ 29–41 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1418–1422). Im DAb 1586, §§ 63 f., wurde wegen der gegen Reichsgesetze verstoßenden Werbungen für den Krieg in Frankreich der Vollzug der Vorgaben des RAb 1582 eingefordert (Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 889 f.; vgl. Knorring, Reichsdeputationstag, 110–112).
50
Im Zentrum der Konzeption Ks. Rudolfs II. als „Politik der praktischen Nichteinmischung des Reiches in den niederländischen Krieg“ (Arndt, Reich, 49) stand die Friedensvermittlung: Unmittelbar nach dem Regierungsantritt beauftragte er Kommissare, die an den Verhandlungen zwischen den Generalstaaten und Generalstatthalter Don Juan d’Austria beteiligt waren, welche am 12. 2. 1577 zum Abschluss des „Ewigen Edikts“ führten (ebd., 49; ausführlich: Fröschl, Frieden, 149–162). In weiteren Verhandlungen seit Frühjahr 1578 mit Kg. Philipp II. von Spanien und den Generalstaaten erreichte der Ks. deren Zustimmung zur Einberufung eines Friedenskongresses (Arndt, Friedensvermittlungen, 169 f.; Hansen, Pacificationstag, 234–250, 268–271; Wybrands-Marcussen, Pazifikationskongreß, 42–47, 50–56), der 1579 in Köln stattfand, aber ohne greifbares Ergebnis endete (vgl. Anm. 24 bei Nr. 34). Vgl. auch folgende Anm.
51
Bezugnahme auf die ksl. Friedensinitiative 1591: Im Gefolge des RDT 1590, bei dem sich der Ks. und die katholische Mehrheit für die Wiederaufnahme der Vermittlung ausgesprochen hatten (vgl. Anm. 28 bei Nr. 30), wurde Ende 1591 eine ksl. Gesandtschaft an beide Kriegsparteien abgeordnet (Mitglieder u. a. Gf. Salentin von Isenburg, Gf. Simon VI. zur Lippe, Otto Heinrich von Bylandt-Rheydt), um die Restitution der besetzten Gebiete im Reich sowie den Abbau der Handelshemmnisse einzufordern und eine Friedensvermittlung anzubahnen. Generalstatthalter Farnese signalisierte in Brüssel Verhandlungsbereitschaft und sagte die Räumung besetzter Festungen zu, ohne dies aber nachfolgend einzuhalten (Verhandlungen vom 25. 11.–21. 12. 1591: HHStA Wien, RK Friedensakten 1–3, Fasz. 1591, unfol.). Da für die Weiterreise nach Den Haag die Geleitbriefe der Generalstaaten lange Zeit nicht eintrafen, entschlossen sich die Gesandten am 18. 1. 1592 zum Abbruch ihrer Mission. Lediglich von Bylandt-Rheydt erhielt Geleit und kam Ende Januar 1592 nach Den Haag, wo die Generalstaaten das Vermittlungsangebot und die Rückkehr unter die Herrschaft Philipps II. in der Antwort vom 7. 4. 1592 entschieden ablehnten (Antwort: Ebd., Fasz. 1592, unfol. Kop. Lünig, Staats-Consilia I, 444 f. Vgl. Japikse, Resolutiën VII, {1592} Nr. 101 S. 599 f.). Vgl. Arndt, Friedensvermittlung, 179–181; Ehrenpreis, Kunst, 195–197; Becker, Bylandt, 52–72; Falkmann, Graf, 41–62. Aufzeichnungen Gf. Simons zur Lippe: Schmitz-Kallenberg,Tagebuch, 46–68; ebd., Beilagen Nr. 6–8 S. 75–82, Berichte zur Mission Bylandt-Rheydt. Eine bei Benecke, Relations, 170 f., angesprochene Mission Gf. Simons 1592 nach Den Haag wird in der Darstellung bei Falkmann, Graf, nicht erwähnt.
53
Verhandlungen des spanischen Orators San Clemente mit dem Ks. um dessen Zustimmung zu der von Kg. Philipp II. gewünschten Generalstatthalterschaft Ehg. Ernsts im Juni 1593 und Konsens des Ks. (Hortal, Casa, 194; Doutrepont, L’archiduc, 625). Zur Generalstatthalterschaft des Ehg. vgl. ebd., 627–642, sowie den Briefwechsel Philipps II. mit Ehg. Ernst, hier von Ende November 1593 bis zum Abschluss des RT: Lefèvre, Correspondance IV, Nr. 592–741 S. 214–257 passim. Zahlreiche Glückwunschschreiben von Kff. und Ff. an den Ks. zum Antritt der Generalstatthalterschaft des Ehg. als Beilage zum Schreiben des Ks. an diesen vom 3. 4. 1594 (Prag): HHStA Wien, Belgische Korrespondenz 6 Fasz. 1, fol. 119–145’.
54
Zur Friedensinitative Ehg. Ernsts bald nach Antritt der Statthalterschaft vgl. Anm. 45 bei Nr. 34. Der Ehg. informierte den Ks. am 6. 4. 1594 (Brüssel) über die Absicht, auch ohne entsprechenden Befehl aus Madrid den Generalstaaten seine Friedensbereitschaft zu signalisieren, und bat, der Ks. möge im Zusammenhang mit dem RT die Vereinigten Provinzen durch eine Gesandtschaft zum Frieden ermahnen (Stieve, Politik I, Beilage Nr. 6 S. 450–452, hier 451 f.). Auch die führenden Reichsstände forderte der Ehg. auf, beim RT die Friedensvermittlung, die der Ks. proponieren werde, zu unterstützen (Brüssel, 19. 4. 1594. Nachweise in Auswahl: HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 20–21’. Or. an Kf. Wolfgang von Mainz; präs. Regensburg, 27. 5. StA Würzburg, WRTA 85, unfol. Or. an Bf. Julius von Würzburg; präs. Regensburg, 21. 5. HStA München, K. blau 274/10, fol. 5–6’. Or. an Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg; präs. Regensburg, 26. 5. {16. 5.}).
55
RKGO 1555 (Laufs, RKGO); RAb 1557, §§ 73–79 (Leeb, RTA RV 1556/57, Nr. 577 S. 1401–1403); DAb 1557 (Reichsjustiztag: Neue Sammlung III, 153–163; Ludolff, CJC, 224–233); RAb 1559, §§ 51–72 (Leeb, RTA RV 1558/59, Nr. 806 S. 2021–2027); RDT 1560 (Ebd., Nr. 656 S. 1700–1706); RAb 1566, §§ 72–123 (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1535–1547); RAb 1570, §§ 42–104 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1222–1238); RAb 1576, §§ 52–64 (Neue Sammlung III, 361–363; Ludolff, CJC, 340–342); RAb 1582, §§ 47–49 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1424 f.). Vgl. den Überblick bei Lanzinner, Reichsversammlungen.
57
Vgl. Anm. 7 bei Nr. 40 sowie Nr. 305 mit Anm. 5.
58
Vgl. die aktuelle Vorlage der oberdeutschen Münzassoziation [Nr. 308] sowie die Klage Kursachsens im KR (Kursachsen, fol. 408 f. [Nr. 39]), wonach neben dieser v. a. die Stände im Ober- und Niedersächsischen Kreis von den Missständen im Reichsmünzwesen benachteiligt würden. Zur Münzpolitik des Obersächsischen Kreises nach 1588 vgl. knapp Nicklas, Macht, 135 f., 139. Wendung des Obersächsischen Kreises an den Ks. gemäß Probationsabschied vom 14. 10. 1592: Hirsch, Münz-Archiv III, 13–17. Entsprechender Beschluss des Niedersächsischen Kreises im Probationsabschied vom 14. 8. 1592: Bahrfeldt, Münzarchiv III, Nr. 331 S. 309 f. (in den folgenden Probationsabschieden bis 11. 5. 1594 nicht mehr angesprochen. Vgl. ebd., Nr. 337 S. 317–319; Nr. 355 S. 334–337). Vergebliche Bemühungen des Obersächsischen um eine engere Kooperation (Münzassoziation) mit dem Niedersächsischen Kreis 1592/93: Ebd., S. 283 sowie Nr. 332–336a S. 310–317.
59
Vgl. RMO 1559 (Leeb, RTA RV 1558/59, Nr. 804 S. 1953–1988). Ergänzungen im RAb 1566, §§ 147–176, v. a. Anerkennung des Talers als Reichsmünze (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1554–1561; vgl. Lanzinner/Heil, Reichstag, 624 f.). RAb 1570, §§ 120–151: Bestätigung der RMO mit Zusätzen 1566, Einberufung des Münztags 1571, um die Unterbindung unterwertiger Prägungen und die Einfuhr minderwertiger Münzen aus dem Ausland zu realisieren (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1242–1250). DAb 1571, §§ 7–37 (Neue Sammlung III, 342–346; Münzverhandlungen von RT und RDT: Lanzinner, Friedenssicherung, 379–389; vgl. Christmann, Bemühen, 79–90; Rittmann, Geldgeschichte, 200–208; zusammenfassend: Gerhard, Niedersachsen, 78 f.). RAb 1576, §§ 65–82, mit Vorgaben für den Vollzug der RMO u. a. im Burgundischen Kreis sowie in Tirol und Vorderösterreich, Einschränkung der Prägung unterwertiger Münzen, Bestätigung von Aus- und Einfuhrverboten, Verbot des Aufwechselns (Neue Sammlung III, 363–367; vgl. Heil, Reichspolitik, 563 f.). RAb 1582, §§ 66–71: Vollzug der Vorgaben, Beachtung der RMO am Rhein und in den ksl. Erblanden, Prägeverbot für Halbbatzen (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1431–1433). Insgesamt zu den Verabschiedungen und deren Vollzug seit der RMO 1559: Reichmann, Gestaltung, 127–158.
61
Vgl. zuletzt die Verabschiedungen 1576, wiederholt im RAb 1582, zum Verfahren bei Moderation und Matrikelrektifizierung (Anm. 23 bei Nr. 88, Anm. 91 bei Nr. 511). Zur Proposition 1586 vgl. unten, Anm. 63. Zu den Verhandlungen um Matrikel und Moderation seit 1545: Lanzinner, Friedenssicherung, 393–408.
62
Im RAb 1548 wurde für Exemtionsprozesse die Beweislast dem Reichsfiskal auferlegt, der nachzuweisen hatte, dass es sich beim vermeintlich mediaten Stand um ein Reichslehen handelte, das in der Vergangenheit bereits Reichssteuern erlegt hatte. Die Prozesse waren deshalb in der Praxis kaum zugunsten des Reichs zu gewinnen (RAb 1548, §§ 53, 56–59, 63: Machoczek, RTA JR XVIII, Nr. 372b S. 2669–2671). Vgl. Lanzinner, Friedenssicherung, 395 f. Zum Exemtionsprozess: Rautenberg, Fiskal, 96–105.
63
Bereits die Proposition des RDT 1586 konstatierte, dass seit 1582 „fast nichts erledigt werden konnte“, und regte deshalb die Ansetzung eines neuerlichen Moderationstags an, damit man bis dahin die Vorarbeiten [in den Reichskreisen] gemäß RAb 1582 vorsetzen unnd verrichten möge(fröschl, RTA RV 1586, Nr. 6 S. 173). Die Antwort der Stände stellte fest, es sei nicht möglich, one fürgehende inquisition und anndere anhanngende nottwendigkaitten unnd verordnungen disem werckh seine gebürende abhelffung zu geben,weil man nicht wisse, ob die Vorgaben des RAb 1582 in den Reichskreisen vollzogen worden seien (ebd., Nr. 15b S. 720). Auch der DAb 1586, § 54, berief sich auf die mangelnde Inquisition (ebd., Nr. 38 S. 886). Zu Vorgaben und Verfahren gemäß RAb 1582 vgl. Anm. 23 bei Nr. 88.
64
Gemeint ist wohl die ksl. Proposition beim RT 1582 mit Bezugnahme auf Akten und Verhandlungen des Moderationstags 1577 und der RDTT 1577 und 1578. Vgl. Leeb, RTA RV 1582, Nr. 1 S. 251 f. mit Anm. 62, 63.
65
RAb 1576, §§ 112 f. (Neue Sammlung III, 371); RAb 1582, § 72 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1433 f.).