Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Kein Recht des Rates in Reichsstädten, über die Konfession der Bürger zu bestimmen. Dagegen Vorgehen des Kölner Rates gegen Bürger wegen ihres Bekenntnisses zur CA: Sanktionierung mit Geldstrafen, Pfändungen, Inhaftierungen, Versperrung der Häuser, Verweisungen aus der Stadt. Bitte um Veranlassung beim Ks. und den Reichsständen, die freie Ausübung der CA in Köln zuzulassen und zunächst die Maßnahmen gegen protestantische Bürger zu untersagen. Beilage: Verweigerung des Begräbnisses auf Friedhöfen, der Kindertaufe und der Eheeinsegnung sowie des Schulunterrichts gemäß der CA. Änderung des Ratseides. Installierung eines Fiskalgerichts zur Exekution der Ratsedikte gegen protestantische Bürger. Maßnahmen des Fiskalanwalts unter Verstoß gegen den Religionsfrieden. Vorgehen gegen einzelne protestantische Bürger anhand konkreter Beispiele.

Von Kurpfalz an SR übergeben und im dortigen Ausschuss zu den allgemeinen Gravamina verlesen am 6. 6. 1594.1 Von den katholischen Ständen als Beilage A zu den protestantischen Gravamina [Nr. 390] kopiert am 6. 7. Von den Reichsstädten kopiert am 25. 7.2

HHStA Wien, MEA Religionssachen 7 Fasz. 2, fol. 49–52’ (Kop. Dorsv.:A.) = Textvorlage. HStA München, KÄA 3231, fol. 122–125’ (Kop. Dorsv.:Der betranngten burgerschafft in der statt Cöln, zue der augspurgischen confession sich bekhennendt, übergebne beschweerschrüfft.) = B. HASt Köln, K+R A 198, fol. 32–35’ (Kop.) = C. StA Würzburg, WRTA 86, unfol. (Kop. Aufschr.:Lectum 6. Julii anno 94.3A.). HStA München, K. blau 116/1d, fol. 101–104’ (Kop. Dorsv.:Copia supplicationis der betrangtenn evangelischen burgern inn Cöln etc. A. Praesentatum 2. Junii [12. 6.4]anno 94.). HAB Wolfenbüttel, Cod. Guelf. 38.11 Aug. Fol., fol. 355–360 (Kop. Aufschr.:Lectum 15./25. Julii Regenspurg anno 1594 stylo veteri [!]).

Knapp referiert bei Moser, Staatsrecht XLI, 172 f.; Ennen, Geschichte V, 457 f.; Ennen, Gemeinde, 523.

Zugleich Beilage A zu den Gravamina der protestantischen Stände [Nr. 390].

/49/ An die angesprochenen Kff., Ff. und Stände: /49 f./ Zur Sicherung von Ruhe und Einigkeit zwischen Reichsständen und Untertanen gibt der Religionsfrieden vor, dass niemand wegen des Bekenntnisses zur CA an Hab und Gut geschädigt oder in seinem Gewissen angetastet werden darf5. Sie haben ihnen, den Kff., Ff. und Ständen, ihre diesbezüglichen Beschwerden, die ihnen wegen ihres Bekenntnisses zur CA zuvor widerfahren sind, wiederholt vorbringen lassen. Aufgrund der daraufhin erfolgten Interzessionen6haben sie erwartet, sie würden /49’/ mit solchen beschwerlichaiten verschonet und überhaben sein oder zum geringstena ainige linderung deroselben entpfunden haben:

In sonderlicher betrachtung, dz die löbliche freye Reichs statt Cölln dem Hl. Reich one mittl wie auch dem religion friden underworffen und dahero einem erbarn rath daselbst, bevorab dieweil derselb aus der burgerschafft von den zunfften jährlichs gewöhlt würdt, und dann in den freyen Reichs stetten (da gleich nur die stende allain des religion fridens sich zuerfreuen haben sollen, wie nicht) nicht allain der rath, sonder auch der rath und burgerschafft gleichsam und sambtlich den standt machen und darfür erkandt und gehalten werden, mit nichten gezimmen noch gepüren solle, ire burgere und mitglidere, so der augspurgischen confeßion zuegethan, in glaubens sachen /50/ an haab, güettern oder ehr und glimpff zubetrüeben oder zubetrangen, vil weniger von heußlichen nahrung, als wann sy mit solcher glaubens bekandtnus und deroselben übung dz verwürcket hetten, zuvertreiben, auch darzue besondere satzungen und fiscalisch gericht7, dem hailsamen religion friden ungemäß und zuwider, anzustellen, sy daselbsten, als ob sy derhalben straffbar, vorzunemen, zuverdammen, zupfenden und mit würcklicher dißtraction dero abgepfändter güetter gegen dieselbe zuverfahren und in mehr andere dergleichen wege zubeschweren.

So ist gleichwol nicht one, dz unsere widerwertige die sachen artificiose dahin gerichtet, dz solches alles und die vilfeltige ansehenliche intercessiones bei unserer obrigkeit nichts verfangen mögen und also unfruchtbar abgangen, dz auch etliche under uns seidhero vil herter als vorhin mit hohen geltpenen, pfandungen, distraction der abgepfendten güetter, langwieriger thurnung, aufkundigung burgerlicher freyhaiten, verweisung der statt, verklausterung8 der heüser und leden, abstrickung irer nahrung und gewerbs, versperrung dero innersten gemächer der heüser, einlegung etlicher schützen und soldaten, entsetzung des raths und andern /50’/ dergleichen unleidlichen läßten und trangsalen, wie auß beigelegter außfüerlicher verzaichnus zuersehen, belaidigt, beschwert und beladen werden. Wie dann noch auf heutige stundt etliche guete leuthe in solchen beschwernußen steckhen und kain außkommen zufinden wißen.

Die Gesuche der bedrängten Bürger beim RKG um Mandate und Inhibitionen gegen ihre Verfolgung wurden nicht angenommen9. Da dies dem Religionsfrieden sowie allen rechten und der pillichait zuwider, /51/ auch nicht zimlich, dz die, so in politischen sachen der lieben obrigkeit für und für allen underthenigen gehorsam unverweislich geleistet, alle burgerliche burden und lasten nit weniger als die benante catholische getragen und fürbaß zutragen und zulaisten urpüetig und willig seind, allain von wegen unsers christlichen glaubens bekandtnus diser gestalt vervolget, betranget, getrucket und belaidiget werden sollen:

Als haben wir, der augspurgischen confeßion zuegethane betrangte burger, aus unvermeidlicher not nicht underlaßen kunden, die thails euer kfl. und f. Gn., Gn., Hh. und Gunsten von unserntwegen vorlengst fürbrachte gravamina hieher zu repetiern, denselben obgemelte beschwernußen zu addiern10 und an euer kfl. und f. Gn., Gn., Hh. und Gunsten zugelangen; mit underthenigster, undertheniger und dienstlicher bitt, sy wöllen angeregte unsere samptliche gravamina nachmaln gnst., gnedig und gunstig behertzigen und nicht zuegeben, dz die ware und im Hl. Reich zueleßige religion also in euer kfl. und f. Gn., Gn., Hh. und Gunsten mitglidern an dem leibe Christi vervolget werde, sondern bei der röm. ksl. Mt., unserm allergnst. herrn, und andern chur-, fürsten und ge- /51’/ mainen stenden des Hl. Reichs die gnst. versehung und befürderung erzaigen und fürwenden, dz dieselbe abgeschaffet und uns dz freye, offentliche exercitium der augspurgischen confeßion (ohne welches die freyhait unserer gewißen, darüber nicht die menschen, sondern allain Gott zu herrschen, nicht bestehen kan) unverhindert gestattet und zugelaßen oder ye so lang, biß solches zu werckh gericht, die beschwerliche vervolgung, welche täglich one underlaß gegen uns und unserer religions übung mit der that one alles erbarmen werden fürgenomen und ins werckh gerichtet, gentzlich eingestelt, und im fahl hingegen von unsern widerwertigen etwas, so zu unserer und unsers glaubens bekandtnus verklainerung und unglimpf geraichen thette, zu vermainter beschönung irer trangsalen und ungepür fürgewendet werden wolte (inmaßen uns dan, dz solches hiebevor zu mehrmaln, yedoch mit ungrundt, beschehen, glaublich fürkombt), wir alßdann mit unserer notwendigen defension und verantworttung auch gehört werden mögen.

Daran erzaigen euer kfl. und f. Gn., Gn., /52/ Hh. und Gunsten ein hochlöblich christlich und Gott wolgefelligs werckh, als dardurch seine ehre gefürdert und vil bekömmerte gewißen dises orts getröst werden. Und würdt auch der ewige sohn Gottes solche an uns erzaigte wolthat laut seiner gnadenreichen verheißung reichlich belohnen.

Schlussformel. Unterzeichnet von der bedrängten Bürgerschaft in der Stadt Köln, zu der augspurgischen confeßion sich bekennendt11.

Beilage: Darlegung der Gravamina der Kölner Protestanten im Einzelnen

Von den katholischen Ständen kopiert vom 7. 7. bis 9. 7. 1594.

HHStA Wien, MEA Religionssachen 7 Fasz. 2, fol. 243–268’ (Kop. von mehreren Schreiberhdd.) = Textvorlage. HHStA Wien, RK RTA 66a, fol. 258–285’ (Kop., 2 Schreiberhdd.12) = B. HASt Köln, K+R A 198, fol. 36–68 (Kop.) = C. StA Würzburg, WRTA 86, unfol. (Kop., keine Aufschr. zu Beginn, sodann im Stück jeweils als Vermerke:Lectum 8. Julii 94; sodann:Lectum 8. Julii anno 94 post prandium. Lectum 9. Julii anno 94. Lectum 9. Julii post prandium13.). HStA München, KÄA 3231, fol. 82–105’ (Kop.). NLA Wolfenbüttel, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 41/1, fol. 214–241’ (Kop. Dorsv.:Communicatum durch die kfl. pfaltzische 5. Maii [15. 5.!]14anno 94 zu Regenspurgk.).

Druck (mit Abweichungen): Stieve, Religionsbeschwerden; danach Auswertung mit Zitaten aus den Beschwerden bei Ruthmann, Religionsprozesse, 197–202. Vgl. Deeters, Bau, 194 (relativierende Aussagen zur Haltung des Rates mit Sanktionsverzicht und Gnadengewährungen).

Die Dokumentation erfolgt im Volltext, weil die Quelle „als eine der wenigen die [Kölner] Protestanten zu Wort kommen lässt“ (Deeters, Bau, 194) und die Umstände der Gravamina am Kölner Beispiel im Detail geschildert werden.

/243/ Kurtze anzaig etlicher beschwerungen, deren die burger und ingesessen der statt Cöln, so der augspurgischen confession verwont und zuegethan seindt, sich beklagen.

1) Gleich wie ins gemain die gantze christenhait ain zeithero vor dem pabst zu Rom zimblichen friden gehabt, als lang sie inen in seinem gewalt und unbillicher hersehung uber die seelen und gewissen der menschen unbehindert gelassen, dargegen aber in verfolgung, krieg, bluetvergiessen und eüßriste beschwerung durch in und seinen anhang gesetzt worden, alßbalt landt und leuth, durch die unermeßliche guete und barmherzigkait Gottes mit dem liecht des heiligen evangeli erleuchtet, sich solchem gewalt und tiranei entzogen haben:

2) Also hat der babst die statt Cöln und dero burgerschafft, dieweil sie in tueffisterb finsternus gesteckt und von ime und seiner clerisei, wo und wie sie gewölt, sich fuern lassen, in langer zeit nicht angefochten, biß dz liecht des evangelii in etlicher burger herzen auch aufgangen und dieselbige angefangen, dz babstliche joch von sich abzuwerffen, dessen abgottische kurchenbreuche[!] und grobe irrthumen zufliehen und zu der lehr des evangelii und rainen, ungestimblten und unverfelschten brauch der sacramenten sich zuhalten.

3) Den da hat des babsts geistlichait iren gegen die evangelischen gefasten unwillen erstlich mercken lassen, und haben unterstanden, denjhenigen, welche in der augspurgischen confession abgestorben und sich irer sacramenten nicht thailhafftig machen wellen, die begrebnus auf den gemainen kurch- oder freidhöfen[!] zuverwaigern und inen wider den außtruckhlichen buechstaben des religion fridens15 dise unehr anzustreichen, als wann sie nit wirdig weren, dz sie an gewohnlichen ortten begraben und mit erden bedeckt wurden.

/243’/ 4) Daruber sich dann zuegetragen, dieweil man ausser der statt kaine freüdhofe gehabt, dz manicher nit gewust, wo er mit seinen todten hingesollet, und man deren etliche hin und wider ins feldt begraben muessen, dz pesste man gekonnet. Welches dann nicht one verhönung baide, der todten cörper und deren, so sie getragen, von dem unverstendigen pöbl außzusteen, abgangen.

5) Als aber guetherzige leuth ein stuck ackers vor Cöln zum begrebnus verlihen16, auch habselige burger, wann inen die irigen mit todt abgangen, angefangen haben, bei ainem erbarn rath etwan den elenden kirchhof (welches ain ortt ist, da man arme, verlaßne leuth, so niemant gehabt, der sich irer angenomen, hin zubegraben pflegt) vor ire verstorbne zuwegen zubringen, hat gemelte colnische clerisey (darunter dann die jesuiter sich sonderlich erzaigt) solches nicht erleiden können, bevorab dieweil sie gesehen, dz man angefangen, zu abwendung allerhandt besorgten verhönung dise todten zu grab zuvergleitten.

6) Haben derwegen die genante geistlichen oder ir anhang bei einem erbarn rath zuwegen bracht, dz ain erbar rath publico edicto, welches die morgensprach genent wurdt, mit disen todten zu grab zugehn, bei straff 25 goldtfl. verpotten17, haben auch etwan dem rath unverschambt dorffen anmueten, dz man die auf dem elenden kirchhof begrabne todten wider aufgraben solte; verhoffent, durch solch mittel die leuthe von der erkanten warhait abzuschrecken.

7) Dieweil sie aber gesehen, das sie damit ir zill nicht erraichen konnen und dz vile burger gleiche ser sich irer sacramenten und kurchenbreuch[!] enthielten und vermug augspurgischer confession ire ehe einsegnen, auch ire kindlein tauffen lassen, als haben sie wolgedachten rath dahin bewegt, dz derselbe bei hohen straffen verpotten, anderstwo kinder tauffen oder den ehestandt bestettigen zulassen dann in Cöln18 nach päbstlichem brauch in iren pfarrkurchen.

/244/ 8) Und damit sie ja nichts underliessen, wz zu erhaltung irer mißbreuche und verhinderung evangelischer warhait ersprießlich sein möchte, habent sie auch zuwegen bracht, dz den schuelmaistern, so zu mergemelter augspurgischen confession sich bekennen, ob sie wol vor 20 und 30 jahrn in disem beruff gestanden, unter welchen auch ainer, der in annemung seines gradus magisterii, offentlich zu dociern, von der universitet alhie gemechtiget und volgents per speciale decretum senatus, umb die gepur privatim kinder zu instruirnc, außtrücklich beurlaubt, dz schuelhalten bei hochsten peenen verpotten worden19. Dardurch dann nicht allain dise guete leuth irer nahrung und beruffs unverschuldter dingen entsetzet, sondern den burgern auch dz mittel, ire kinder in christlicher augspurgischen confession, auch zu andern loblichen studiis in Colln zuerziehen zulassen, abgeschnitten wirdt; in betrachtung, sie ire kinder mit guetem gewissen den jesuitern oder andern papstischen schuelmaistern zuerziehen nicht vertrauen konnen.

9) Bevorab dieweil auch beschwerliche exempla vorhanden, dardurch sie davon nit unbillich abgeschreckt werden. Inmassen dann unlaugbar, das in neuligkait angeregte jesuiter gueter leuth kinder wider dero eltern willen aus Cölln verschickt, dz man ain zeitlang nicht wissen künden, wo sie gewesen. Einen jungen gesellen auch also mit irem aberglauben bezaubert, dz er wider seiner muetter, ainer verlaßnen wittiben, willen und danck, ja auch uber alles bitten, weinen und flechen deroselbigen der municherei20 nachgelauffen ist.

10) Und damit sie entlich den lauff des heiligen evangeli behindern und diejhenigen, welche sich darzue bekennen, gentzlich untertrucken mechten, haben sie die sachen dahin getriben, das ain erbarer rath den evangelischen unter dem namen der sectariend und neuen religions verwandten nicht allain dz freie gelait, sondern auch, in Cöln heuser, cämern oder gemacher zuverheüren, umb jarlichen zinß zuverleihen, gesprech oder beikumpsten zuverstatten, haimblich noch offentlich zuherbrigene, nicht anderst dann wie den reubern, strassenschendern, landtfridbrechern oder freibeuttern bei vermeidung 50 /244’/ goldtfl. straff und verklausterung der heuser edicto publico, die morgensprach genant, hat thuen verpieten21.

11) Wie dann nicht one, dz unlangst ain ansehenlicher burger allain darumb, dz er sein hauß ehrlichen, fromen und trefflichen kaufleuthen, so der augspurgischen confession religion zuegethan waren, vermietet, mit schweren geltstraffen gepuesset worden seie. Da man hergegen den hispaniern, italianern, portugisern und mer andern frembden nationen, zu welchen in[!] nottfall sichf wenig beistandts zugetrösten, nicht allain die schlechte beywohn, sondern beinahe auch die pesste heuser vil jar lang, ja etlichen verlauffnen munnchen, die gleichwol ainem erbarn rath und der statt nicht veraidet sein, gantze closter in Cöln einraumet.

12) Uber diß hat der pabst und seine geistlichait, damit sie ja der statt Cöln sicher sein mechten und durch jahrliche verenderung des raths standts sich nicht befahrn durfften, dz der rath dermal aines nicht etwan zu der augspurgischen confession, wie in mererm thail der Reichs stetten geschehen, sich erkleren thette, verner practiciert, dz man den gewohnlichen raths aid, welchen fürhin ain yeder christ laisten kündte, dermassen geendert, dz kainer, so evangelischer warhait zuegethan, denselben mit unverletztem gewissen laisten kann; uf dz also niemant in rath komen, ob er gleich von den zunfften darzue erwehlet, der nicht pabstisch gesinnet22.

13) Wiewol nun dises also dem pabst und den seinen etliche jar hero gelungen, yedoch dieweil sie gespüret, dz nichts desto weniger die anzall der evangelischen burger teglich in Coln gewachsen und zugenomen, als haben sie sich lassen bedunckhen, es keme alles daher, dz ain erbarer rath seine edicta gegen die evangelische burger nicht exequirte; wie dann nicht one, dz wolgedachter ain erbarer rath ungezweiflt in hailsamer betrachtung des religion fridens und darinnen angezogner haupt ursachen nicht ufs hefftigiste uber angeregten edictis gehalten. Und haben23 derwegen uf deren execution nun ain zeithero besonders bei disem colnischen kriegswesen gedrungen. Darzue dann die pabstliche nuncii und potten, welche dise wenig jar hero mer dann villeicht vorhin in hundert jahren diser ortt sich funden und ires herrn sach getriben, nicht die ge- /245/ ringiste anstiffter gewesen24: Also dz nung ain fiscalische ordnung zu werck gerichtet und ain neu fiscalisch gericht angeordnet, fur welchem ein darauf bestelter fiscalischer anwald alles dz zuruegern und zufordern haben solle25, wz fur geltpeenen ainem erbarn rath wegen uberfahrung dessen edicten und morgensprachen erfallen sein mugen.

14) Disem nach hat nun der fiscalische anwald sich nicht lang gesaumet, sondern alßbalt etliche wegen, dz sie in augspurgischer confession abgestorbne burger zu grab verglaittet, etliche darumb, dz sie vermug bemelter augspurgischen confession ire kindlein tauffen oder ire ehe einsegnen lassen, auch etliche schuelmaister wegen, dz sie wider des raths verpott schuel gehalten haben solten, mit fiscalischen processen fürgenomen und von inen unterschiedliche geltstraffen gefordert.

15) Ob nun wol die also durch den fiscalischen anwald besprachte personen gegen denselben tum declinando forum, tum in eventum excipiendo salva tamen nullitate ex defectu iurisdictionis resultante ir bestendige einred gethan, in effectu, dz namblich vermög religionfridens die augspurgische confession dermassen menigclich frei gestelt, dz niemant derenthalb an leib, ehr, haab und guettern zubetrieben26, also sei diß ir thuen nicht strefflich und derhalben nicht fiscalisch, dahero auch an dem fiscalischen gericht nicht gerichtbar; sintemal dz kaiserlich privilegium fisci, so ain erbarer rath hette, ye dahin nicht zu extendiren, das es auch unstraffliche und solche sachen begreiffen solte, daruber der kaiserlich fiscal selbst kaine forderung anstellen möge.

16) Item dieweil die protestierende stende den religion friden dahin verstehn, das er sowol underthanen als obrigkait begreiffe: Ob dann wol der fiscalische anwald gedachtem religions friden ainen andern verstandt antichten wolle, wie dann one solchen widerigen verstandt seine angemaste intention nicht bestehn kündte, so were doch gleichwol dise sach vor dz fiscalische gericht ungehorig. Dann da uber dem verstandt des religionfridens /245’/ streitt furfalle, muesse dessen decisio nicht bei ainem privat gericht, sonder bei den gemainen Imperii comitiis gesuecht werden. Cum ab eo petenda sit constitutionis interpretatio, qui eam condidit.

17) Item nachdem auch der religionfrid die geistliche jurisdiction gegen augspurgischer confession zuegethaner glaubens bekantnus, kurchengebreuch und ceremonien suspendiert habe27, also dz die geistlichen selbst in den sachen, deren cognition sie vor dem religionfriden in quasi possessione gehabt, nuhmer nicht zu cognosciern haben, also volge notwendig, das dan vilweniger ainem andern richter gepurn wolle, diser religion sachen cognition, die er fur dem religionfriden nie gehabt, sich aignes gefallens zu unterziehen.

18) So sei auch offenbar, dz die fiscalische richter in diser sachen kaine iustitiam administriern können, sie muessen dann uber diser zuglaich mere ecclesiastica questione cognosciern, ob nemblich recht und christlich oder aber unrecht und unchristlich seie, dz man die kinder nicht nach romischer weise, sondern nach der augspurgischen confession habe tauffen oder den ehestandt einsegnen oder bestettigen lassen. Dieweil aber die fiscalische richter solcher cognition sich nicht undernemen wellen, auch inen vermög irer aignen religion (welche ainem weltlichen richter nicht zuelasset, in geistlichen sachen zuerkennen) nicht freistet, als sei offenbar, dz die fiscalische richter diser sachen competentes iudices nicht seien: Sintemal ye der kain bequemer richter nicht sein konne, welcher uber dem grundt, darauf der gantzen sach hafft beruhet, nicht erkennen welle oder durffe.

19) Und da gleich ainiger gestalt gesagt werden kunne, dz diser sachen erkantnus fur die fiscalischen richter gehorig, wie doch nicht, so were gleichwol der fiscalische anwald in seiner vermainten ansprach durchaus unbefuegt, dann aines erbarn raths morgenspraach, darauf fiscalischer anwald, sein vermainte forderung zuerpauen, untersteht, die allain begreiffe, welche von der catholischen /246/ religion abgetretten und sectarisch seien und zu verachtung christlicher catholischer ordnung, auch einfüehrung ergerlicher neuerung ire kindlein tauffen und ire eheverlobungen einsegnen lassen.

20) Solches konne aber von der augspurgischen confession und derselben zuegethanen burgern nicht verstanden werden, sintemal gemelte augspurgische confession prophetischen und apostolischen schrifften, dem symbolo apostolico28 und dero vier oecumenicarum synodorum29 glaubens bekantnus gemeß, und also die rechte, uhralte catholische religion seie. Daran nicht hindere, dz die, so zu mergemelter augspurgischen confession sich bekennen, etliche grobe irrthumben und mißbreuche, welche in die romische kurch eingeschlichen, verworffen und abgeschafft haben. Dann von irrhumben und mißbreuchen abtretten, haisse nicht, von der catholischen religion abtretten; und der solches thue, werde darumb nicht uncatolisch.

21) So sei auch uber dz die augspurgisch confession vermug religionfridens im Reich teutscher nation zuelessig. Und dieweil dann die constitutio des religionfridens alle stende und also auch die statt Cöln verbinde, so muesse obangeregte morgenspraache also gedeüttet werden, dz sie diser gemainen constitution nicht derogiere.

22) Wie dann mergemelteh morgensprach auch also außgelegt werden muesse, dz daraus diser ungeraimpter und zu zurrüttung gemaines fridens im Reich geraichender verstandt nicht erfolge, als wann ain erbarer rath zu Cöln dem religionfriden zuwider die augspurgische confession und deren christliche übung fur sectarisch, ergerlich, verneuerlich und strafflich halten wolte. Welchen ungeschickhten verstandt der fiscalische anwald one unleidliche verhonung so wol aller protestierenden stende als auch des raths selbst nicht wurde erhalten konnen.

23) Dann wie gemaine stende augspurgischer confession absque intolerabili iniuria mit obgesetzten criminibus nicht be- /246’/ laden werden kündten, also konne ainem erbarn rath als ainem fridliebendem magistrat auch nicht one schmach zuegemessen werden, dz derselbe solte mit seiner morgenspraach die heilsame constitution des religionfridens violiern und verbrechen wellen.

24) Ob dann wol, wie gemelt, dises alles also so wol dem fiscalischen gericht als auch ainem erbarn rath thails durch appellation, thails auch durch supplication ausfuerlich furbracht und etwai gantz flehlich gebetten worden, es wolte ain erbarer rath die supplicanten diser beschwerlichen processen entheben, sich an irem burgerlichen gehorsam, den sie bei disen schweren zeitten yederzeit mit darstreckung ires vermugens willigclich gelaistet und noch, sich benuegen lassen und sie, wider Gott und ir gewissen zuhandlen, nicht nöttigen:

25) So hat doch solches alles nicht verfangen wollen, sondern seindt die fiscalische richter, weil ain erbar rath alle an denselbigen gelangte supplicationes remittiert, ja auch noch, die appellanten mit gefencklicher einziehung zubeschweren und sie also von irer appellation abzutringen, unterstanden, am kaiserlichen camergericht auch kaine inhibitiones zuerhalten gewesen, uf anhalten des fiscals imer vortgefahren, haben ir bei- und enturtl30 exequirt.

26) Darzue inen ain erbar rath, unangesehen man demselbigen bestendige ursachen, warumb mit der execution billich einzuhalten, furbracht, diej gewalt- und stattknechte verliehen, welche dann zu verscheidnen malen in etlicher burger hauser gefallen, schräncke, camern und cassten aufgeschlagen und etwan ungleich mer an geraiden31 guettern mitgenomen, dann die suma sich betragen, darumb die pfandung vorgenomen.

27) Unter anderm ist man auch dem ehrnhafften Antonio Morenau, einem vornemen burger und handlsman32, allain darumb ins hauß gefallen und mit dem /247/ gewalt maisters dienern umb 25 goldtfl. etzlich silberwerck abpfanden lassen, dz er ainem ersamen rath bei noch hangendem fiscalischen proceß, yedoch uf guetachten und vorgehenden gehaiß aines dero herrn burgermaistere, seine der fiscalischen proceß halben erlittne beschwernussen supplicando hat fürbracht.

28) Dabei es auch nicht verbliben, sondern hat ain erbarer rath volgents durch etliche darzue sonderlich deputierte raths personen obgemelten vorhin gepfandten und etlichen andern burgern ernstlich ansagen lassen, innerhalb sechs wochen die statt Cöln zureümen, oder man wurde sie wircklich ausschaffen. Und hat man deren etliche, so noch nicht gepfandet gewesen, unangesehen dises außgepietens nachgehents auch gepfandet, also dz dise guete leuth an iren haab und guettern, auch ehr und glimpff betruebet und noch darzue der statt verwisen worden sein. Deren auch ain thail ain geraume zeit hero wegen inen angethroeter gefancklicher einziehung von weib und kind exuliern muessen, und haben doch gleichwol ire one dz gnugsam betruebte weiber obberuerte pfandung aussteen muessen; alles kainer andern ursachen, dann dz sie wider ir gewissen nicht handlen wollen und obgesetzter gestalt des fiscalischen anwaldts unbefuegten fürnemen sich widersetzt haben, laut beiligender aines erbarn raths copeilichen decreten mit A, Aa33.

29) Volgents, als am funfften Aprilis des 90. jahrs aine versamblung in anhörung der predig gottlichen wortts Boven Mauren34 durch die herrn stimmaistere35 und gewalt richter ergriffen, der prediger, herr Johannes Badius, in hafftung gefüehrt36, die namen der anwesenden zuehörer nachainander in verzaichnus genomen und dz hauß, darinnen die predig gehalten, nachdem die einwohner, dasselbe alßbalt zureumen, angehalten, durch die gewaltrichtere verklaustert worden und die verfolgung beschwerlicher dann vorhin sich ansehen lassen, haben unterschiedliche chur- und fursten schrifftlich, auch durch /247’/ ire zu Cöln uf daselbst gehaltnem craißtag abgeordnete ansehenliche gesandten und räth mundlich vor sie intercediern lassen37.

30) Wie dann auch sie durch aine underthenige supplication, so sie irer obrigkait ubergeben lassen, ire unschuldt ausfuerlich dargethan und dabei sich erpotten, gegen ire widerwertige aufzutretten und gegen sie ire religion vor der gantzen burgerschafft aus Gottes wortt zuverantwortten; bittent, sie als mitburger uber den religions friden, gemaine beschribne und der statt Coln sonderbare recht und burger freihait nicht zubetrueben, inhalt solcher in offnem truck außgangner supplication38.

31) Es hat aber solches alles nicht verfangen wollen. Dann obgleich, ehe und zuvorn die intercession geschehen, gemelter herr Badius, nachdem er in der hafftung seine lehr wider herrn Ulenbergern laut seines in truck außgebnen gegenberichts39 verthedigt, derselbigen gefenckhnus mit besonderem geding, sich des predigens alhie zuenthalten, erlediget worden, so ist doch solches nur zu behinderung des lauffs des evangeli geschehen, und hat man nichts desto weniger etlichen vorhin auf anhalten des fiscalischen anwaldts der religion halben gepfandten personen ire pfande wirckhlich umbgeschlagen und verkaufft, die fiscalische proceß gegen sie continuiert, auch noch etzliche aufs neu mit fiscalischen processen furgenomen.

32) Wie man gleichfals auf des babstischen nuncii und dero jesuiter anhalten etliche wol qualificierte der augspurgischen confession verwohnte burger, welche von irn zunfften ordenlicher weise und rechtmessig zum rath erwöhlet, verstossen und davon abgewisen40.

33) Item dz ain burger, Seyfrid Strobandt genant, welcher darumb, dz er in geruerter predig gefunden, in hafftung gebracht war, unangesehen er durch ainen erbarn rath uf intercession angeregter stattlicher potschafften verschaidner stende /248/ des Reichs ledig erkant war, noch eine geraume zeit nach befolchener erledigung, die statt zuverloben, mit harter bethroung im thurn verhalten und genottiget worden41.

34) So hat auch ain erbar rath den 28. Januarii des 91. jahrs auf des fiscalischen anwaldts suppliciern unter andern sich erklert und beschlossen, dz in geurthailten fiscalischen sachen (wie dabevor und hernacher zu mermalen geschehen) die execution befolhen werden solle; und darauf am volgenden 17. tag Junii dz ain zeit lang eingestelte fiscalische wesen den herrn syndicis, beiden herrn stimmaistern und Dr. Reckio42, widerumb in richtige ordnung zubringen und darob ainem erbarn rath zureferiern, bevolhen.

35) Es bezeuget auch gleichsfals der fall, so sich neulich zugetragen, dz auf unnachleßig anhetzen des nuncii, dero jesuiter und ires anhangs man auf disem unmilden vornemen wider dero augspurgischen confession zuegethane mitburger verharet. Dann als auf den 19. Junii des 91. jahrs eine predig oder versamblung der evangelischen durch die herrn stimmaister und gewaltrichter sambt etlichen soldaten angetroffen und zerstöret, hat man eben wie dabevor den kirchendiener Wilhelmum Nickel43 mit noch ainem burger, so der versamblung aus der bibel vorgelesen, in gefenckhnus gelegt, die namen der anwesenden zuehorer nachainander aufgeschriben44, auch die bibel und ain neu testament besonders, so alda gefunden, durch den herrn stimmaister Sibergern45 in offnem rath (villeicht das flagrans crimen der conventiculn damit zubezeugen) gebracht, und darauf dz hauß, in welchem die predig gehalten, verklaustert worden.

36) Wie auch nicht weniger bedenckhlich furgefallen, dz am 24. Junii ain erbarer rath auf furtragen des herrn Dr. Hackhstains, syndici46, (welcher aus eingeben des romischen nuncii desselben mainung und furhaben an ainen erbarn /248’/ rath gelangt) vor nottig und guet erachtet, dz ermelter nuncius den puncten clandestinorum matrimoniorum als der morgenspraach gemeß nomine summi pontificis uti supremi ordinarii alhie in Cöln solle publiciern47, und solches den herrn stimmaistern Gervino Calenio, doctor Creudenern48 und Dr. Hackstain committiert worden.

37) Item zuvermerckhen, dz eadem hora gleich nach verlesner kundtschafft Wilhelm Nickels und Jelißen[!] Mandiers49, baider gefangnen, ain erbarer rath befunden, dz die conventicula (wie es auch von diser predig von inen nicht anders hat verstanden werden wellen) nicht allain die straff der morgenspraachen, sondern auch die straff rechtens zuerstatten schuldig. Item dieweil die gefangnen bekennen, dz noch mer predicanten in der statt seyen, dz derwegen, dieselbe zuerkundigen, die gefangnen nochmals scharff abgefragt werden sollen.

38) Item dz am 28. Junii bemelter gefangner kundtschafft nochmals im raths standt verlesen worden. Und wiewol ain erbarer rath (seiner mainung nach) wol verursacht were, den predicanten dem greven50 zulifern, umb grundliche erfahrung des anhangs zuvernemen, gleichwol beschlossen, disen predicanten wie den vorigen aus der statt zuverweisen und zuverbannen, die andere burger aber, die in diser letzter und dero Boven Mauren gehaltner predig gefunden, nach inhalt der morgenspraachen zustraffen, und sonderlich, dieweil sie in flagranti crimine ergriffen, anstundt zu zallung verwürckter straffen ernstlich anzuhalten.

39) Item dz am 5. Julii Dr. Hackstain, syndicus, referiert, was von baiden gefangnen in der schickhung beratschlagt und vor guet angesehen worden, und dahin gangen, dz man die gefangnen nochmals ernstlich solle unterfragen umb ire gesellen, und wann sie die nicht wolten melden, dz man sie alßdann der statt verweisen und dieselbe zuverschweren anhalten solle.

/249/ 40) Item dz man sich verner nach ainem prediger, Sebastian Seidl genant, maister Johanen Stillingwarff darumb, dz er schuel gehalten, und Vyten von Heußhoffen51, dieweil er sein kindt nach ordnung gottlichen wortts und augspurgischer confession tauffen und ehe einsegnen lassen, fleissig soll erkundigen und dieselbe durch die herrn stim- und thurnmaister52 one zuruckbringen an ainen erbarn rath der statt soll verweisen.

41) Auch damals beschlossen, dz die personen, so in erster und letzter predig gewesen, durch die gewaltmaistere executiert werden solten.

42) Item das am 6. Julii baide gefangne, als sie vorhin hart genottiget warn, die statt zuverschweren, des morgens umb 4 uhrn, gleich als die bonischek soldaten binnen Deutz ainen schrecklichen mord begangen53, der statt verwisen und mit ainem klainen schiflein uber Rhein gefüert worden54.

43) Item dz man dem burggraven55 bei verlust seines diensts und bei seinem aide verpotten, niemant zu dem gefangnen prediger zulassen. Wie auch die gantze zeit seines gefenckhnus kainer zu ime komen, auch kaine brief an ine gelangen mögen, die nicht zuvor durch den burggraven eroffnet und verlesen worden.

44) Dergleichen hendl und geschwinde proceß hat man auch dabevor am 19. Marti des 89. jahrs und volgents mit etlichen evangelischen burgern, so Boven Maarpforten in maister Peter N., des alten schneider, gaffelbotten, hauß in ainer predig betretten, und derowegen dz hauß verklaustert56, die zuehörer aber thails zum thurn gefurdert, thails gepfendet und in ander weg belaidiget sein worden, angestelt und gehalten.

45) Ingleichem ist auch verfahren worden am 1. Septembris anno 92 mit ainer versamblung etlicher burger und aingesessnen, so auf dem holtzmarckht alhie in ainem /249’/ hause, Gottes wortt mitainander anzuhören, beisamen waren komen, und durch herrn Gervinum Calenium57 mit baiden gewaltmaistern58 zerstört ist worden, da man aller zuehörer namen (weil der prediger nicht beihanden war) auffschrieben und, nachdem herr Calenius diß werckh ainem erbarn rath gantz hefftig furbracht, am volgenden tag 50 goldtfl. zur pueß von yeder anwesender personen furdern und darumb etliche von inen pfanden, aber dz hauß, in welchem sie betretten, verklaustern hat lassen59.

46) Also und in andern dergleichen mer wegen ist man obgedachten aines erbarn raths hochbeschwerlichen decreten zufolg auf der clerisey antreiben mit andern mer gueten leuthen verfahren.

47) Und hat darauf ain erbarer rath am 9. Aprilis des 1593. jahrs iren baiden gewaltrichtern ernstlich bevolhen, den ersamen maister Johannen Stillingwarff, schuelmaistern, welcher fur 28 jahrn mit aines erbarn raths und diser universitet habender bewilligung, zulehrn und privat schuelenl zuhalten, angefangen, und Vytum Huyßhoffen in irem wohnhauß zusuechen und gefencklich einzuziehen60; die doch Gott der herr genedigclich vor iren henden bewahret.

48) Als nun dise extrajudicial verfolgung obgesetzter massen hefftig angestelt und inen diser anschlag mit der leiblichen einziehung nicht allerding gerathen, hat inmitls der fiscus gleichwol mit seinen processen gegen gemelten Stillinwarff, Huyßhoffen und andere mer nicht gefeyret, sondern gemelten Huyßhoffen biß zur leibspfandung, Stillingwarff aber mit den gewaltsdienern und andern losen gesindlein thuen pfanden. Welches doch zween seiner nachparn aus mitleiden fur dißmal cavendo haben vorhindert, damit er nicht seiner bette (die sie alberaits gepacket) und alles armuets beraubt wurde. Haben aber dieselbe unlangst darnach selbsten darfur gepfandet worden und zallen muessen.

/250/ 49) Volgents hat herr Johann Hardenradt, burgermaister61, angefangen, etliche vil burger vor sich zubeschaiden und irer burgerschafft, glaubens bekantnus und sonsten zu inquirirn und die, so er nicht der genanten catholischen religion befunden, in ainer bestimbten zeit aus Cöln zuziehen, ernstlich zubevelhen; mit dem anhang, dz ain erbarer rath, all solche leuth in der statt zudulden, nicht gemaint were, und da man sie nach bestimbter zeit alhie wurde betretten, dz man sie alßdann mit den gewaltrichtern tettlich ab- und ausschaffen solle. Wodurch auch vil gueter leuth, dem besorgten unheil zuentweichen und die statt zuverlassen, bewegt worden seindt.

50) Als aber die anstiffter aller diser unruhwen daran noch nicht ersettiget und sie durch obgedachts des herrn Hardenraths schlecht außgebieten die sach nicht geschwind gnug zuerörttern gesehen, haben sie es widerumb an bemeltem Stillingwarff und Huyßhoffen, aber vil hefftiger dann vorhin sambstag, den 11. Decembris[1593] negstlitten[!], diser gestalt angegriffen, dz nemblichen ain erbarer rath ire thurn- und gewaltmaistere sambt den dienern62 (die auch dz hauß an baiden thurn gantz behendt eingenomen), sie baide zuergreiffen, abgesandt. Und ob sie wol mit inquiriern und suechen iren eußeristen fleiß angewendet, so hat sie doch Gott der allmechtige abermal wunderbarlich vor inen geschutzet und biß noch erhalten. Daruber auch gedachtes Stillingwarffs haußfrau, ain alte, erlebte frau, sich dermassen entsetzet und verstort worden ist, dz sie alßbalt zur selbigen stundt in ain schwere todtskranckhait gefallen und sich zu bett legen müessen. Darauf sie auch am 5. tag, so der 16. monats Decembris war, in Gott entschlaffen ist.

51) Die thurn- und gewaltsmaistere aber, welchen neben zuversicht ir anschlag gefellet, haben alßbalt dz hauß zu baiden seitten verklaustern wellen. Welches sie aus vorbitt der /250’/ tochter wegen irer alten muetter kranckait doch eingestelt haben, biß der burgermaister Hardenradt darumb ersuecht und seine bewilligung darzue gegeben hette.

52) Als aber am volgenden sontag die sambtliche nachparn inen, herrn Hardenradten, derwegen supplicierlich ersuecht und in ansehung irer nachperinnen schwerer kranckait, ob welcher sie zeugnus geben, des hauses verklausterung biß derahn abbitten wellen, dz man sehe, wohin Gott die kranckait thette wenden, so haben ire achtpare weißhait aine schuelkranckhait daraus gemacht und sich kaines wegs von den nachpern erpitten noch bewegen lassen wellen.

53) Darauf dann am negstvolgenden montag des morgens für tag die gewaltrichtere in obangeregts hauß komen, und ob sie wol die alte, kranckhe frau selbsten gesehen und angebner massen befunden, so haben sie doch aine thur am hauß wie auch die furnembste gemacher daselbst verklaustern und versperren lassen.

54) Nachdeme aber am 16. Decembris Gott der allmechtige dise frau durch ainen christlichen abscheid von irer verfolgern henden gefreyet, und dieselbe zur erden bestattet, haben volgents nach wenig tagen baide gewaltrichtere auch dero verstorbnen frauen tochter in gerüertem hause und bei den nachpern gantz fleissig, umb gefenckhlich einzuziehen, thuen suechen, aber nicht funden, sondern die ubrige thurn am hauß, nachdem sie dz gesinde daraus geschafft, zuegemacht und verschlossen. Und ist also den evangelischen burgern dise schuel, deren sie sich ungefahrlich inm die dreissig jahr gebraucht, und also ain furtrefflicher mitl, ire jugent in gueten künsten gottselig zuerziehen, benomen worden.

/251/ 55) Umb dieselbe zeit haben die gewaltmaistere auch den erbarn maister Ludwigen Kolln, schuelmaistern, ainen erlebten 70-jarigen mann, so uber 30 jahr in disem beruff gestanden, weil er zu der christlichen religion augspurgischer confession sich bekennete und derwegen ime dz schuelhalten verpotten63, deme er doch nicht parirn können, dz hauß, als er daraussen gewichen, verklaustert und bei seinen nachparn, so ine aus christlichem mitleiden ufgenomen, thuen suechen und dergestalt entlich aus seiner narung und der statt verdrungen.

56) Inmittelst hat Godfridus Baum, angestelter fiscalischer procurator64, gegen verschaidne evangelische burger wegen irer christlichen ehe einsegnung und kinder tauffens, auch wider etliche arme handtwercher darumb, dz er sie an klainen fest- oder feyrtagen in iren heusern bei irer arbait geschefftig befunden, ufs hefftigiste zuverfahren, sich gar nicht geseumet. Welches er desto baß verrichten können, weil ime klainer widerstandt (angesehen, alle hilff und mitl rechtens verschwinden) von den partheyen begegnet.

57) Insonderhait aber hat er wider die ehrnachtpare65 und frome Johansen Pergens (dem er vorhin zweimal pfande abholln und verkauffen lassen) und Adolphen Saxenhagen, baide wolgeachte und geerbte burgere und handlßleuth in Cöln, am donnerstag, den 10. Februarii[1594] negstlitten, durch baide gewaltrichtere und ire diener dero am fiscalischen gericht wider sie gefalten urtail halben die execution und gewaltspfandung gar geschwindt verrichten lassen66.

58) Und obwol zu verhüettung allerhandt weitterung etliche Saxenhagens nachpern und guete freund bei den gewaltrichtern intercediert und, mit der pfandung bis daran zustellen, gebetten, dz sie ainem erbarn hochwurdigen rath suppliciern möchten, so haben sie doch weniger als nichts bei inen erhalten können, sonder unter andern auch disen beschaid erlangt, dz solches aus bevelch aines erbarn raths geschehe, und wz ime, Saxenhagen, heute widerfuere, solte inen, den nachpern, auch hernacher begegnen.

59) Uber welchen gantz frembd und beschwerlichen handl insonderhait bei Saxen- /251’/ hagen ain solcher zulauff dero burger und nachpern ist geschehen, dz, wann fridferttige leuth es nicht verhindert, leichtlich ain gefehrlich unweesen darausser were entstanden.

60) Wiewol auch baide nachparschafften der gepfendten burger, biß an die 30 personen, am 14. Februarii ainem erbarn hochwurdigen rath umb restitution dero abgeholten pfande und abstellung solchen ungeburlichen weesens unterthenig suppliciert, wie unter B hiebeigelegt, so hat doch ain erbarer rath sich damit nicht allain nicht erpitten, sondern vilmer erpittern lassen; und haben die supplicierende nachpern, unangesehen welcher religion sie gewesen, damit kainen geringen last uber sich, wie gleichsfals auch die gepfandte burger sich merere beschwernus auf den halß geladen:

61) Diser gestalt, dz man die supplicanten unterschiedlich furbeschaiden und sie in namen aines erbarn raths hart nöttigen lassen, ainen leiblichen aid zu Gott und seinen heiligen zuschweren, dz sie die warhait sagen und antwort geben wolten auf alles, wz man von inen wurde fragen, one ainig beding oder vorbehalt.

62) Welches etliche aus wichtigen ursachen zuthuen sich beschwerdt und gewegert, aber darbei sich erpotten haben, dz sie bei iren burgerlichen oder sonst gewohnlichen aiden uber alles, darumb sie gefragt wurden, die lautter warhait sagen wolten, ausserhalb wz etwan der ehrn Gottes oder aber irem negsten zum nachtail geraichen mechte. Welches inen doch kaines wegs zuegelassen, sonder seindt darumb etliche auch mit dem thurngang bethroet worden. Etliche aber, so villeicht dem werck nicht allzu weit nachgesunen, haben den furgelegten aid praestiert und seindt vermitlst dessen uber etliche fragstuck abgehort. Und obwol man inen bei gelaistetem aid zuschweigen verpotten, ist es doch ruchtpar und wahr, dz sie uber der jungsten irer ubergebnen supplication verstandt und mainung (weil im puechstaben nichts zu thadlen) wie ingleichem auch umb den autorem derselbigen vilfeltig und mit besonderm ernst seien unterfragt worden.

/252/ 63) Einer aber von den supplicierenden nachparn, ein geborner burger, ist zu thurn gefordert, dahin er auch gehorsamlich erschinen ist. Unnd als man ihnen zweivels one umb vorgehende und andere sachen lang gefragt und verhalten, aber nichts sträfflichs auf ihnen bringen khunnen, so hat man ime gleichwol die aussage gethan, er solle, die statt in vier wochen zuraumen, verschweren, so solle er frey mugen abgehn. Aber nachdeme er sich unschuldig gewust, hat er, solches zuthuen, sich beschwert und, dessen eines erbarn raths beschluß erlassen zuwerden, underthanig gebetten. Worauf man ihme von wegen aines erbarn raths am 8. Martii hat bevolhen, in vier wochen sich mit der wohnung aus Coln zubegeben, und nach gelaisteten urpheden, vom thurn zugehn, erlaubt.

64) Den ersamen Johann Pergens aber, der nun zum drittenmal gepfandet worden, hat man am achtzehenden Februarii durch besondere dartzu deputirte herrn furbeschaiden und anmelden lassen, er solle die am 18. tage gemelten monats abgeholte pfande (als wann sie zu klein weren) verbessern oder bey sonnenschein zu thurn gehen. Deme er alßbaldt gehorchet und aigener person ohne verzug weittere pfande in eines ersamen raths verwarung hat gelifert.

65) Aber dabey ist es nicht verbliben, sondern am 2. Martii hat der ernvest hochgelerter herr Johann Hackstein, syndicus, /252’/ neben andern ime, Pergens, in namen aines erbarn raths die aydtslaistung, wie oben von den nachbarn vermeldet worden, furgehalten. Darauf er sich erclärt, dz er nicht anders dann allain bey dem lebendigen Gott und seinem heiligen evangelio die warheit mit beding, wie obgedacht, von allem, dz er gefragt wurde, zu sagen kundte schweren; mit begeren, die herrn wolten dergestalt den aydt von ime annemmen. Welches dieselbe doch nicht verstatten, sondern die sache widerumb an ainen erbarn rath bringen wollen, und haben inen, Pergens, also unverrichter ding vor dasmal von sich gelassen. Welcher auch alßbaldt seiner narung und geschafften[!] halber, so er vor der messen nottwendig hatte zuverrichten, aus Cöln ist verraiset.

66) Disem nach am 10. Martii ist die ehr- unnd tugentsame Magdalena, bemelten Pergens grobschwangere haußfraue, vor herrn Johann Recken und baide thurnmaistere an der herrn hauß beschaiden. Die man erstlich bey iren fraulichen ehren an aydts statt hat thun behalten[!], dz ir eheman aus der statt were, unnd dem negst gantz unerhört und unverschulder ding von wegen eines erbarn raths außgesagt und bevolhen, mit iren kindern, haab und guettern irem mann nachzuvolgen und inwendig vier wochen zeits ino der wohnung sich aus Cöln zubegeben67; alles gantz schmählich, wider recht und nichtigclich, wie aus copei mit C verner ist zuvernemmen68.

67) Saxenhagen aber, der vieleicht aus ungedult, als man ime seine waaren aus dem hauß getragen, ichtwas darwider mag haben /253/ gesprochen, ist alßbald nach ubergebener dero nachparn supplication zu thurn gefordert, dahin er sich auch one scheue begeben. Unnd ist ime nach vilfaltigem underfragen entlich diser beschaidt in namen eines erbarn raths gegeben worden, er solte die statt verschweren, sich mit weib unnd kindt inwendig vier wochen darauß zubegeben, und damit der hafftung erlassen sein. Weil ime aber diß gantz frembd und beschwerlich zuhören ist vorkhumen, hat er wol, ursachen alsolcher beschwerlichen aines erbarn raths beschluß zuwissen, gebetten, aber nicht vernemmen kunnen.

68) Ob auch wol er und seine grobschwangere haußfraue zu mehrmalen supplicierlich gebetten, inen gegen notturfftige caution, auf eines erbarn raths erfordern sich yederzeit widerumb einzustellen, der gefängnuß so lang gnedigclich zuerlassen, biß dz er die furstehende franckfurter unnd leipziger messen (daran ihme ehr, glimpf und wolfart gelegen) hette gehalten, und er gentzlich verhoffet, dise seine billich und rechtmessige bitte solte nach vilen anlauffen bey einem erbarn rath statt gefunden haben, so ist ime doch im effectu diser beschaidt worden, dz ein erbarer rath bey vorigem schluß thette verharren. Auf ir, der haußfrauen, weitter und embsiges anhalten umb erlassung, wie oben, oder linderung des vorhin gegebenen beschaidts ist ir entlich zur antwort gegeben, wie aus beyverwarter copei mit D zuersehen ist69.

69) Dahero und aus aller voriger handlung dann zuletzt ist ervolgt, dz nicht allain advocati, notarii und procuratores, /253’/ sondern auch nachbern, guete freundt und verwandten, den armen gefangenen und betrangten religions verwandten burgern alhie auch in irer unschuldt die rechtliche hulff oder beystand zulaisten, wider alle billigkait geschreckt und abgehalten.

70) Entlich, damit die religions verwante burgere zu Coln ye kainer schmach noch injurien sowol an irem todt als auch im leben gefreyet bliben, haben unsere dero religions verwandten widerwertigen zuwegen bracht, dz der regierender herr burgermaister fur negstvergangener christmeß, als die erbare vom schmid ambt70 iren alten, wolverdienten rathsherrn, den ehrnhafften Matheusen von Neuß, zum rathgang ordentlich erwöhlet, denselben, ehe unnd bevor dann er eingangen, zu verschaidenen mahlen beschicket unnd selbst vorgenommen. Haben inen seiner religion und glaubens halber vleissig inquiriern und volgents seiner gäffelgesellschaft in effectu anmelden lassen, dz sie gedachten von Neuß, einem erbarn rath zu presentiren, nur nicht understehen wolten, dann er nicht angenommen werden solte etc. Derhalben dann die presentation underlassen, unnd als der allmechtiger ihnen, von Neuß, aus disem jammerthal berueffen und er am 2. Martii negstliedten[!] mit der gantzer gaffelgesellschafft (so darzu versamblet) altem brauch nach begraben sollen werden, hat gleichsfalls /254/ wolgedachter herr burgermaister sie von alsolcher vergleitung abgemahnet71. Wie auch den bevelchhabern seiner fahnen, deren er ein leutenant gewesen, durch gemelten herrn außtrucklich verbotten, die sonst nach der fahnen gewonhait, die leich zuverglaiten, willig wären, bey hochster ungnaden des raths nicht zufolgen. Welches auch derwegen underlassen bliben.

71) Uber alle hiebevor erzelt und ubergeschickte beschwerden hat sich verner zuegetragen, dz obgedachtem herren Johann Hardenrath, altem burgermaisteren, und anderen mehr raths verwanten vorkommen, als wen in der edler, ehr- und viltugentreicher Agnasen, geborner Schenck von Neydeggen, weilandt des auch edlen und ernvesten Johansen Kettler zu Nesselradt, furstlichen gulichischen gewesenen raths, cammermeisters unnd amptmans zu Elverfeldt, nachgelassener witiben behausung, der Bonnerhof genent72, am 26. Martii jungsthin gegen des raths morgensprach predigt gehalten sein solte73.

72) Unnd demnach die edel unnd ernveste Luther Quad von Wickrat etc. unnd Wilhelm Kettler74, obgedachter wittiben tochter mann und söhn, respetive in namen der muetter vilgedachten herrn Hardenrath ad partem ersuecht und allerhand bewegliche ursachen zu gemuet gefurt haben, weßhalben die mutter unerhorter sachen nicht zubeschweren, sondern vil mer in irer rechtmessigen verantwortung antzuhoren sein solle, mit vilen umb- /254’/ stenden, die, alhie zuerzehlen, vil zu langk wurden fallen, und freundtlichen begeren, es wolle der herr burgermaister die sachen dahin befurdern helffen, dz der frau cammermaisterin kaine beschwernus uber recht zugefuegt werde:

73) Es haben aber ire achtbarn weißheiten sich dasselb wenig irren, sondern alßbaldt erclert und in effectu vernemmen lassen, wasmassen sie der röm. ksl. Mt. und andern benachbarten catholischen chur- unnd fursten zu verschaiden mahlen verhaischen[!] unnd zugesagt hetten, in der statt Coln kain andere als die romische catholische religion zugestatten noch zudulden, unnd dz derowegen iren achtbaren weißheiten aydts unnd pflichten halber kainen umbgang nemmen kunden, solches einem erbarn hochwurdigen rath zureferieren und furzubringen. Wie auch volgents beschehen und durch ire achtbaren weißheiten dise sachen in puncto executionis aufs vleissigste getriben seien worden.

74) Darauf dann ervolget, dz berurter herr burgermaister die cammermaisterin, vor der herrn hauß zuerscheinen unnd, was ir begeren were, einem erbarn rath vorzubringen, beschaiden.

75) Unnd obwol die cammermaisterin dem herrn burgermaister anzaigen lassen, sie hette wol den herrn burgermaister freundtlicher weise und als ainen freundt besuechen lassen, wuste sonsten vor ire person wolgedachtem rath nichts vorzutragen:

76) So ist die cammermaisterin gleichwol gegen den letzten /255/ Martii hora 8 abermals vorbeschaiden. Unnd als die edle unnd ernveste Wilhelm Kettler, Wilhelm Quad von Wickradt, herr zun Zoppenbroch etc., unnd der obrister Frentz etc.75 als sohn unnd bluets verwandten in namen der wittiben erschienen, ist inen in gegenwertigkait dero herrn burgermaistere Hardenrats, Siegens unnd Beywegs76 durch Dr. Hackstein, syndicum, dise aussage beschehen:

77) „Es hette ain erbar rath beschlossen, dz die wittibe von wegen gehaltner predig 50 goltfl. geben, ir hauß nach dreyen tagen jahr unnd tag verklaustert unnd, im fahl dieselbe nicht guetlich außweichen wurde, durch die gewaltmaistere außgesetzt werden solle“.

78) Ob nun wol berurten vom adel solches frembd vorkhommen und in continenti den gegenwertigen herrn sowol als auch volgents die wittibe selbst den 4. Aprilis ainem erbarn rath supplicando zu gemuete gefuret, wasmassen dieselbe mit leibs schwachait beladen und mit irer lieben dochter, des obgedachten Luther Quaden haußfrau, welche grobschwanger und kaine zeit mehr wuste, wann der liebe Gott sie entbinden wurde, und gleichwol hieselbst in abwesen ires haußwirts, bey ir einzuliegen, vor sich genommen, die sachen also beschaffen, das ir unmuglich were, außzuziehen, auch darumb desto mehr beschwerlich, dz ihrer L. unerhorter sachen solcher schimpf, hohn und schmahe angestrichen werden solle, und derwegen gebetten, man ir dero wider ir angestalter clage und darauf ervolgten beschaidts abschrifft communiciren und geburliche zeit, bey iren freunden und verwandten, denen nicht we- /255’/ niger als ir und iren kindern von angedroeter injurien, schimpf und schmach dise sachen betreffen thete, als ainer verlassener witiben in so hochwichtigen sachen raths zuerholen und volgents ire geburliche schutzreden und defensionales vorzubringen, ansetzen wolle, damit ire L. uber den, dz niemandts unerhorter sachen et sine causae cognitione dergestalt betruebt und beschwert werden solle, solch ir stillschweigen von der freundtschafft als mit interessirten heut oder morgen nicht verargt noch verweißlich vorgeworffen werden möge:

79) So hat gleichwol solches alles so weniger verfangen mögen, dz wolgedachter rath denselbigen tag umb die ain uhre die gewaltmaister mit sex oder siben stattknechten abgefertiget und durch dieselbe der wittiben anmelden lassen, es wuste ain erbarer rath von obgedachtem decreto nicht abzustehen, derwegen ire L. gegen die 9. stunde volgenden tags, den 5. Aprilis, außzumachen unnd sich yetzo zuerclären hette, ob dieselbe solchem gehorsamlich nachzusetzen oder aber darwider zu frauveln[!] bedacht were, damit ein erbarer rath, was auf dem fall an die handt zunemmen, sich zubedenckhen.

80) Und als man gemelten gewaltrichtern gutlich unter augen gangen und angetzaigt, dz sie zwar nicht gefast noch gestalt were, ainem erbarn rath mit gewalt zuwiderstreben, wolle gleichwol begert haben, sie wollen unbeschwert sein, dero witiben, irer tochter und andere ungelegenhaitten den herrn nochmalln zu gemueth zufuren, der hoffnung, wolgedachter rath wurde ir berurter clage und beschaidts abschrifft mitthailen, sie zu geburlichem verhor komen lassen und zu deme ende zeit und weil ansetzen.

/256/ 81) Unnd als solches gedachte gewaldtmeistere uff sich genommen unnd dem herrn burgermaister Hardenrath zu referiren unnderstanden, ist ainer auß inen, nemblich Hainrich Starckh77, unvertzuglich mit drey stattknechten widergekert unnd angezaigt, was massen ermelter herr Hardenrath inen, den gewaldtrichtern, heßlich uber die nasen gehauen, darumb das sie solches auf sich genommen, unnd ernstlich befolhen, inen antzutzaigen, das ain erbarer rath es bei dem vorigen bewenden liesse, unnd derwegen sich resolviren sollen, was sie zuthun gemaint, damit wolgedachter rath sich auch darnach zurichten.

82) Wie dann auch ermelte gewaltmaistere den 5. Aprillis mit iren dienern, maurern, schmidt, zimmerleuthe[n] unnd schloßern sambt allerhannd zu verklausterung des hauses dienlichen instrumenten noch vor angesetzter zeit dahin kommen. Als sie aber die wittib dermassen kranckh unnd bettlagerig gefunden, das ir außzuzihen unmöglich gewesen, haben sie auf begern der gegenwertiger verwanten solches an ainen erbarn rath widerumb zuruckh bracht.

83) Und obwol ermelte wittib abermal ire gelegenhait ainem erbarn rath supplicando zuerkennen geben, sich zu recht erbotten und cautionem de iudicio sisti et iudicatum solvi offerirt, so hat doch wolgedachter rath denselben nachmittag umb die drey uhrn abermal neben den gewaltmaistern Dr. Hackhstain, syndicum, unnd drey anndere raths verwanten mit vil stattknechten, schmiden, zimmerleuth unnd maurer dahin geschickht.

/256’/ 84) Unnd unangesehen wolgedachter rath nicht allain von dem medico, den man bei seinem ayd solches abgefragt, der frauen schwachhait vernommen, sonndern auch die abgeordnete herrn, wie dieselbe in der frauen gemach hinein kommen, solches vor augen gesehen unnd sy bettlagerig funden, seindt sie doch alßbaldt mit verklausterung etlicher thüren furthgefahren, haben 12 schutzen ins haus gelegt, die wittib bewachen unnd bewahren lassen, nicht annders, als wann dieselb eine an leib unnd leben straffliche ubelthat beganngen, dem pförttner die schlüßel gewaldtsamblich abnottigen lassen unnd sich der pforten gemächtigt; unnd daneben dem edlen unnd ernvesten Wilhelmen Quad von Wickradt, herrn zu Zoppenbrouch etc., sambt etlichen anndern in geringer antzal anwesenden adelichen bluetsverwanten freundten von wegen aines erbarn raths ernstlich befolhen, sich hinfuro wolgedachter cammermaisterinnen unnd ires hauses zuenthalten, damit der ehrlicher matronen bei diser irer leibs blödigkait unnd zugefugtem beschwernussen, hohn, schimpff unnd injurien jammer zugleich alle hulff, rath unnd trost (wie sichs ansehen lassen) abgestrickht unnd benommen werden mochte.

85) Unnd wiewol die wittib aines erbarn raths abgeordnete gefragt, warumb unnd zun[!] welchem ende ir die schutzen ins hauß gelegt wurden, so haben sie doch, die ursachen deßelbigen vorzubringen, scheu getragen, unnd hat sich Dr. Hackhenstain vernemmen lassen, sie haben von wolgedachtem rath, solches antzutzaigen, kainen befelch.

86) Dannenhero die cammermaisterinnen bewegt /257/ worden, de nullitate unnd von sollichem zuegefuegten injurien sich zubetzeugen und darab zu protestiern, dz sie soliches, an gebuerenden ortten zu klagen und vortzubringen, gemeint, auch zum uberflus an die röm. ksl. Mt., chur-, fursten unnd gemeine stende des Reichs, so bei jetzo vorstehendem Reichs tag versamblet werden, zu appelliren.

87) Daran sich doch die herrn wenig gestossen, sondern jemmerzue[!] in ihrem vornemmen gefahren und die eingelegte schutzen daselbst verbleiben lassen.

88) Saxenhagen belangende: Nachdem er seines zu mehrmaln beschehenen supplicierns und angebotner caution, sich nach gehaltner messen auf erfordern eines erbarn raths wider eintzustellen und, was ihme mit recht aufferlegt werden mochte, gewertig zu sein, unerachtet seidthero den Martii dieses einlauffendenp jars in hafftung gewesen, ist ihme am 13. Aprilis durch die gewaltmeistere nochmalen ernstlich vorgehallten, dz er neben leistung des gewohnlichen urpheden verheissen solle, die statt innerhalb dreien tagen mit weib und khindt zueraumen und zuverlassen.

89) Dieweil er aber hingegen sich beklagt, dz ihme solches ohne verletzung seiner ehren unnd sein und seiner lieber hausfrauen und khindern gewißlichen undergang unnd eusserst verderben, alß der sein erbschafft, schuldt und widerschuldt hieselbst hette, zuthuen unmüglich, auch /257’/ darumb desto beschwerlicher were, dz er sich keiner ubelthat, damit er solliches verwürckt haben solle, bewüst, unnd also gebetten, ein erbar rath welle in dessen genediglich erlassen:

90) So haben gemelte gewaltmeistere sich zu mehrmalen erklärt, dz sie kheinen andern bevelch hetten, jedoch den gewohnlichen urpheden endtlich von ihme genommen und daneben angetzeigt, dz er außgehen und, da er lenger alhie zuverharen bedacht, soliches auff seine gefahr thuen mochte.

91) Wie sie dan auch denselben abent des gefangenen grobschwangere hausfrau fürbeschaiden unnd ihr gleichfals, innerhalb obberüerter zeit ir hauß unnd dasselbige zuverklausteren, zuraumen befohlen unnd eingebunden; mit bedrowung, wofern sie demselben nicht nachkhommen wüerde, dz sie alsdan mit gewallt außgesetzt werden sollte.

92) Ob nun wol die hochbekhumerte grobschwangere frau ire nott so wol in continenti ermelten gewaltmeistern alß volgens am 15. Aprilis wolgedachtem rath demüetiglich supplicando zuerkhenen gegeben, gebetten und verhofften[!], ein erbarn ratt wuerde in gnediger betrachtung der langweiliger thurnung ihres mans, dabei außgestandenen hertzleidts von wegen der verabsaumbten messen und abgepfandter guetter erlittenen schadens sambt irer jetzo zustehender beschwerlicher gelegenheit, die nicht zeit oder stundt wuste, wan der liebe Gott sie entbinden mochte, mit solchen /258/ scharpffen decreti execution nicht so geschwindt verfahren sein, sondern sie deßen genedigclich erlassen haben:

93) So ist man doch desto weniger nicht vortgeschritten. Unnd dieweil man khaine mittel gewust, die grobschwangere frau mit iren khleinen kindern fuglich außzubringen, hatt der herr burgermaister Johann Hardenrath den 20. Aprilis under dem schein, als wann er mit ir zu reden, die frau in sein hauß zu sich beruffen und durch seine haußfrau mit reden so lang aufhalten laßen, biß er in eill durch die gewaltmeistere das kindt mit der wiegen außtragen, die andere kinder sambt dem gesindt außstoßen, die zum verkhauf furhangende fell abgerißen, under die fueße geworffen unnd dz hauß verklaustern lassen.

94) Unnd obq nach beschehener execution ermelter herr burgermaister zu der frauen khomen, ir solches mit lachendem munde angezaigt, den weinschenkhen und sie uberreden wollen, es were ir zum bessten geschehen, so hat sich doch dieselbe dermaßen daruber entsatzt, dz es ir (wie zue gedenckhen) schier unrichtig gangen were.

95) Dieweil aber ir lieber haußwirt ohne wißen der gewaldtrichter durch ire eilfertigkheit im hause versperret worden und gleichwol seiner ehehafften geschefften halber not- /258’/ wendig außziehen mueßen, hat er die eine nach der judengassen außgehende thur des haußes, so in solcher geschwinder eill nur allein inwendig verrigelt, die andern aber außwendig verkhlaustert gewesen, gewonlicher weiß aufgemacht und seine grobschwangere haußfrau, dero alles, was zu irer und irer leibsfrucht aufenthaltung (da der lieber Gott sie entbunden hette) nottig sein möchte, abgestrickht worden, wider hineingelassen.

96) Als nun die gewaltmaistere den 21. Aprilis, die innerste gemacher des haußes zuversperren, wider hinein gehen wollen und von wegen aines auß forcht furgelegten baums die thur nicht eröfnen mögen, haben sie ein holtz im fenster des haußes oben im dach mit gewalt durch einen diener außschlagen lassen, welcher mit großem getümel hinein gefallen, die thur eröfnet, die gewaltrichter eingelassen und in ansehen der frauen ihren lieben haußwirt mit bloßer wehr ufs vleißigst gesucht und, die frau wider außzutringen, understanden.

97) Dieweil es aber von wegen irer aus disem handel entstandener schwacheit und sunsten also mit ir beschaffen, dz solches ohne großer gefahr schwerlich ins werckh zu richten, haben sie etliche klackhen (wie man sie hier nennet78) ins vorhauß gelegt, die frau sambdt den irigen in ein geringes ort vertrungen und die /259/ andere gemächer versperret, dergestaldt, dz ir, der betrübten frauen, in disem beschwerlichen zustandt aller guthertzigen leuth zutrit und geselschafft, trost und rath abgeschnitten, ire nahrung und gewerb durch verschließung ires ladens und kauffmans guettern benomen, und also ins hochste elendt hierdurch gesetzt worden.

98) Unnd ob sie wol am 27. April ire not ainem erbarn rath supplicando diemuetigclich vor augen gestelt und in betrachtung oberzelter beschwernussen unnd erlittenen schadens umb genedige abschaffung diser betrangnussen gebetten, so hat doch wolgedachter rath solche supplication nicht wollen verlesen lassen noch anhoren, sondern dieselbe ir unverlesen wider zuegeschickht unnd hernach, die ins hauß gelegte huetter ir zubekhöstigen, bevolhen und auferlegt.

99) Soviel Johannen Pergens betreffen thuet: Ob wol deßelbigen haußfrau in seinem abwesen supplicando ainem erbarn rath zu gemuet gefuert, dz weder ir haußwirt noch sie jemallen rechtmeßig citirt, vil weniger verhort worden unnd sich gleichwol khainer ubertrettung schuldig wusten, und derowegen diemuetigclich gebetten, wolgedachter rath wolle ir und iren lieben haußwirt des etwan aus ungleichem bericht gefelten decreti genedigclich erlassen oder je mit der execution so lang einhalten, /259’/ biß ir lieber haußwirt nach gehaltener messen wider anhaimbs und zu verhor khomen möchte, in sonderlicher betrachtung, dz sie, da ir mann schon etwas verwirckhet haben solte (des man sich nicht zu besinnen wußte), darumb je nicht in straf zunemen:

100) So ist gleichwol abschlagige antwort darauf ervolget unnd so wol ir als Saxenhagens frauen am 13. Aprilis durch die gewaltmaistere angezaigt, wolgedachter rath wuste von seinem furnemen nicht abzustehen, sondern hette beschloßen, das sie innerhalb dreien tagen außweichen und ir hauß verklaustert werden solle.

101) Ob nun wol die frau abermallen widerholet, es were weder sie noch ir mann jemalen vorbeschaiden noch verhort worden, kundte sich auch im geringsten nicht berichten, womit sie solches verschuldet haben sollen, und derwegen nachmallen umb außstellung biß zu ires manns ankhunfft, und dz derselbe zu verhor gestelt werden mochte, gebetten:

102) So hat gleichwol dem allen unerwogen der burgermaister Hardenrat am 20. Aprilis zu derselbigen stunden, als er Saxenhagens frau zu sich entbotten, auch dieselbe berueffen und inmittels, weil sie aus dem hauße were, gleichermassen mit ir zuverfahren vermaindt. Als aber die frau, /260/ ohne dz sie grob schwanger, nicht wol fertig und also nicht so geschwindt dahin khomen mögen, inmittelst aber erfahren, welchergestaldt alles mit irer nachbarinnen abgelauffen, und also, ob sie wol zum zweitenmal, unverzuglich dahin zuerscheinen, gefordert worden, sich durch dz exempel warnen lassen und, dem gebott zu volgen, scheu getragen:

103) Seindt die gewaltmeistere mit iren stattknechten, schreibern, schmidten und andern biß in die 12 personen zu ir geschickht worden und, mit gueten und scharpffen wortten die frau außzunöttigen, understanden. Dieweil aber die frau ire unschuldt abermalen repetirt, sich auf ir burgerrecht und freyheit berueffen, mit anzeige, sie were in irem aigenthumb, dz sie theuer erkhaufft und schwerlich erbauet het, und inen ire sechs kleine kinder (deren zwei noch nicht gehen khunnen) gezeiget, und daneben der augenschein genugsamb außweist, das die grob schwangere und mit leibs blodigkheidt one dz befangene frau ohne handtgreiflicher gefahr nicht außzusetzen, haben sie die statknechte und etliche soldaten die nacht uber im hauß bleiben lassen und den keller und alle gemacher des haußes dergestalt versperret, dz sie den tag oder nacht weder essen noch trinckhen vor ir sechs khleine kinder und gesinde von dem irigen gehaben /260’/ khunnen, und die guete frau irer hochbeschwerlichen gelegenheit unerachtet von irer schlaffkamern in die kuchen, da sie die gantze nacht mit schmertzen auf den harten steinen in iren khleidern ligen mussen, vertrungen.

104) Dahero sie dann in solche schwacheit gerathen, dz man nicht anders zubesorgen gehabt, als dz wegen diser verstornus sie auch mit gefar ires lebens an stundt unnd unzeitlich solte entbunden sein worden.

105) Wie nun die gewaltmaistere den volgenden tag wider dahin khommen und, die frau auß dem hauß zunöttigen, abermal understanden, jedoch iren elenden zuestandt vermerckht, haben sie aus bevelch wolgedachten raths (wie sie vorgeben) ir drey schutzen ins vorhauß gelegt, ir, dieselbige zubekhostigen, bevolhen und vast alle gemächer, so die stat knechte den morgen aufgebrochen, zugemacht, sie mit iren kindern in ein ort des haußes verstrickhet und von irem brandtholtz, waßer, fleisch, mehl, wein, bier und andern daselbst habenden notturfftigen victualien abgeschloßen, guethertziger leuthe freyen zuetrit dardurch abgestrickht und also trost- und rathloß bißhero verbleiben lassen79.

106) Im Bonnerhoff bey obgemelter frau camermaisterin aber habens die herrn nicht viel beßer gemacht. Dann am selbigen tage, des morgens ohngefehrlich /261/ zwischen 8 und 9 uhren, seind von ainem erbarn rath der statt Coln die ehrnveste und hochgelerte Wilhelm Hackhstein, Johan Reckh, dero rechten doctorn, und Jacob Connersheim80 neben andern mehr dartzue verordneten, die frau cammermeisterin selbst personlich anzusprechen und, was ferner ein erbar rath bey sich beschloßen, ir anzuzaigen, in dem Bonnerhoff erschienen. Als nun solches dero herrn deputierten angeben dero frau camermaisterin furbracht, haben ire L. gedachten herrn durch ire diener widerumb referieren lassen, sie hette laider irer neulich vorgestandener leibs schwacheit halben von iren medicis, die sie deßfals gebrauchete, den morgen etzliche medicamenta eingenommen, were also vor dißmal gantz ungestalt, die herrn deputierte bey sich khommen zu lassen oder selbst mit iren gnedigsten zu sprechen. Begerte also, wz von ainem erbarn rath die herrn vor bevelch hetten, irer L. dienern solches anzumelden. Darauf dann die herrn deputirte sich heruber besprochen und vor antwort geben, dz ir bevelch were, dero frau camermaisterin selbst eines erbarn raths mainung furzutragen und nicht den dienern. Khundten also daruber nicht schreitten, sondern muesten also notwendig diß der frauen camermaisterin begehren zuruckh an einen erbarn rath gelangen /261’/ unnd fernern beschaidts gewertig sein. Seind also damit widerumb hinweg gegangen.

107) Volgendts aber, ohngefarlich umb den mittag, haben mehrgedachte herrn deputierte einen diener an den Bonnerhoff geschickht und daselbsten dero frau camermaisterin diener ainem angezeigt, man solte ohngefahr umb die zwo uhren an der herren hauß erscheinen und, wz die herrn deputierten von ainem erbarn rath bevelcht, von inen anhören. Wie dann auch darauf wolgedachte frau camermeisterin ire diener ans rathhauß auf bestimbte zeit geschickht und von den herrn deputierten aines erbarn raths mainung anhören lassen. Welche under andern dises nachvolgenden inhalts gewesen: Es wurde die frau camermeisterin sich, was ein erbarer rath hiebevorn wegen der im Bonnerhoff offentlich gehaltener exercitien und predigten halber gegen sie vorgenomen, auch biß anhero exequirt worden, noch ungezweifelt zuerinnern wissen.

108) Dieweil aber die camermeisterin gleich im anfang der vorgenomener execution mit leibs schwacheit befallen, hette also ein erbarer rath aus vilfeltigem irer sohn und verwahnten bitten die gelegenheidt angesehen und, biß sie etwan zun irer voriger gesundheidt /262/ khomen möchte, mit ferneren execution gegen sie zu verfahren, etwas[ein]zustellen gunstigclich bewilliget. Dabey es dann ein erbarer rath biß zu irer besserung nochmals bewenden liesse. Nichts desto weniger aber, dieweil ein erbarer rath glaublich in erfarung khommen, dz fur neulichen tagen etliche der frau camermaisterin sohn und töchter sich aus dem Bonnerhoff hinauß begeben, solte man dieselbe verstendigen, das ein erbarer rath inen hinfuro, in solchen hoff zukhomen oder zuverbleiben noch iren uffenthaldt darinnen zu haben, mit nichten gestatten wolte, sondern sich deßen gentzlich enthalten solten. Wie dann auch zue deme ende den herrn gewaltmaistern bevelch gegeben were, den inligenden soldaten zu bevelhen, das sie gedachte dero frau camermaisterin sohn, töchter noch verwahnten kheinen einlassen solten, und da sie schon eingelaßen, solten sie doch uber nacht darinnen nicht verbleiben. Es solte die frau cammermeisterin auch gegen einem erbarn rath oder deßen deputirten sich rundtlich mit nein oder ja erclären, wann sie widerumb zu irer voriger gesundtheit gerathen, ob sie alßdann, wie ir furhin uferlegt worden, den hof raumen wolte. Letzlich hetten auch die herrn /262’/ gewaltmaistere von einem erbarn rath weitern bevelch, im Bonnerhoffe zuerscheinen und daselbst iren habenden bevelch der gebur zuverrichten, wie von inen zuvernemen. Derhalben dann solches alles von wegen aines erbarn raths die herrn deputirte, der frau camermaisterin vorzubringen und ire erclärung widerumb an sie gelangen zu lassen, begert haben.

109) Es sein auch darauf, so baldt die diener zu hauß khomen, die gewalttrichter mit iren dienern und anderem irem zuestanndt inen auf dem fueß gevolgt, und haben die gewaltmaistere im Bonnerhoff zwischen drey und vier uhren ohngeverlich nachmittag dises referirt und angezeigt: Man solte der frauen cammermeisterinnen vermelden, das von einem erbarn rath sie dahin geschickht und starckhen bevelch hetten, dz sie alle gemächer außerhalb die camern, darinnen sie kranckh lege, die stub und kuchen, so zu irer notturfft offen verbleiben, zusperren und mit des raths secret versiglen solten. Welches, als es der frau camermeisterin durch ire diener angeben, hat sie sich volgendermassen darauf resolvirt und den herrn gewaltmaistern vor aine widerantwort geben lassen: Es befrembde sie nicht wenig, dz ein erbarer rath sie als eine adeliche person, so kainen burgerlichen /263/ statuten underworffen und die in der stat Coln wonhte, ir gelt, gleich als ob sie in einer herberg lege, verzerte, keinen gewin noch gewerb brauchete, gegen ainem erbarn rath ires wißens nie ichtes verbruchtet[!] hette noch einichen burgern beschwerlich gewesen were, dermaßen mit so gewaltthatigen handlungen nochmals in irer schwacheit turbiren und de facto molestiren thete. Zue deme, da sie ichtwas gegen einem erbarn rath, wie gering dz auch sein möchte (dz sie doch nicht verhoffte, geschehen sein), verbrochen hette, were sie genugsamb geseßen, dz man sie wol finden khunte. Solte man ir nun in irer behaußung alle gemächer, darauf dann hin und wider ire[r] kinder und verwandten kisten und casten sambt sigel und briefen stunden, deren sie in iren recht schwebenden sachen taglichs gebrauchen und dahero im geringsten deren khaines entberen khundten, ohne einige fuge und rechtmeßige ursach verschließen, darzu khonte noch wolte sie nicht verstehen. Da aber ein erbarer rath oder doch die herrn gewaltmeistere crafft habenden bevelchs uber alle zuversicht dz ir verrichten und solch gewalt in irer behausung uben wolten, muste sie solches vor dißmal mit geduldt erleiden, dem rechten bevelhen, auch solches hernegst Gott und iren freunden clagen. Wolte also nachmals hochstes vleißes gebetten haben, das die herrn einem erbarn rath ir, der frau camermeisterin, jetziges vortragen /263’/ anmelden, damit solches, sofern muglich, mochte vermieden werden.

110) Welches alles gleichwol bei den herrn burgermeistern nichts verfangen, sondern nachmals den gewaltrichtern, iren habenden bevelch zuverrichten, bevolhen, dann sie one den gantzen rath, wz einmal decretirt, nicht endern khundten. Ist also darauf von den herrn gewaltmeistern zum werckh geschritten, vor erst der grosse saal, darnach oben auf der galereyen zwo camern (wiewol die frau camermeisterin nochmals wie vor darfur gebetten und sich abermals zu geburlichen rechten berueffen) verschloßen und versigelt worden. Und hat sich also die wolgedachte frau camermeisterin von aller diser gewalthandlung, so ir yetzo und da bevor von einem erbarn rath begegnet, fur notario und gezeugen offentlich bezeugt, davon protestirt, sich an hoher recht beruefen und instrumenta gebetten, aber ist mit den verklausterten gemächern und eingelegten schutzen biß auf den heutigen tag beschwert gelassen.

111) Man will geschweigen, dz ein erbarer rath zu Coln irer evangelischer burgerschafft zu hochsten beschwernus an allen schreinen daselbsten in effectu verurkhunden hab lassen, niemanden an einige heuser oder erbschafften zuschreiben, der sich nicht vorhin mit schrifftlichen schein von seinem pastorn qualificiert hette.

/264/ 112) Ob nun dise geschwinde proceß unnd händl, so bei diesen khriegslauffen am meisten getrieben sein worden, dem heilsamen religion frieden, gemeinen beschriebenen, auch burgerrecht und freiheiten gemeß seien unnd was die jenige, so einem erbarn rath bei diser gefährlichen zeit, da diese statt von allen seiten wirdt angefeindet unnd jeder die augen darauf thuet schlagen, darzu raten und raitzen, vor seinr ziel haben, welle man allen treuhertzigen liebhabern unnsers gemeinen vatterlandtss zubedenckhen heimbgestellt haben.

Unterbeilage A: Dekrete des Kölner Rates vom 19. 6. und 26. 6. 158981

/264 f./ Da unter Verstoß gegen den Verbundbrief die Autorität des Rates insbesondere von erst kürzlich in die Stadt Zugezogenen in Zweifel gestellt wird, sollen künftig alle Personen, die Edikte, Ordnungen und das Gericht des Rates nicht beachten, mit einer Vollstreckungsfrist von sechs Wochen aus der Stadt verwiesen werden. Diese Frist gilt hiermit ab sofort für alle Verstöße, die bereits erfolgt sind. Daneben wird beschlossen, dass die am Fiskalgericht ergangenen, aber noch nicht vollstreckten Urteile unverzüglich exekutiert werden. Dekretiert am 19. 6. und 26. 6. 1589.

Unterbeilage AA: Befehl des Kölner Rates vom 18. 8. 158982

/264’ f./ Bekräftigung des Befehls an die Turmmeister, Rentmeister und Stimmeister, alle Personen, die sich gegen die fiscalische ordnunggesetzt oder die Obrigkeit und Jurisdiktion des Rates infrage gestellt haben, insbesondere aber folgend Genannte unter Berufung auf den RAb 1555 mit einer Vollstreckungsfrist von 6 Wochen aus der Stadt zu schaffen: Johann Tullier, Michael Beyart, Georg Düssel, Braun Odendall, Johann Pergen mit seiner Frau Magdalena, Dr. Isaak mit seiner Frau Elisabeth, Johann Stellingwarf, Vitus Hushoven, Anton Morenau83.

Unterbeilage B: Supplikation der Kölner Protestanten an den Rat vom 14. 2. 1594

/265–267’/ Beziehen sich auf die am 10. 2. 1594 erfolgte Pfändung auf Anordnung des Fiskalanwalts Gottfried Baum durch die Gewaltmeister bei ihren Mitbürgern und Nachbarn Johann Pergen und Adolf Saxenhagen wegen der Taufe ihrer Kinder gemäß der CA84. Auf ihre, der Nachbarn, erfolglose Interzession bei den Gewaltmeistern hin, die Exekution einzustellen, bis zur Supplikation an den Rat ein Bescheid vorliegt, hat sich ein Gewaltmeister auf den Befehl des Rates berufen und entsprechendes Vorgehen auch gegen sie, die Nachbarn, angedroht. Sie, die betroffenen Nachbarn, die sich zur CA bekennen, befürchten von einem derartigen Vorgehen eine Zerrüttung des bürgerlichen Friedens und wenden sich deshalb an den Rat. Sie verweisen gegen das rigide Vorgehen auf den Religionsfrieden und die Erklärung der Reichsstädte beim Städtetag 1575 in Esslingen zum Verhalten gegenüber gehorsamen Mitbürgern einer oder der anderen Religion85. Auf dieser Grundlage wird in vielen Reichsstädten die öffentliche Ausübung beider Religionen mit der Wahrung des bürgerlichen Friedens praktiziert. Sie, die Nachbarn, haben sich trotz der verschiedenen Religionszugehörigkeit stets friedlich gegeneinander verhalten. Da dies die gepfändeten Mitbürger dem Fiskalgericht vorgebracht haben, der Fiskalanwalt Baum sich aber nicht von seinem Vorgehen hat abbringen lassen, befürchten sie für alle Angehörigen der CA, dass sie bei einer Kindertaufe gemäß dieser Religion eine Strafe von 100 Goldfl. erhalten. Geben zu bedenken, ob dieses Vorgehen den RAbb und Städtetagsabschieden entspricht, und bitten den Rat, den gepfändeten Mitbürgern die entnommenen Pfande zurückzugeben sowie dem Fiskalanwalt derlei Prozesse und den Gewaltmeistern deren Exekution zu untersagen. Unterzeichnet von 29 namentlich genannten Mitbürgern86.

Unterbeilage C: Beschluss des Kölner Rates vom 8. 3. 1594

/268/ Obwohl der Rat berechtigt gewesen wäre, gegen Johann Pergen aufgrund dessen strafbaren Ungehorsams mit aller Schärfe zu verfahren, hat er es dabei belassen, ihm die Bürgerschaft aufzukündigen und aus der Stadt zu verweisen. Da er die Stadt bereits verlassen hat, wird hiermit aufgetragen, dessen Ehefrau zu befehlen, Köln innerhalb von vier Wochen mit Kindern, Hab und Gut zu verlassen. Trifft man Pergen oder dessen Frau und Kinder nach dieser Frist in Köln an, werden sie gewaltsam ausgeschafft und ihr Haus versperrt. 8. 3. 1594.

Unterbeilage D: Kölner Ratsdekret vom 23. 3. 1594

/268 f./ 23. 3. 1594. Auf die abermalige Supplikation Anne Saxenhagens hin, ihren Ehemann für die Teilnahme an der bevorstehenden Messe aus der Haft zu entlassen, belässt der Rat es beim vorherigen Beschluss. Da die Frau aber hochschwanger ist und darum bittet, bis nach ihrem Kindbett in der Stadt bleiben zu dürfen, gesteht der Rat diese Verlängerung der Frist zu, falls Saxenhagen eidlich und sie, die Ehefrau, bei ihren fraulichen treuengeloben, nach dem Kindbett die Stadt zu verlassen. Sollten beide das Versprechen nicht leisten, bleibt es beim vorherigen Beschluss. Unterzeichnet von Laurenz Weber, Sekretär.

Anmerkungen

1
 Ulm, fol. 23’; Nürnberg, fol. 39 [Nr. 103 mit Anm. d].
2
 Vgl. Aufschr. der Kopp. in HAB Wolfenbüttel (Nachweis oben) sowie in StA Würzburg, SRTA 8, unfol.
3
 Gleiches Datum der Abschrift auch auf der Kop. in HStA München, Hst. Freising K. blau 221/5, fol. 110–112’.
4
 Wohl zu beziehen auf die Vorlage als Beilage A zusammen mit den protestantischen Gravamina [Nr. 390].
5
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 15 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3108 f.).
6
 Interzessionen zugunsten der Kölner Protestanten: Foerster, Bemühungen; Ennen, Geschichte V, 366–373; Schilling, Exulanten, 115; Ruthmann, Religionsprozesse, 86 f. mit Anm. 193. Interzession der weltlichen Kff. beim Ks. anlässlich der Übergabe ihrer Gravamina 1590: Lundorp, Acta publica I, 64–69, hier 65; Senckenberg, Sammlung III, 132–159, hier 137 f. Auch beim RT verwiesen die Kurpfälzer Gesandten die Vertreter der Stadt Köln bei deren Vorsprache am 16. 5. 1594 mit der Bitte um Unterstützung ihrer Supplikationen [Nr. 450, Nr. 467, Beilage C] auf die Beschwerden der dortigen Protestanten und forderten sie auf, dafür einzutreten, dass die vielen Bürger, die sich zur CA bekennen, /9/ bei irer religion frei gelaßen, unnd ihn allermaßen unsere[= die Kölner] herrn und obern, bei deß Reichs constitution erhalten zu werden, begerenn, also auch bemelte der augspurgischer confeßion verwandten bei dem jenigen, waß die Reichs constitutiones inen gunnen und nachgeben, unnd dem freien abtzugh gelaßen werden mochten(Köln, fol. 8 f.).
a
 geringsten] In B: wenigsten. C wie Textvorlage.
7
 Einrichtung des Fiskalgerichts 1587 zum Zweck der „institutionalisierten Strafverfolgung der Protestanten“ als Abschluss der Maßnahmen gegen deren Religionsausübung im privaten Bereich, die der Rat nicht als religiöse Zusammenkünfte, sondern als politische Aktionen einstufte, die unter das Zusammenrottungsverbot des Verbundbriefs fielen (Ruthmann, Protestanten, 45; vgl. Ruthmann, Religionsprozesse, 172 f.).
8
 = Versperrung, Abschließung (Grimm, Wörterbuch XI, 1040: Klauster = mittelrheinisch für Vorhängeschloss).
9
 Bemühungen um ein Verfahren am RKG seit 1588 im Zusammenhang mit der Entwicklung in Köln: Ablehnung eines Antrags von Johann Pergen und Anton Mornaw auf ein Mandat gegen die Stadt wegen des Vorgehens des Fiskalgerichts; zwar Annahme einer anderen Appellation, jedoch Zurückweisung einer damit verknüpften Inhibition zur Einstellung des fiskalgerichtlichen Verfahrens bis zur Entscheidung des RKG (Ehrenpreis/Ruthmann, Jus, 81 f.; Ruthmann, Religionsprozesse, 190–230; zu den Kölner Prozessen am RKG seit 1568 insgesamt: Ebd., 75–259).
10
 = die Beilage.
11
 Vgl. zur Unterzeichnungsform auch Nr. 424, fol. 49’ f. [Gleichwol dieweil in …] mit Anm. 9.
12
 Wechsel zur 2. Schreiberhd. bei fol. 268 (Artikel 63).
13
 Die Aufschrr. zeigen, dass die Abschrift am 7. 7. (anknüpfend an die in der Akte vorausgehenden Stücke) begann und sich bis 9. 7. hinzog.
14
 Wohl verschrieben für: 5. Juni [15. 6.].
b
 tueffister] In B und entsprechend in C eindeutig: tieffster.
15
 Bezugnahme auf die Sicherung der CA-Stände auch in ihren Zeremonien: Religionsfrieden im RAb 1555, § 15 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3108 f.).
16
 Friedhof vor dem Severinstor, spätestens 1576 (Ennen, Geschichte V, 387).
17
 Bestattungspraxis auf dem „Elendenfriedhof“ zu St. Katharinen als Begräbnisort für nicht katholisch Getaufte: Herborn, Protestanten, 143 f. Ratsbeschluss vom 10. 6. 1583 als Reaktion auf eine Forderung von Nuntius Bonomi, das dortige Begräbnis zu verweigern, künftig Bestattungen nur mit Erlaubnis des Rates zuzulassen; Erneuerung des Beschlusses 1585/86 und zudem Verbot protestantischer Leichenprozessionen zum Friedhof: Ehses/Meister, NB I, Nr. 48 S. 66, Anm. 2; Ennen, Geschichte V, 388 f.
18
 Zum Verbot der auswärtigen Eheschließung und Kindertaufe am Beispiel der Prozesse des Bertram Isaak und Johann Pergens (1588): Ruthmann, Religionsprozesse, 170–190.
c
 instruirn] In B: instituiren. C wie Textvorlage.
19
 Maßnahmen des Rates gegen protestantischen Schulunterricht: Ennen, Geschichte V, 384–387.
20
 = dem Mönchtum.
d
 sectarien] Korr. nach B und C. In der Textvorlage verschrieben: secretarien.
e
 zuherbrigen] In B eindeutig: zuherbergenn.In C: zubegegnen[!].
21
 „Morgensprachen“ (Ratsanordnungen) des Kölner Rates schon seit 1556 mit der Verpflichtung für Bürger, sich über Glauben und Leumund zuziehender Fremder zu informieren: Ruthmann, Religionsprozesse, 81 f. Allgemein zum Vorgehen des Rates gegen nicht-katholische Einwohner („Kriminalisierungskampagnen gegen Protestanten“, „Konfessionalisierung durch Kriminalisierung“): Schwerhoff, Köln, 239–264.
f
 sich] In B, C: man sich.
22
 Seit 1562 musste jeder Ratsherr den Eid auf die katholische Religion leisten, 1571 wurde die Eidesleistung ausgeweitet auf die Aufnahme als Bürger und der Ratseid nochmals erweitert (Ruthmann, Religionsprozesse, 82 f., 106 f.; vgl. Deeters, Bau, 193; Bergerhausen, Köln, 154 f.). Ausführlich zu den Maßnahmen gegen die Zuwahl protestantischer Ratsmitglieder seitens der Zünfte: Ennen, Geschichte V, 347–365; Herborn, Protestanten, 144–147; Ruthmann, Religionsprozesse, 161–169.
23
 = der Papst und dessen Anhang in Köln.
24
 Die vielfache Einflussnahme der Nuntien auf den Kölner Rat wird in den Kölner Nuntiaturberichten häufig angesprochen Vgl. beispielhafte Auswahl anhand der Einleitungen: Ehses/Meister, NB I, Einleitung, XXXVII f., XLVIII, LIV, LV f.; Ehses, NB II/1, Einleitung, XLIV f. Vgl. daneben Roberg, NB II/2 und II/3, passim.
g
 nun] In B, C: man.
25
 Zur Einrichtung des Fiskalgerichts 1587 vgl. oben, Anm. 7.
26
 = zu ‚betrüben‘.
27
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 20 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3110 f.). Vgl. Gotthard, Religionsfrieden, 112–118.
28
 = dem Apostolischen Glaubensbekenntnis.
29
 Ökumenische Konzilen von Nicäa/Nikaia 325, Konstantinopel 381, Ephesos 431 und Chalkedon 451 (TREXXIV, 429–441; XIX, 518–524; IX, 753–755; VII, 668–675; jeweils Lit.).
h
 mergemelte] In B: gemelte.In C: obgemelte.
i
 etwa] In B: etwan. C wie Textvorlage.
30
 = Endurteil.
j
 die] In B, C: der.
31
 = gereit: verfügbar, beweglich.
32
 Anton Mornaw oder Morenau, Mitglied der Kölner deutschreformierten Gemeinde (vgl. unten, Anm. 83).
33
 = Unterbeilagen A und Aa.
34
 Zusammenkünfte im Haus eines Kölner Bürgers „Oben Mauern“ (Ennen, Geschichte V, 331; dort 331 f. weitere bevorzugte Predigtorte).
35
 Stimmeister: 2 Verordnete des Kölner Rates, verantwortlich für die Stadtverteidigung und die allgemeine Sittenaufsicht (Groten, Beschlüsse, XVIII).
36
 Inhaftierung des Predigers Badius: Ennen, Geschichte V, 451 (dabei ebenfalls ergriffene Personen: 453 f.); Simons, Konsistorial-Beschlüsse, 350; Schwerhoff, Köln, 255, 263 f.
37
 Bezugnahme auf den Tag von 5 Reichskreisen (Kurrheinischer, Oberrheinischer, Schwäbischer, Niederrheinisch-Westfälischer, Niedersächsischer) zu Köln im Mai 1590, einberufen im System der EO wegen der Grenzverletzungen im Gefolge des niederländischen Kriegs. Vgl. Schweizer, Deputationstag, 39 f.; Ritter, Geschichte II, 51; Lanzinner, Friedenssicherung, 441 (Abschied vom 6. 6. 1590: LAV NRW R, NWKA IX/54, fol. 247–253. Kop.). Zur Interzession (5. 6. 1590): Foerster, Bemühungen, 50–57; Ennen, Geschichte V, 369.
38
 Titel: Copey Der Supplication etlicher Bürger in Cöllen, die sich zur Euangelischen Lehr Göttliches Worts vnd der darauff gegründten Augspurgischen Confession bekennen. Vbergeben den 2. Junij stylo nouo Anno 90. durch einen Doctor der H. Schrifft vnd eine fürnemme Person vom Adel.[Köln] 1590. Nachweis u. a.: LAV NRW R, Kurköln VIII Nr. 861, fol. 24–35’. Druck: Schadaeus, Continuatio III, 368–375. Digital: https://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10201427.html [Abruf: 17. 07. 2019]. Referat: Khevenhiller, Annales III, 799–806. Vgl. Stieve, Religionsbeschwerden, 106, Anm. 1; Ruthmann, Religionsprozesse, 211–214.
39
 Johannes Badius: Warnung für die summarische Beschreibunge eines ungefehrlichen Gesprechs, das zu Cöln zwischen Casparo Ulenbergio, Pastorn und Canonichen zu S. Cunebertz, und Johanne Badio Praedicanten sol gehalten sein, den 10. und 11. Aprilis jetzlauffenden 1590. Jars.[Köln] 1590; erschienen als Gegendarstellung zu: Kaspar Ulenberg, Summarische Beschreibung eines ungefehrlichen Gesprächs, das zu Cöln zwischen Caspara Ulenbergio … und Ioanne Badio … den 10 und 11 Aprilis … 1590 gehalten worden.Köln 1590. Digital: https://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb11231611.html [Abruf: 17. 07. 2019]. Vgl. Stieve, Religionsbeschwerden, 106 f., Anm. 2. Zur Disputation mit Ulenberg und weiteren Maßnahmen gegen Badius: Ennen, Geschichte V, 451–453.
40
 Einflussnahme der Kurie und der Jesuiten auf den Kölner Rat: Ennen, Geschichte V, 356 f., 380, 454. Verbindung einer Gruppe um Bürgermeister Arndt von Siegen mit den Jesuiten: Ruthmann, Religionsprozesse, 84.
41
 Inhaftierung des Wirts Siebert Strobant oder Stroebandt (1590) wegen eines protestantischen Gottesdiensts in seinem Haus: Ennen, Geschichte V, 454; Schwerhoff, Köln, 92 f., 255.
42
 Dr. Johann Reck, Ratsherr 1593–1608, verst. 1610 (Deeters, Rat, 313, Nr. 2956).
43
 Hinweise zu Prediger Wilhelm Nickel (Studien u. a. in Heidelberg und Genf): Ennen, Gemeinde, 401.
44
 Obige Inhaftierung Nickels: Simons, Konsistorial-Beschlüsse, 379, Anm. 1; Schwerhoff, Köln, 255; Ruthmann, Religionsprozesse, 210.
45
 Jakob von Siberg, Ratsherr 1575–1593 (Deeters, Rat, 111, 311, jeweils Nr. 3373).
46
 Syndicus Dr. Wilhelm Hackstein nahm für die Stadt Köln am RT teil (RAb [Nr. 511] mit Anm. 280).
47
 Vgl. Stieve, Religionsbeschwerden, 107, Anm. 3: Erlass des Nuntius Ottavio Mirto Frangipani vom 11. 7. 1591 (mit Drucknachweis).
48
 Zu Calenius vgl. unten, Anm. 57. Heinrich Krufft, genannt Krudener, Ratsherr seit 1543, Bürgermeister 1583–1589, Fiskalrichter spätestens 1588 (Ruthmann, Religionsprozesse, 172 f., Anm. 457; Deeters, Rat, 358, Nr. 105; Herborn/Heuser, Geburtsstand, 139).
49
 Diakon Gylliss Mandier (so Schwerhoff, Köln, 255); zu dessen Verhör durch den Rat: Simons, Konsistorial-Beschlüsse, 379 f.
50
 Greve: Vorsitzender der Schöffen am Kölner Hochgericht, Gerichtsvorsteher (Schwerhoff, Köln, 73–77; Herborn/Heuser, Geburtsstand, 63).
51
 Ausschaffung Sebastian Seidels, Prediger der deutschreformierten Gemeinde, 1591: Ennen, Geschichte V, 454. Dagegen nach Simons, Konsistorial-Beschlüsse, 379, Anm. 2, auf den Prediger Wilhelm Nickel zu beziehen. Zu Stellingwarf und Vitus Hushofen vgl. unten, Anm. 83.
52
 Stimmeister vgl. oben, Anm. 35. Turmmeister: Neben den Gewaltrichtern zentrale Rolle im System der städtischen Strafverfolgung; zuständig für die Gefängnisse in den Stadttürmen, wiesen Häftlinge ein und führten Verhöre durch (Schwerhoff, Köln, 61–63; Groten, Beschlüsse, XVIII).
k
 bonische] In B, C eindeutig: bonnische[= Bonner].
53
 Vgl. Lau, Buch Weinsberg IV, 124.
54
 Ausschiffung von Nickel und G. Mandier [!] am 6. 7. 1591: Simons, Konsistorial-Beschlüsse, 379, Anm. 2.
55
 = Amt des Burggreven, das nicht von Ratsherren, sondern von Bürgern wahrgenommen wurde. Aufgabe u. a.: Aufsicht über den Zugang zu Gefangenen (Schwerhoff, Köln, 63 f.).
56
 Zusammenkünfte in der Wohnung des Gaffelknechts der Schneiderzunft in Obenmarspforten, Verklausterung des Hauses 1589 (Ennen, Geschichte V, 331, 450); wohl zu beziehen auf den Schneidermeister Peter von Essen (vgl. Schwerhoff, Köln, 262).
57
 Lic. iur. Gerwin Calenius, Buchdrucker und Verleger, Ratsherr 1579–1600, 1587 Fiskalrichter (Deeters, Rat, 311, Nr. 786; Ruthmann, Religionsprozesse, 172 f., Anm. 457, 178 f., 183–187).
58
 Amt der Gewaltrichter bzw. Gewaltmeister mit einer Doppelfunktion als Richter im eigentlichen Sinn und als Exekutive des Rates u. a. beim Vollzug von Strafmaßnahmen gegen protestantische Zusammenkünfte: Schwerhoff, Köln, 51–56.
59
 Aktion des Rates gegen 37 Personen, die von den Gewaltrichtern beim Gottesdienst auf dem Holzmarkt angetroffen wurden: Ennen, Geschichte V, 454 f. Mit der Geldbuße von 50 fl. wurde die vorherige Praxis der Ausweisung abgemildert (Schwerhoff, Köln, 255).
l
 schuelen] In B: schulern. C wie Textvorlage.
60
 Maßnahmen des Rates gegen protestantischen Schulunterricht, dabei auch Verbot der Schule des Johann Stellingwarf schon 1579, bekräftigt 1582: Ennen, Geschichte V, 385 f. Zum Vorgehen des Rates gegen Stellingwarf, dessen Ehefrau und Vitus Hushoven 1593: Ruthmann, Religionsprozesse, 199 f.; Ehrenpreis/Ruthmann, Jus, 83.
61
 Bürgermeister Johann Hardenrath nahm für Köln am RT teil (RAb [Nr. 511] mit Anm. 280). Ratsmitglied 1576–1606, wiederholt Bürgermeister bis 1629, gest. 1630 (Deeters, Rat, 358, Nr. 106).
62
 = die Gewaltrichterdiener, die Vorgaben der Gewaltmeister notfalls gewaltsam vollzogen und Verhaftungen etc. durchführten (Schwerhoff, Köln, 56–59).
m
 in] In B: ahn. C wie Textvorlage.
n
 Koll] In B, C: Kolb.
63
 Maßnahmen des Rates gegen protestantischen Schulunterricht, dabei auch Verbot der Schule des Ludwig Kolb schon 1579, bekräftigt 1582: Ennen, Geschichte V, 385. Obiges Vorgehen 1593: Ebd., 460; Simons, Konsistorial-Beschlüsse, 415, Anm. 6.
64
 = Fiskalanwalt Gottfried Baum (Ruthmann, Religionsprozesse, 173, 180, 197), zuvor Turmschreiber (Schwerhoff, Köln, 56, 105, 473). Obiger Vorfall und weitere Auszüge aus den Gravamina: Simons, Konsistorial-Beschlüsse, 439 f., Anm. 5.
65
 = ‚ehren- und achtbare‘.
66
 Johann Pergen (Pergens), bedeutender Kaufmann (Gramulla, Handelsbeziehungen, 43; Anhang III S. 488 Nr. 44, S. 491 Nr. 62) und Führer der deutschreformierten Gemeinde (biografische Hinweise: Ruthmann, Religionsprozesse, 174, Anm. 461). Zum Vorgehen gegen ihn und seine Frau (auch Punkte 64–66, 99–105) sowie gegen Saxenhagen und dessen Frau (auch Punkte 67–69, 88–98, 100): Ebd., 201 f.; Ehrenpreis/Ruthmann, Jus, 83; Ennen, Geschichte V, 455 f. Obiger Vorfall am 10. 2.: Lau, Buch Weinsberg IV, 184 f.
o
 in] In B, C: mit.
67
 Vgl. dazu und zum Vorfall am 13. 4. 1594 (Punkt 100 ff.) quellenkritisch relativierend: Ruthmann, Religionsprozesse, 201 f. mit Anm. 547.
68
 = Unterbeilage C.
69
 = Unterbeilage D.
70
 = das Kölner Schmiedeamt als Teil der Schmiedegaffel (Militzer, Gaffeln, bes. 51–54).
71
 Matthias von Neuss, von der Schmiedegaffel erstmals 1578 in den Rat gewählt (Deeters, Rat, 163, Nr. 2671); Zurückweisung der Wahl 1593 durch den Rat (Herborn, Protestanten, 147; Ruthmann, Religionsprozesse, 165 mit Anm. 438). Nach seinem Tod am 28. 2. 1594 wurde der Schmiedegaffel die Teilnahme an der Beerdigung streng untersagt (Ennen, Geschichte V, 353; vgl. Lau, Buch Weinsberg IV, 185 f.).
72
 Zum Bonner Hof als einer der Predigtorte: Ennen, Geschichte V, 332.
73
 Zum Vorgehen gegen Agnes Schenk von Nideggen, Witwe des Johann von Ketteler (Kettler), bergischer Kammermeister und Amtmann zu Elberfeld, trotz der Bitte des Lutter Quadt von Wickrath (zu diesem: Press, Calvinismus, 395 f.), da in ihrem Haus wiederholt Johann Badius predigte: Ennen, Geschichte V, 458 f. Obiger Vorfall (mit Datum 27. 3. 1594): Lau, Buch Weinsberg IV, 190; Simons, Konsistorial-Beschlüsse, 439 f., Anm. 5.
74
 = der Sohn des Johann von Ketteler und der Agnes Schenk von Nideggen.
75
 = bei Ennen, Geschichte V, 269, als „Junker von Frentz“.
76
 Zu Hardenrath vgl. oben, Anm. 61. Arndt (Arnold) von Siegen, Ratsherr 1586–1607, Bürgermeister im Zeitraum 1593–1607; verst. 1607 (Deeters, Rat, 359, Nr. 109); Marx (Markus) Beiweg, Ratsherr 1566–1602, Bürgermeister im Zeitraum 1591–1604; verst. 1605 (ebd., 359, Nr. 108).
77
 Gewaltrichter Heinrich Starck (Schwerhoff, Köln, 224), Ratsherr 1583–1595, verst. 1597 (Deeters, Rat, 234, Nr. 3486).
p
 einlauffenden] In B. C: jetz lauffenden.
q
 ob] In B, C: obwol.
78
 Wohl Wachpersonal, Wächter (vgl. oben in Absatz 98 folgend).
79
 Zur Ausweisung der Magdalena Pergen mit ihren Kindern vgl. Deeters, Bau, 207.
80
 Zu Syndikus Hackstein und Ratsherr Reck vgl. Anm. 42, 46. Jakob von Conresheim (Conersheim, Connersem), Ratsherr 1572–1608 (Deeters, Rat, 63, Nr. 2027; Schwerhoff, Köln, 234).
r
 sein] In B, C: ein.
s
 vatterlandts] In B danach zusätzlich: teutscher nation, hohen und nideren standts. C wie Textvorlage.
81
 Vgl. Ruthmann, Religionsprozesse, 198.
82
 Referat bei Ennen, Geschichte V, 450 f. Vgl. Ruthmann, Religionsprozesse, 198 f. (mit Darlegung zur fraglichen Exekution des Mandats).
83
 Namen der Auszuweisenden bei Ennen, Geschichte V, 451, und Ruthmann, Religionsprozesse, 198, Anm. 536; wenige weitere Angaben zu ihnen: Ebd., 175, Anm. 164: Johann Tullier (verdeutscht Dullinger), vermutlich aus niederländischer Kaufmannsfamilie; Michael Bayardt (auch Boyard oder Beyertt); Georg Düssel, Schuhmacher; Braun Odendall (Brun Odendahl), wohl ein Wagenmacher, Mitglied der deutschreformierten Gemeinde; Johann Pergen mit Ehefrau Magdalena (vgl. Anm. 66); Dr. med. Bertram und Elisabeth Isaak, Mitglied der deutschreformierten Gemeinde (vgl. zusätzlich: Ebd., 174, Anm. 460); Johann Stellingwarf (Stillingwarf), Schulmeister; Vitus Hushoven (Huyshofen), 1591 tätig als Gesandter der reformierten Gemeinde Kölns (ebd., 199, Anm. 541); Anton von Mornaw (Morenau), Kaufmann, Mitglied der deutschreformierten Gemeinde (vgl. zusätzlich: Ebd., 174 f., Anm. 463).
84
 Vgl. oben, Punkt 57. Vgl. zu obiger Supplikation im Zusammenhang der Kölner Religionsbeschwerden: Ruthmann, Religionsprozesse, 200 f.
85
 Abschied des Städtetags vom 24. 8. 1575. Vgl. Fels, Zweyter Beytrag, 245–247; zum Städtetag: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 146 S. 653, Anm. 13 (Lit.).
86
 Unterzeichner namentlich bei Ennen, Geschichte V, 455; Ennen, Gemeinde, 523.