Deutsche Reichstagsakten, Jüngere Reihe. Reichstagsakten unter Kaiser Karl V., XI. Band. Der Reichstag zu Regensburg 1541 bearbeitet von Albrecht P. Luttenberger, für den Druck vorbereitet von Christiane Neerfeld
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Anmerkungen
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Am gleichen Tag beantwortete Kf. Johann Friedrich auch das Schreiben seiner Räte und Theologen in Worms vom 24. Dezember, Torgau, 1540 Dezember 30, Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 329 Nr. 133 Bd. 2, 112r–116v (Ausf.): Stellungnahme zum Wormser Verhandlungsstand. Etwaige Vergleichungsvorschläge Granvelles, die für die Protestanten zweifellos unannehmbar sein werden, sollen sie allenfalls zur Kenntnis nehmen, nicht beantworten und sich nicht darauf einlassen. So aber hieruber der orator wurde handeln wollen von artickeln ayns eusserlichen, bestendigen friedens, darauf muget ir, auch rethe und botschaften euch hören lassen, ime, dem oratori, were selbst bewust, welchergestalt die stende dieses tails fur aynem jhare ire potschaft zu ksl. Mt. in die Niederlande geschickt und umb gnedigste handhabung des nurnbergischen friedens und stilstandts hetten ansuchen lassen, darauf aber durch ire ksl. Mt. ayn ufschubliche anthwort gegeben. Und wiewol ksl. Mt. uns und unserm vettern und bruder, dem Lgf. zu Hessen etc., in der erforderung gegen Speyer, welche sich gegen Hagenaw vorandert, gnedigste vortrostung gethann, das die kgl. Mt. doselbst die resolucion daruf antzaigen solt, so stunden doch wir dieses tailhs desselben friedens und stilstandts resolution noch heutzutage in mangel und derhalben hettet ir, auch rethe und potschaften bevelh, im valh, das der religion halben die vorgleichung entstunde, das ir und sie bey dem oratori itzt uf obgemelter potschaft anbringen umb gnedigste anthwort soltet anregen. Darumb kondte der orator wol abnhemen, das man uff diesem tailh frieden und ruhe zum hochsten suchte. Wo sich nhu der orator mit furschlegen dartzu dinstlich und, domit berurter nurnbergische friede und stilstandt am chamergericht und sunst bestendiglicher, dan bisher bescheen, mocht erhalten werden, wolt beladen, die wollet ir und sie euerm bevelh nach gerne anhören und sich darauf wiederumb vornhemen lassen etc. Dann hieraus wirdet man bey dem orator erlernen die anthwort uff die obgemelte werbung, so an ksl. Mt. bescheen, und dartzu auch, welchergestalt man zu aynem eusserlichen frieden gnaigt. Dan wo der orator andere wege wurde furschlagen wollen, so wirt es gewiß ain solich ding seyn, das man also wirdet wollen friede geben, das das evangelium etzlicher maß eingetzogen werden und seynen freyen lauft nit haben solt, welchs aber uns und unsern mitvorwanten mit Gott und gutem gewissen eintzugehen oder zu bewilligen, wie dan der gelerten der hailigen schrieft rathschlege derhalben vorhanden, gar nit zu thun sein wolt. Anweisung zu weiterer Berichterstattung. Wir haben auch vorstanden, das der von Goßlar acht am rathaus zu Wormbs offentlich ist ufgeschlagen und publicirt worden. Nun ist uns copey solicher denunctiacion vor des auch zuhanden khomen, darauf auch und, wie man sich in dieser der von Goßlar beschwerung zu halten und zu ertzaigen haben muge, uf itzigem tage zur Naumburgk gehandelt und geschlossen werden soll. Und ist woll darfur zu achten, das solichs zu aynem erschrecken diesem tail neben den geschwinden processen am chamergericht, aber furnemlich dorumb understanden wirdet, dardurch zu erfharen, wie man sich dieses tailhs dargegen stellen wirdet. [...]. Datum Torgau, Dornstags nach dem hailigen christage, den 30. Decembris anno eiusdem 1541.
2
Karl V. an Kf. Johann Friedrich von Sachsen, Luxemburg, [1541] Januar 3, Weimar HStA, EGA, Reg. E 139, fol. 106r–106v (Ausf.): Hat das Schreiben Johann Friedrichs und des Lgf. von Hessen [Nr. 416] und das besondere Schreiben Johann Friedrichs an ihn – beide Schreiben wurden ihm von Granvelle zugeschickt – zur Kenntnis genommen. Hat Granvelle befohlen, darauf zu antworten. Bittet, Granvelle hierin Glauben zu schenken. Geben in unser stat Lutzenburg am dritten tag des monats Januarij anno etc. im 41.
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Vgl. die Eingabe der protestantischen Gesandten auf dem Wormser Kolloquium an Granvelle, [Worms], 1541 [Januar 13]; Weimar HStA, EGA, Reg. E 141, fol. 87r–88v (Kop.): Die Gesandten der protestantischen Stände wären bereit, ihm auf seine Bitte hin von den Beschwerden, die ihren Obrigkeiten am keyserlichen camergericht bißher begegnet und noch teglich begegnen, information und vertzeichnis zutzustellen. Nachdeme aber, wie eueren Gn. bewust, nicht alle religionsverwanthen fursten und stende ire sondere rethe und gesanthen alhier haben, sonder allein gleich alß ein auschuß von aller religionßverwanten Kff., Ff. und stende wegen anher auf erfordern der röm. ksl. Mt. zue dem christlichen gesprech gesant und verordnet, so konnen gegenwertige rethe und gesanthen nicht eigentlich wissen, was vor beschwerung eynem jeden fursten, standt oder stadt, sonderlich derjhenigen, so itzunder niemants in sunderheit alhie haben, begegnen und also dieselbige information und vertzeichnus auf alle und jede vhele, wie sie wol geneigt und willig, nicht verfertigen und euer Gn. zustellen mögen. Bitten derhalben, euere Gn. wolten in dem keyn ungefallen nicht tragen.Übergeben ihm ein Verzeichnis etlicher Beschwerden, das 1539 in Frankfurt dem Ebf. von Lund zugestellt wurde. Daruber aber sieder derselbigen zeith iren kfl. und fstl. Gn., Gn. und G. etzliche neue beschwerung begegnet, welcher abschaffung und stilstant nicht weniger dann derjhenigen, so in dem vertzeichnus ausgedruckt und benenth, gesucht und begert wirdet. Bitten derwegen, euere Gn. wölten ingemeyn aller und jeder solcher beschwerungen der ausgegangenen und erclerten achten oder, so kunftiglich ausgehen und erclert werden solte, abschaffung und stilstandt in nahmen ksl. Mt. verfugen, wie solchs die chur- und fursten zue Sachssen etc. und Hessen etc. in irem schreiben an die ksl. Mt., alß eueren Gn. bewust, undertheniglich gesucht und gebethen, auf welches schreiben sich die rethe, gesanthen und potschaften obgemelt referirt und getzogen haben wöllen, die ksl. Mt. underthenigst zue erhaltung gemeines friden und des nurmbergischen fridstants anruffende, mit bith, euere Gn. alß irer ksl. Mt. orator wölten sich in deme gutwillig ertzeigen und vernehmen lassen. Vgl. dazu auch den folgenden Ausz. aus einem Schreiben der [kursächsischen Räte zu Worms] an [Kf. Johann Friedrich von Sachsen], o. Ort, o. Datum, Weimar HStA, EGA, Reg. E 141, fol. 91r–92v (Kop., Ausz.): Nachdeme die artickel, so zuvorn zu Franckfurt ubergeben, die beschwerung am chammergericht belangend, dem H. von Granuelh zugestellt, haben wir vor unnottig geachtet, eur kfl. Gn. derselbigen copeien mitzutzuschicken, dieweil dieselbigen im frannckfordischen verleipt, allein das sie itzt in lateinische sprach verdolmetscht. Daruber aber haben wir zum kurtzten der beschwerung halben, so euere kfl. Gn. in beiden sachen, nemlich das burggraffthumb zu Magdeburg und des Bf. von Meisßen vermeinte session belangend, erinnerung gethan. Desgleichen auch geschehen ist von wegen unsers gnedigen herrn Hg. Heinrichs zu Sachssenn etc. in derselbigen sachen, den Bf. von Meissenn berurend, auf anhalten seiner fstl. Gn. gesanten Dr. Camicianj. Item, der von Goßlar acht halben, derwegen wir sampt den andern rethen und gesanten dem H. von Granuelh hietzuvorn einen notturftigen bericht ubergeben, darauf er sich auch gutwillig erbothen etc. Item, zweier religionsachen halben Sant Steffans closter und die carthaus der stat Straßburg belangend. Item, einer sach halben, darumb Gf. Albrecht sich beschwert, daß ime wider recht die gegenbeweisung abgeschniten wirdet. Welchs als ein memorialhzeddel in latein, den eueren kfl. Gn. wir hiemit mit D getzeichent ubersenden, dem H. von Granuelh zugestellet und ingemein gebeten, wie aus dem vertzeichnus, mit B signirt, zu befinden. Vgl. dazu die Eingabe der protestantischen Gesandten zu Worms an Granvelle, o. Datum, Weimar HStA, EGA, Reg. E 141, fol. 93r–94v (Kop.).
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–w In B v. d. Hd. Burchards korr. aus: und man wurde innenwerden und befinden, das irer ksl. Mt. gemuet und neigung nicht anders dann zu friden geneigt stunde. Dan sie der ksl. Mt. daran zu hochstem gefallen thetten und vermutlich zu cristlicher vergleichung in der religionsachen, darumb ire ksl. Mt. zum hochsten begerten, das euere kfl. und fstl. Gn., eigener person den reichstag zu besuchen, in keinen weg underlassen wolten.
5
Vgl. die kursächsischen Räte und Theologen zu Worms an Kf. Johann Friedrich von Sachsen, Worms, 1541 Januar 18, Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 329 Nr. 133 Bd. 2, fol. 191r–193v (Ausf.): Schreiben Dolzigs und Burchards vom 14. Januar. Dauer des Gesprächs nur drei Tage. Auf ksl. Befehl durch Granvelle Verschiebung des Gesprächs auf den Reichstag. Erlass eines Abschiedes durch Granvelle und die Präsidialräte laut beiliegender Kopie [Nr. 9]. Was belangend die jungst von uns eurn kfl. Gn. uberschickte artickel des keyserlichen glaits uff kunftigen reichstag, die beschwerung am chammergericht und fridstand etc., hat sich der H. von Granuella erbothen, mit der ksl. Mt. darvon personnlich zu reden und vleis furzuwenden, das solchs inhalts der gethannen ansuchung und erinnerung, wie eueren kfl. Gn. underthenigst vermeldet, gefordert und ausgericht werde. Haben deshalb den Kanzleischreiber Kraft Rauch, der etwas Latein kann, angewiesen, Granvelle nachzufolgen, der heute nach Speyer, wo der Kaiser noch heute eintreffen soll, abgereist ist. Rauch soll zusammen mit einem hessischen Gesandten auf die Antwort des Kaisers warten. Wollen morgen von Worms aufbrechen. Auf die Antwort des pfälzischen Kurfürsten an Kf. Johann Friedrich warten sie noch. Werden sie nach ihrem Eintreffen unverzüglich schicken. Datum Wormbs, Dinstag, den 18. Januarij anno etc. 41. Vgl. außerdem Hans von Dolzig und Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen, Eisenach, 1541 Januar 26, ebd. fol. 213r–214v (Ausf.): Ihr Schreiben vom 18. Januar. Ihr Aufbruch von Worms am 19. Januar. Verzögerung der Reise der Theologen und Burchards. Schicken die Antwort Kf. Ludwigs von der Pfalz an Kf. Johann Friedrich [Anm. 3 zu Nr. 41]. Der zurückgelassene Kanzleischreiber Rauch wartet noch auf die Resolution des Kaisers wegen des Geleits. Beiliegend Zeitungen. Datum Eissennach, in eilh Mitwoch nach Conversionis Paulj, den 26. Januarij anno domini 1541.