Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 11. Die Reichstage zu Augsburg 1510 und Trier/Köln 1512 bearbeitet von Reinhard Seyboth

Unklarheiten über die Session der Vertreter der rheinischen und schwäbischen Rstt., Bitte um Informationen über die Handhabung der Session auf früheren Reichstagen.

[Trier, Mitte Mai 1512]1

Straßburg, AM, AA 336, fol. 17a, Orig. Pap. (Zettel zu einem nicht vorliegenden Schreiben).

Item, lb. Hh., es ist der Langenmantel, der Bm. von Augspurg, kommen. Und als ich2 die von Wormbs und Frankfort gefragt, wie mans mit dem sitzen und gon halten soll, hat es sitzens halb sin ordenung: die rinischen stett sitzen zur gerechten und die schwebischn stett zur lynken hand. Aber mit dem gon habent sy mir bericht geben, es gangen die rinischen stett uf der gerechten hand und die potschaften von den schwebischen stetten uf der lynken hand neben inen. Ich hab mich aber daran nit kört, sonder bin neben dem von Coln bliben gon und sitzen. Hab auch mit dem Langmantel geredt fruntlichen, hat es uf diß zyt fruntlich nochgelossen, dann ich zu Costenz3 obwendig den von Augspurg zu ksl. Mt. gangen bin etc. on widerred. Auch im bund ist es allweg gesin. Uf richstagen bin ich sin nit bericht. Dann die von Wurmbs und Frankfort sagent es, zu anderen molen allwegen die rinischen stett den vorgang haben, aber nebent denselben zur lynken hand sigent die schwebischen stettbotschaften gangen. Mocht ich liden, ir mir bericht in solchem fal auch zu schryben, wiewol lützel daran lyt. Yedoch wolt ich gern uwer meynung verston, so villicht mer swebisch stett kämen, damit ich nit irrung oder uch, min Hh., etwaz abbrechen ließ, dann wo es vormals also gehalten, würdents aber also halten.

Anmerkungen

1
 Vom Augsburger Bm. Jörg Langenmantel, der, wie einleitend festgestellt, kurz vor Abfassung dieses Schreibens auf dem Trierer Reichstag eingetroffen war, heißt es im Abschied der Versammlung der Städte im Schwäbischen Bund vom 6. Mai 1512 (Nr. 1442 [3.]), er befinde sich auf dem Weg nach Trier. Dort dürfte er ca. Mitte Mai angekommen sein.
2
 Zur Verfasserschaft des Schreibens vgl. Anm. 3.
3
 Gemeint ist der ksl. Tag in Konstanz Anfang Oktober 1510, an dem laut Nr. 731 Konrad von Duntzenheim als Gesandter Straßburgs teilnahm.