Deutsche Reichstagsakten, Jüngere Reihe. Reichstagsakten unter Kaiser Karl V., XI. Band. Der Reichstag zu Regensburg 1541 bearbeitet von Albrecht P. Luttenberger, für den Druck vorbereitet von Christiane Neerfeld

Nr. 267 Supplikation Hg. Heinrichs d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel an den Kaiser in Sachen Stift Hildesheim – [Regensburg], o. Datum

Nr. 268 Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an den Kaiser, mut. mut. an Kg. Ferdinand – Regensburg, [1541 Ende Februar/Anfang März]

Nr. 269 Stellungnahme Hg. Heinrichs zur Forderung Bf. Valentins von Hildesheim nach Exekution des päpstlichen Urteils – Regensburg, [1541 vor März 25]

Nr. 270 Stellungnahme Bf. Valentins von Hildesheim zur Antwort Hg. Heinrichs auf seine Supplikation – Regensburg, o. Datum

Nr. 271 Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an den Kaiser gegen Klaus Berner und dessen Komplizen – Regensburg, [1541 nach April 24/vor Mai 23]

Nr. 272 Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an den Kaiser gegen Klaus Berner und seine Komplizen – Regensburg, [1541 nach Juni 9]

Nr. 273 Protokollarische Aufzeichnung zu den Verhandlungen Bf. Valentins von Hildesheim über die Exekution des päpstlichen Urteils – [Regensburg, 1541 Juni 10–13/14]

Nr. 274 Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an den Kaiser – Regensburg, [1541 Juni 12/13]

Nr. 275 Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an die Reichsstände – Regensburg, 1541 Juni 14

Nr. 276 Stellungnahme Bf. Valentins von Hildesheim gegen den Schutzanspruch Hg. Heinrichs d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel über Hochstift und Stadt Hildesheim – Regensburg, [1541 nach Juli 6]

Nr. 277 Protokollarische Aufzeichnung zu den Verhandlungen Bf. Valentins von Hildesheim über die Restitution seines Hochstifts – [Regensburg, 1541 Juli 28]

Nr. 278 Gegendarstellung Bf. Valentins von Hildesheim gegen die von Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel gegen Ende des Reichstages verbreitete Schrift – Regensburg, [1541 Juli 28/29]

Anmerkungen

1
 Es handelt sich offenbar um die in Nr. 269erwähnte, erste supplicationschrieft Hg. Heinrichs von Braunschweig in Sachen Stift Hildesheim. Dafür sprechen u. a. die inhaltlichen Parallelen und der Verzicht auf eine Bezugnahme auf eine Eingabe Bf. Valentins von Hildesheim.
1
 Vgl. die mut. mut. gleichlautende Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an Kg. Ferdinand, der erst am 21. Juni 1541 in Regensburg ankam, Regensburg, o Datum, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 63v–65r (Kop.). Vgl. auch die protokollarische Notiz dazu, ebd. fol. 66r: Und als die röm. kgl. Mt. auß allerhand verhynderung auf solche requisition nichts fürgenomen, ist gedachter H. Valentin Bf. verursacht, die gedachte röm. kgl. Mt. nochmals in schrieften zu ersuchen, inmassen die nachvolgende Copei [Nr. 274] außweyseth.
2
 Zur Datierung vgl. die protokollarische Notiz, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783 fol. 2v: Und als die röm. ksl. Mt. daselbst algereid, wiewoll etliche wenige tag zuvor [1541 Februar 23] ankhommen gewest, hat gedachter H. Valentin Bf. ihre Mt. auf bescheen derselbigen erfordern seines gehorsamblichen erscheinens bericht und neben dem ihrer Mt. underthänigste anzeygung gethan, welchergestalt er von wegen seines verdrückten stifts zu Rhom für bäbstlicher Hlt. gegen den Ff. von Braunschweig in rechtvertigung gestanden und letzlich nach vieler mühe, unkost und arbeyth die sachen in possessorio et spolio so weyth getrieben, das die zu endtlichem entscheid geradthen und für ihnen und seinen stieft auß versehung des almechtigen gefallen. Und denn ihre Mt. ein von Gott geordnether obrister advocat, schutz und schiermer der verdrückten kierchen, auch handhaber des rechten und gesprochen urtheil, bath er, ihre Mt. wollten ihme zu gebürlicher, würglicher exequution allergnedigst verhelfen, wie dann ihre Mt., dasselbig zu thuen, schuldig und die bäbstliche Hlt. an ihre Mt. dasselbig thett bietten und begehren. Ubergabe darauf in vim legitimae requisitionis ihrer Mt. die urtheyl und executorialbrieve, dergleichen die babstliche fürschrieft loco mandati executivi, an ihre Mt. in forma brevis außgangen, und darneben eine latinische supplication, welcher aller inhalt auß nachvolgenden copeien zu vernemen.
3
 Vgl. den päpstlichen Urteils- und Exekutorialbrief, Rom, 1540 November 18, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 3r–9v und das Breve Papst Pauls III. an Karl V., 1540 Dezember 6, ebd. fol. 9v–10v. Vgl. dazu Farnese an Morone, Rom, 1541 März 3, NB I,7, Nr. 11, S. 28–30, hier S. 29–30. Vgl. auch die Stellungnahmen der päpstlichen Nuntien, Morone an Farnese, Regensburg, 1541 Februar 26, Laemmer, Monumenta Vaticana, Nr. CCXII, S. 358–361, hier S. 360; Poggio an dens., Regensburg, 1541 Februar 26, Dittrich, Die Nuntiaturberichte Morones 1541, Anhang Nr. 9, S. 670–672, hier S. 670; Morone an dens., Regensburg, 1541 März 1, Laemmer, Monumenta Vaticana, Nr. CCXV, S. 363–366, hier S. 366; ders. an dens., Regensburg, 1541 März 23, Dittrich, Die Nuntiaturberichte Morones 1541, Nr. 15, S. 440–442, hier S. 442 und Contarini an Bembo, Regensburg, 1541 April 26, Dittrich, Regesten und Briefe, Inedita Nr. 63, S. 322–323, hier S. 322.
4
 Darauf folgt in der Überlieferung Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 10v–12r (Kop.) die protokollarische Aufzeichnung, ebd. fol. 12v–13r: Darauf haben ihre ksl. Mt. ihme, H. Valentin Bf., durch ihrer Mt. hoffrath Dr. Johann a Naues in ihrer Mt. gegenwürtigkeit zu antwort geben lassen, das ihre Mt. die uberreichte schrieft bäbstlicher Hlt., dergleichen sein, des bischoven, supplication und die copey der urtheil und executorialbrieve verlesen und sich darauf dermassen, als und wes sie zu thun schuldig, allergnedigst erzeygen und beweysen wollten, doch anhängen lassen, das, dweyl der eyne gegentheil, Hg. Heinrich, alda zur stett auch ankommen, ihre Mt. fur gut ansehen, sover er, H. Valentin Bf., dasselbig auch leyden möchte, demselbigen die ubergebne supplication, urtheilbrieve und handlung zugeschickt und fürgehalten würden. Solchs hat bemelter H. Valentin Bf., ihrer Mt. in underthänigkeit ingereumbt und, das ihme, Hg. Heinrichen, die handlung erzeltermassen zugeschickt, bewilligt. So denn ihme, Hg. Heinrichen, von der ksl. Mt. gedachts H. Valentins Bf. supplication und ubergebne handlung zugeschickt und er dieselbig einen gantzen monadt bey sich behalten und mit antworth verzogen. Und aber gedachter H. Valentin Bf. bey der ksl. Mt. verordnethen hoffräthen und fürnemblich bey dem hochgebornen fürsten H. Fridrichen Hg. in Bayern Pfgf. etc. und auch den andern hoffräthen umb antwort oder verhelfung zur exequution angehalten, hat zuletzt Hg. Heinrich antwort in schrieften [vgl. Nr. 269] inbracht, dahyn schliessend, das er nit gemeyndt, auch nit schuldig sein wollt, der urtheil zu geleben, sonder vielmehr, für der ksl. Mt. oder derselbigen commissarien die sachen von neuem zu rechtvertigen, angebotten, derowegen auch etliche articul, daruff ihme der bischoff antworten sollt und er, die zu beweysen, ihme commissarios zu geben, gebetten, sich erbotten, ferrers und mehrers weithleuftigers inhalts, wie dann dieselbig des herzogen schrieft und articull, zu teutzsch und latein ubergeben und hernach volgen, in die lengde ausfhüren.
1
 Vgl. die Kopie der dt. Fassung Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 22r–28v. Die Artikel betreffen Verhältnisse im Haus Braunschweig, dessen Besitz, die Beziehungen der Herzöge von Braunschweig zum Stift Hildesheim, Vorgänge während der Hildesheimer Stiftsfehde und die Durchführung der Exekution.
2
  Hg. Heinrich setzte im Übrigen den Text seiner obigen Stellungnahme in redaktionell überarbeiteter Form, in der vom Kaiser in der dritten Person gesprochen wird, unter den Ständen in Umlauf. Vgl. das an Bf. Franz von Münster und Osnabrück gerichtete Exemplar, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 84r–93v (Kop.), ÜS fol. 84r: Copey solcher des Hg. Heynrichs heymlich understeckter schrieft, vgl. Anm. 2 zu Nr. 278. – Vgl. auch die Protestation Hg. Heinrichs von Braunschweig, o. Datum, Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 288r–288v (Kop.): Er, Hg. Heinrich, und sein Vetter, Hg. Erich von Braunschweig und Lüneburg, sind auf dem Augsburger Reichstag 1530 vom Kaiser mit ihren ererbten Fürstentümern und ihren vom Hochstift Hildesheim rechtmäßig eroberten Landen rechtskräftig laut der ausgestellten Lehnsbriefe belehnt worden. Im Jahr 1540 ist Hg. Erich gestorben, also das villeicht darfur möchte wellen angesehen werden, das seiner L. nachgelaßner minderjeriger sone, unser lieber, junger vetter, oder anstatt desselben die tutores sollten verpflicht sein, solliche angeregte lehen auf beschehennen fall nochmals zu empfahen, und aber ich als nechster agnat, confeudatorius und mitbelehenter rechter, legittimus tutor und vormunder bin, so will ich hiemit nomine tutorio und fur mein interesse als confeudatorius, sovil ich von rechts wegen zu thun schuldig bin, und solliches auch in pester form, wie sich das in sollichem fall zu geschehen geburt, die obberuerten verlassene lehen, land und leuthe meines vettern seligen von eur ksl. Mt. als romischem kayser underthenigst gesunnen und gebetten haben, solliches in irer ksl. Mt. cantzlei registrieren zu lassen und doch daneben der sachen so lang einen anstandt und indult zu geben, bis das genanter mein junger vetter seine volkumene jar erraicht oder zum wenigisten, biß das ksl. Mt. beruerter tutorei halben meines jungen vettern genedigiste, nottwendige verordnung und fursehung thun, alsßdann soll, was sich in disem fall geburt und von eur ksl. Mt. aufgelegt wurdet, voltzogen und gelaistet werden, und ich bin, umb eur ksl. Mt. das in aller underthenigkait zu verdiennen, schuldig und willig.
1
 Vgl. die protokollarische Notiz, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 44r–45r: Diese H. Valentins Bf. ubergebne replica und designation ist durch die Ff. von Braunschweig on ferrer antwort oder ableynung geblieben. Derowegen hat vielgedachter H. Valentin Bf. bey ksl. Mt. ferrer umb verhelfung gebürlicher execution zu etlichen vielen mahln angehalten, auch gnedigste und tröstliche antwort erlangt und letzlich diese, das ihre Mt. alle handlung, ihrer Mt. der sach halb beyderseyts furbracht, ihrer Mt. verordnethen hoffrethen ubergeben, die sie besychtigen und ihrer Mt. relation thun sollten, so dasselbig geschehen, wollt ihre Mt. alles, wes ihr zu thuen gebürthe, gebürlicherweys sich gehalten. Und sich aber dasselbig auß allerhand verhynderungen verzogen, dardurch er, H. Valentin Bf., one antwort geblieben, darzu auch, indem berurter H. Valentin Bf. also seines stiefts sachen bey ksl. Mt. und andern stenden gefürdert, mitlerzeit in seiner fstl. Gn. stift allerlei empörung, vheindtliche und thettliche zugrieff mit aufhauung der lastwegen und güetter und andere beschedigung seines stiefts underthanen begegneth, das er nit anders deutten können, dan das solcher unlust und schad von Hg. Heinrichen ihme zugeschoben und zugeschmidet würd, wie dan gedachter herzog gleicherweys zuvor auch ihme und dem stieft allerley widerwertigkeit zugeschöben und die, so ihnen und den stift mit mord, brand, raub und in andere wege beschedigt, behauset, geheget und geduldet oder je zum wenigsten durch die seinen in seinem furstenthumb hausen, hegen und gedulden lassen, unbeacht dasselbig vieler ursachen ihme woll anders gebuereth, ist gedachter H. Valentin Bf. verursacht worden, soliche handlung und, wes ihme, seinem stift und desselbigen verwandthen und underthanen von der zeit an, so er erstlichen ins stieft kommen, bys uff gegenwürtige zeit des reichstags und auch in werendem reichstag von gedachtem Hg. Heinrichen und den seinen begegnet, der röm. ksl. Mt. nach der lengde mundtlich zu clagen und zu entdecken. Und als die ksl. Mt. begeret, ihr ein solchs in schrieften verfast zu übergeben, ist dasselbig auch von ihme, dem bischove, also gescheen und neben der supplication pro exequutione [Nr. 274], an ihre Mt. abermahls gestellt, in schrieften ubergeben worden mit erbiettung, solchs alles stattlich zu erweysen, inmassen solche schrieft nach der lengde außfhüreth.
1
 Zur Datierung vgl. Bf. Valentin von Hildesheim an Bgm. und Rat von Hildesheim, Regensburg, 1541 Mai 23, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 169v–170v.
2
 Vgl. dazu im Einzelnen die als Eingabe an die Reichsstände konzipierte, detaillierte, undatierte Klagschrift Bf. Valentins von Hildesheim über feindselige Akte Hg. Heinrichs von Braunschweig gegenüber ihm und seinem Hochstift und über die Begünstigung im Stift Hildesheim verübter Gewalttaten durch die Amtleute des Herzogs, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 784, fol. 63r–77v. Zu den Umtrieben Klaus Berners vgl. auch Hgn. Elisabeth von Braunschweig an die hessischen Reichstagsgesandten in Regensburg, Münden, 1541 Juli 15, Marburg StA, PA 586, fol. 37r–40v (Ausf.).
3
 Vgl. Rat von Hildesheim an Bf. Valentin von Hildesheim, 1541 Mai 10, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 167v–169v (Kop.).
4
 Der Kaiser gab dem obigen Antrag mit Ausnahme der erbetenen Sondererlaubnis zur Strafverfolgung in fremden Territorien statt. Vgl. sein Generalmandat, Regensburg, 1541 Mai 28, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 173v–176r. Vgl. außerdem das die erwähnte Sondererlaubnis einschließende ksl. Mandat, Regensburg, 1541 Juni 30, ebd. fol. 184r–187r und Bf. Valentin von Hildesheim an Rat und Bgm. von Hildesheim, Regensburg, 1541 Juli 30, ebd. fol. 189v–190v.
1
 Vgl. das auf Antrag Bf. Valentins von Hildesheim erlassene Generalmandat des Kaisers, Regensburg, 1541 Mai 28, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 173v–176r.
2
 Vgl. das ksl. Mandat gegen Klaus Berner, Regensburg, 1541 Juni 30, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 184r–187r.
1
 Der 10. Juni fiel 1541 auf einen Freitag.
2
 Der 12. Juni fiel 1541 auf einen Sonntag.
3
  Dr. Hartmann Hartmanni.
4
 Hubert Leodius.
a
  Korr. aus: cohertionem.
1
 Zur Datierung vgl. Anm. 5 zu Nr. 275und Nr. 273.
2
 Mit einer mutatis mutandis gleichlautenden Supplikation wandte sich Bf. Valentin von Hildesheim auch an Kg. Ferdinand, Regensburg, o. Datum, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 66v–69r.
3
 Danach folgt die protokollarische Aufzeichnung, ebd. fol. 62v–63v: Auf diese des bischoffen ksl. Mt. fürbrachter clagen und erzelung beyd, in der executionsach oder auch von wegen der thätlichen beschwerungen des hertzogen, ist nichts ervolgt, sonder vielmehr dieselbig schrieft bey ihrer Mt. verlieggen blieben. Als aber gedachter H. Valentin Bf., damit es bey der ksl. Mt. oder derselbigen hofräthen, Pfgf. Friedrichen und andern, nit dafür angesehen, als ob er seins fürbringens, sovill das die thattliche beschwerung, von dem hertzogen und den seinen ihme und dem stieft Hildeshem zugefüegt, keynen grund oder bestand hett, so hat gedachter H. Valentin Bf. mehr als zweynemmahl personlich und mundtlich gebetten, die ksl. Mt. oder derselbigen verordenthe hoffräth wolten ihme eynen nemblichen tag benennen und ansetzen, wehr er willig und urbüttig, seynem vorigen erbietten nach seine clagen der thädtlichen beschwerung halb für der ksl. Mt. oder derselben räthen mit brief und siggeln, gerichtlich gefüerthen und am camergericht eroffnethen kundtschaften, urgichten und anderer gstalt mehr zu beweysen, daruff doch jederzeyt uffschlegliche und verzügliche und, das dasselbig an ksl. Mt. gelangen sollte, in antwort gefallen. Weß aber beschlislich dem bischoffe deshalb in antwort begegnet, wirdet hiernach bey der handelung des angemasten schutz halb, so sich Hg. Heinrich bei den von Hildeshem understanden, zu end bei dem articul anfahend ‚Und demnach H. Valentin Bf. in jetzgesetzter etc.‘ verzeichnet befunden [vgl. Nr. 276]. Und dan auch nun ferner die bäbstliche Hlt., wie obgemeldet, ihme, H. Valentin Bf., auch an die röm. kgl. Mt. loco mandati executivi auch furschrieft geben und mitgeteylt und dieselbig ihre kgl. Mt. gein Regenspurg gleichwoll spathe und langsam ankommen, hat berurter H. Valentin Bf. die gedachte röm. kgl. Mt. in ihrer ankunft [1541 Juni 21] mit solchem habenden brevi apostolico neben uberreichung der urtheil und executorialbrief und seiner supplication auch zum underthenigsten umb execution ersucht, gebetten und angefallen, also das ihre kgl. neben der ksl. Mt., ihme zu würglicher und fürderlicher exequution zu verhelfen, gerüchten, inmassen die hiernach inserirte copeien ausfüren, darauf die kgl. Mt. sich deßen und, sovil sie thun konth und gebüren wolt, mit gnaden gutwillig und bey der ksl. Mt. dasselbig gescheen möchte, mit vleys antzuhalten auch allergnedigst erbotten. – Vgl. das erwähnte päpstliche Breve an Kg. Ferdinand, Rom, 1540 Dezember 6, ebd. fol. 65v–66r. Vgl. auch die protokollarische Notiz, ebd. fol. 69r–70v: Die in seiner Angelegenheit an die Kurfürsten und Fürsten loco mandati exequutivigerichteten päpstlichen Breven [ebd. fol. 70r–71v] hat Bf. Valentin den Ständen einzeln zugestellt und dabei über die feindseligen Aktivitäten Hg. Heinrichs Klage geführt, mit der Bitte, sich in gemeinem reichsrathefür die Exekution des kurialen Urteils einzusetzen. Was nun belangt die heubtsach, haben die ersuchte Kff., Ff. und stende sich, sovil an ihnen, die execution in angeregtem vhall zu befürdern, gutwillig erbotten, sovill aber die andere zugefüegte beschwerung beclagt [sic!], angezeigt, das sie deshalb mit ihme, dem bischoff, gnedigs und freundtlichs mytleyden trüegen etc.
1
 Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 110v–121v (Kop.) findet sich eine etwas weiter ausholende Fassung der Supplikation, die die Geschicke des Hochstifts seit der Hildesheimer Stiftsfehde stärker berücksichtigt und auf die Prozessführung in Rom ausführlicher eingeht, von der Tetleben aber offenbar keinen Gebrauch machte.
2
 Zur Datierung vgl. das Mainzer Kurfürstenratsprotokoll zum Reichstag in Regensburg ad 14. Juni 1541 [Nr. 65] und Johann von Glauburg und Dr. Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt, Regensburg, 1541 Juni 15, Frankfurt ISG, RTA 46, fol. 149r–152v (Ausf.) [Nr. 747].
3
 Vgl. Hannover NLA, Hild. 1, Nr. 783, fol. 127r–147v die Klagschrift Bf. Valentins von Hildesheim gegen Hg. Heinrich von Braunschweig, die mutatis mutandis mit der Beilage zur hildesheimischen Supplikation an den Kaiser [vgl. Nr. 274 ] übereinstimmt.
a
–a In C: anderley.
b
 In C danach: uns.
c
–c In C: etc. zusammenbracht und.
d
–d Fehlt in B und D.
4
  Kard. Girolamo Ghinucci.
e
 In B: disputirt.
f
 In C danach: mitsambt den herrn cardinäln erkennen würde, woe die ihrer Hlt. zu rechtvertigen bleyben sollt, das.
g
–g Fehlt in B.
h
 In B, C und D danach: tanquam.
i
 Ergänzt nach B, C und D.
j
 In B, C und D danach: sie.
k
 Nach B, C und D korr. aus: apostolis.
l
 In B und D danach: hiermit.
m
–m Fehlt in B und D.
n
–n Fehlt in B und D.
o
–o Fehlt in C.
p
–p Fehlt in B und D.
5
 Auf den Schluss des Stückes folgt in B fol. 83r–84r die protokollarische Aufzeichnung: Als aber datzumahl Pfgf. Friedrich anstatt der röm. ksl. Mt. etliche sachen gmeynen stenden in obgemelten gemeynen reichsrathe catholicorum proponirt und der antwort in eyl gewarten wollen, ist durch verhynderung derselbigen geschefte, das soliche supplication domahls unverlesen geblieben, doch durch den Kf. zu Meintz als ertzcantzlern des reichs von gemeiner reichstend wegen antwort und vertröstung gefallen, das, sobald gemeyne stend widerumb zusammenkommen würden und es gescheen konth, wölten sie befürdern, die supplication verlesen würd und darauf das, so gestalt und herekommen der sachen erfürdert und sie von rechts wegen thun könthen und sollten, das die stend dasselbig auch thun wollten, erbotten und darauf auch bevolhen, ihme, dem bischoffe, die originalia executorialium et brevium apostolicorum ad electores et status retentis copiis ausculatis widrumb zuzustellen, wie gescheen. Und dweyl wie ob die protestirenden in dieser reichsstende versamblung nit zugegen, sonder einen besondern rath in einem andern gemach gehalten, damit dann dieselbigen solicher des bischoffen sachen, dweyl die ein gmeyne reichssach und ein stand des reichs betreffen thett, auch wiessens haben möchten, hat vielgedachter H. Valentin Bf. nit underlassen wollen, dieselbigen protestirenden auch in ihrem rathsess zu ersuchen, sein anligen fürzutragen und darnehist inserirten copeien gleichlauttend copeien neben uberreichung der executorialbrieven und bäbstlicher Hlt. fürschrieften auch zu übergeben mit biett, die zu verlesen, und, so die executorial und brevia verlesen, ihme die widerumb zuzustellen, gebetten mit erbiettung, ihnen derselbigen glaubwirdige copeien zustellen wollt, alsdann ein solichs desselbigen tags auch gescheen und dem churfürstlichen sächsischen cantzler als des rathsess fürnembsten und referendario uberantworth worden seyen. Nach welchem allem ehe und zuvor auf jetzangezeigte vielfaltig anregen umb execution, bey ksl. und kgl. Mtt., auch Kff., Ff. und gemeynen stenden bescheen, etwas gevolgt, hat Hg. Heinrich von Braunschweig von wegen sein und als angemaster curator des jungen Hg. Erichs, seines vettern, ein schrieft zu ableynung der vorgemelthen urtheyl, wieder ihnen und Hg. Erichen zu Rom ergangen, und zu abschneydung der angewendthen bitt und petition pro executione nachvolgendts inhalts außgehen lassen, doch nit offentlich, sonder heymlich under Kff., Ff. und stende understecken lassen und gleich am end und, da sich jetzo der reichstag enden wollen, in meynung, das gedachter H. Valentin Bf. zu verantwortung kürtz halb der zeyt nit kommen sollt konnen, und derowegen die execution verhyndern, ihme den glympf schepfen und behalten möchte.
1
 Vgl. die protokollarische Vorbemerkung zu diesem Stück, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 197r–197v: Und demnach die keyserlichen hoffräthe auß vormahls fürbrachten clagen des Bf. zu Hildeshem vernhomen, was beschwerung, practicken und dergleichen gevherliche handlung von Hg. Heinrichen ihme in seinem stieft zugefüegt und verhandlet würden, derowegen sie auf solche des herzogen supplication sich entschlossen, dieselbig zuvor dem Bf. zu Hildeshem zu uberantworten, sein bericht darauf zu geben, also haben die gedachte kayserliche, verordenthe hoffrethe die angeregte supplication des herzogen und auch die schrieft des raths von Hildeshem originaliter zugeschickt mit uffgezeichnetem decret, sein bericht darauf zu geben, und, ob er wolt, solcher schrieft und supplication copeien zu behalten, gegönneth. Derowegen gedachter H. Valentin Bf. sein und seines stiefts notturft nach nit umbgehen konnen, solche supplication Hg. Heinrichs und auch die schrieft der von Hildeshem, soviel die den angeregten schutz betreffen thett, antzufechten und darvor zu bietten, auf solche supplication ihme als angemasten schutzfursten die gebettene mandaten nit mitzutheyllen, inmassen des bieschoffen supplication und bericht hiernach volgend außweysseth.
2
 Vgl. die Supplikation Hg. Heinrichs von Braunschweig an den Kaiser, Regensburg, [1541 nach Juli 6], Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 196r–197r (Kop.): Beiliegend das an ihn gerichtete Schreiben seiner schutzverwandten, des Rates von Hildesheim, 14 ihrer fheind halben, welche im land Luneburg zu Giffhorn gefenglich eingezogen worden. Daraus ist klerlich zu vermercken, wie der jetzig Bf. zu Hildeshem mich widder die hellen warheit on allen grund, fueg oder ursachen, allein auß lautteren neyd, haß und abgunst bey euerer ksl. Mt. seiner feind halben, als das dieselben in meynem furstenthumb ihr underschleyf haben und fürgeschoben werden sollen, angegeben, verunglympft und vermehret hat, wie dan onedas euer ksl. Mt. meiner unschuld in andere wege jederzeyt weytter können berichtet und darumb ernantem bieschoff hynfüro ungehört meiner antworth auf sein unerfindtlich anbringen keynen glauben geben, viel weniger so leichtlich, als in diesem vhall bescheen, einich mandat wider mich erkennen oder außgehen lassen werden. So haben auch hierauß euer ksl. Mt. nit schwerlich zu ermessen, das derselben heroldt, Lorentz Landtsperger, lauth meiner räthe schreyben, welchs ich euerer ksl. Mt. ich [sic!]wider ihne neben meiner hochverursachten beclagung hievor ubergeben, mich und die meynen der angezognen hildeshemischen vheindt halben erdiechtlich wider alle warheit bey meniglichen außzuschreyen, zu berüchtigen und zu beschmutzen, understanden und von des, auch andern seins getrieben unwesens schmehlicher, aufrürischer worth wegen, in berürter meyner räthe schreyben begrieffen, euerer ksl. Mt. ungnad und straff wol verdienet hat, wie ich dan hiemit nochmahls underthenigst will gebetten haben, das euer ksl. Mt. allergnedigst geruhen wollen, ihne der gebür und seinem verdienst nach straffen zu lassen. Und dweyl aber die obgenanten von Hildeshem, wie euer ksl. Mt. auß ihrem schreyben zu befinden, besorgung tragen, das ihnen das recht wider ihre gefangen fheynd möchte verzogen oder vielleicht darinnen verkürtzt werden, und dan ich vermöge der schutzverwandtnisse schuldig bin, sie in ihren sachen zu ihrem rechten zu fürdern,bittet er den Kaiser, seinen Vettern, Hg. Ernst und Hg. Franz von Braunschweig-Lüneburg unter Androhung schwerer Strafe zu befehlen, den mehrgedachten von Hildesheym auf ihr ansuchen peinlicher verhör, auch ordenlichs, gebürlichs rechtens vermöge euerer ksl. Mt. im reich ausgegangener halsgerichtsordenung wider die obgedachten offne landtfriedbrecher, ihre veyndt als Clausen Berner und die andern, fürderlichst zu gestatten und zu verhelfen, damit das übel nit ungestraft bleyben dorfe [...]. Vgl. außerdem Bgm. und Rat von Hildesheim an Hg. Heinrich von Braunschweig, Hildesheim, 1541 Juli 6, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 193v–195v und Bf. Valentin von Hildesheim an Bgm. und Rat von Hildesheim, Regensburg, o. Datum, ebd. fol. 203r–204r: Stellt klar, dass die Stadt Hildesheim in keinem Schutzverhältnis zu Hg. Heinrich von Braunschweig steht.
3
 Vgl. dazu im Einzelnen die als Eingabe an die Reichsstände konzipierte, detaillierte, undatierte Klagschrift Bf. Valentins von Hildesheim über feindselige Akte Hg. Heinrichs von Braunschweig gegenüber ihm und seinem Hochstift und über die Begünstigung im Stift Hildesheim verübter Gewalttaten durch die Amtleute des Herzogs, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 784, fol. 63r–77v.
a
–a Nachgetr.
4
 Auf diese Eingabe bezieht sich folgende protokollarische Notiz, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 204r–204v: Und demnach H. Valentin Bf. in jetzgesetzter supplication under andern, dweyl ihme Hg. Heinrich zulegt, als solt er, der bieschoff, auß neyd und haß das erste mandat wider Berner außbracht, darin vermelden lassen, als ob Hg. Heinrich ihme solche vheindtschaft vermüthlich zuschieben thete, dweyl er zuvor gleichmessig gegen ihme gehandelt, auch vermeldet und sich erbotten, was er zuvor der ksl. Mt. wider Hg. Heinrich geclagt und deshalb algereid ihrer Mt. statlichen schein und glauben mit brief und siggeln, gefürthen kundtschaften, urgichten und dergleichen gethan, nochmahls und uff werendem reichstag zu beweysen, und demnach volgendts zu etlichen mahln bei Pfgf. Friderichen, seinem cantzlern und, wer jederzeit antzutreffen gwest, ansuchen gethan und durch die seinen ansuchen lassen und gebetten, ihme einen nhemlichen tag zu bestymmen, sein angebottne beweysung uber Hg. Heinrichen von ihme aufzunemen, so ist letzlich von gedachts Pfgf. Fridrichen cantzler, Dr. Hartmundt, diese antwort gefallen und angezeigt, das viele, nehmlich Sachssen, Hessen, Northusen, Goßlar, Braunschweig und andere mehr sich zu gleichmessiger beweissung wider Hg. Heinrich von Braunschwig erbotten, aber da sey niemandt, der hören woll oder dem es zu herzen gehe. Darumb so gedencke er, das es mit des Bf. von Hildeshems clagen und erbottener beweyßung auf dasmahl auch darbei bleyben wird. Haec fuerunt verba formalia praefati domini doctoris cancellarii. Etliche tage darnach ist zum abschied des reichstags geschritten und derselbig reichstag sein endtschaft gewohnnen.
1
 Vgl. die Resolution des [Supplikationsausschusses] zur Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim, Regensburg, [1541 vor Juli 28], Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 107v–108v (Kop.): Bedencken des ausschus, auß Dr. Caspars Chuen eignen geschriebnen zettel abgeschrieben: In sachen der exequution zwischen dem Bf. von Hildeshem und dem Hg. zu Braunschwig hat der ausschuß für gut angesehen, das Kff., Ff. und stend die ksl. Mt. bietten, das ihre Mt., die sachen in der güte zu vertragen, gnedigst gerühten und, woe die entstunde, das alsdann nach herkommen und gstalt der sachen, unangesehen des kayserlichen rescripts an statthalter und regiment zu Nurmberg außgangen, die sach an das kayserliche cammergericht weysen und remittirn wolten. Vgl. auch die ebd. fol. 107r–107v voraufgehende protokollarische Aufzeichnung: Nachdem sich aber die vergleichung der strittigen religionsach, darumb alle part und privatsachen wie ob aufgeschoben, zerschlagen und one frucht zergangen und derowegen sich zum ende des reichstags und auch von wegen des Turcken zutzugks uff Hungern genahet und die stend mit der eylenden und beharlichen turckenhylf von ksl. und kgl. Mt. hart, embsig und vielvältig angelangt worden, darob sie auch in stettiger handlung und rathschlagen gesessen und die ksl. Mt. in die 200 supplication auf vleyssigs, vielveltigs anlauffen der beschwerdten und clagenden partheien, die von wegen der religion den gantzen reichstag aufgehalten, auch am ende des reichstags den stenden zu beratschlagen uberantworten lassen, darob sich die gemeyne stend des reichs, catholici und protestantes, entschlossen, ein ausschus zu verordnen, die soliche supplicat und handlung besichtigen, erwegen und volgendts ihnen, den gemeynen reichsstenden, darvon und, weß sie darin furzunehmen für gut ansehen, notturftige relation thetten. Und der ausschuß also verordnet, hat mehrgedachter H. Valentin Bf. nit underlassen, bey den stenden und ausschus antzuhalten, seine supplication, handlung, urtheyl und anders, pro executione sententiae restitutoriae ubergeben, auch für die hand zu nehmen und darvon zu referirn, darauf der auschuß dieselbig hildesheimische sach für die hand genommen und inmassen, wie hernach volgt, ihr gutbeduncken den churfursten, auch den fürsten catholicis, doch nit in gemeynem reichsrath, gleichsvhalls auch den protestirenden stenden nicht, durch Dr. Caspar Chuen, meintzischen rathe und referenten, verlesen lassen.
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 Vgl. die Resolution der altgläubigen Kurfürsten und Fürsten, Regensburg, [1541 Juli 28], Hannover NLA, Cal. 10 Nr. 3, fol. 140v (Kop.): In der executionsachen zwischen dem Bf. von Hildensheim und Hg. Heinrichen zu Braunschweig ist nachmals die maynung, das ksl. Mt. gebetten werde, das ir Mt. die partheien durch sich selbst oder andere in der gute vertragen wolle. Wo aber solches nit geschehen möge, das alsdan in betrachtung herkomen und gestalt diser sachen, auch unangesehen des kayserlichen rescripts, an stathalter und regiment des kayserlichen regiments zu Nurnberg außgangen, der Bf. von Hildensheim am kayserlichen camergericht umb recht ansuchen möge.
3
 Im Vorjahr hatte Karl V. Papst Paul III. gebeten, die Interessen der Hgg. Erich und Heinrich d. J. von Braunschweig in ihrer Auseinandersetzung mit dem Bf. von Hildesheim nicht zuletzt um ihrer Standhaftigkeit im alten Glauben willen wohlwollend zu berücksichtigen, und seinen Gesandten, Mgf. Aguilar, angewiesen, das Anliegen der beiden Herzöge an der Kurie nach Kräften zu fördern. Vgl. Karl V. an Papst Paul III., Antwerpen, 1540 Mai 20, Wien HHStA, RK RA i. g. 11, unfol., und Karl V. an Mgf. Aguilar, Antwerpen, 1540 Mai 20, ebd.
4
 Vgl. auch die laut AV fol. 148r nicht mehr übergebene Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an die Reichsstände, Regensburg, o. Datum, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 148r–149v (Kop.): Hat dem Kaiser, Kg. Ferdinand und den Ständen bereits vorgetragen, dass er als Nachfolger Bf. Johanns von Hildesheim in Rom gegen Hg. Erich und Hg. Heinrich von Braunschweig um Restitution des Stifts Hildesheim erfolgreich prozessiert hat, und dabei um ihre Hilfe zur Exekution des päpstlichen Urteils gebeten. Der Kaiser hat bisher aus allerlei Verhinderung die Entscheidung verschoben, aber zugesagt, sich seiner Sache auf diesem währenden Reichstag, soviel ihm gebühre, anzunehmen. Der Kaiser hat auch seine Supplikation, die Gegendarstellung seines Widerparts und seine Erwiderung darauf den Reichsständen zur Beratung zugeleitet, die vor wenigen Tagen einen Ausschuss mit der Beratung der Angelegenheit beauftragt haben. Hat nun vernommen, das alle und jede vermeynte behelf und außzoge, so durch die gegenteyl zu Rom zu verhynderung der urtheyl und zu ihrem besten fürgewendet, unangesehen, dieselbigen stattlich und zu grundt disputirt und als unerheblich verlegt, jetzo widrumb zu verhynderung gebettner solcher execution vermeyntlich herfürgesucht und, die sachen da irriger ze machen, understanden wirdet, und derowegen, damit in gmelter meiner stieftssachen und execution erhaltner urtheyl, wie gmeldet, ein stand, gliedmaß und fürstenthumb des hl. reichs betreffen, gebürliche handlung gepflegen, so stehit zu euer kfl. Gn. und G. mein underthenig freuntlich bietten, sie wollen bey hochgedachter ksl. Mt. mich underthenigst verbietten, ihre ksl. Mt., eurn kfl. Gn. und auch der abwesenden bottschaften, etlichen fursten auß gmeynen stenden, die sach in diesem wehrenden reichstag fürzunemen, zu bedencken, der billicheit entschliessen und fürhin, was zur billicheit und gebettner execution dienstlich und nöttig, ihrer ksl. Mt. zu referirn etc., zu bevelhen, geruhte, und so denn, dieselbig meine sach in diesem jetz werenden reichstag euer kfl. Gn. und den obgmelten zu verhören und die billicheit darin zu bedencken, entpholen wurd, als ich gescheen verhoffe, alsdan wöllen euer kfl. Gn. und ihr in betrachtung allerhand ursachen, alhie von kurtz wegen zu erzellen verblieben, dieselbig zu ihrer notturft fürderlich ersehen, bedencken und volgendts ksl. Mt., die billicheit darin zu verfüegen, zum underthenigsten berichten und bietten, desselbigen auch zu euer kfl. Gn. und euch ich mich gescheen underthenig hiermit thue erbitten.
1
 Vgl. die protokollarische Vorbemerkung zu diesem Stück in C, fol. 93v–94r: Als aber H. Valentin Bf. solicher heimlich understeckten schrieft innen worden, derselbigen etliche exemplaria, an fursten außgangen, bekommen und befunden, Hg. Heinrich nit allein unbestendiger-, vermeynter- und nichtigerweyß und auch mit falschem bericht die urtheyl zu verlegen, sonder auch, mit ungeschickten, spitzigen und unwarhaftigen schmehe- und scheldtworten ihnen antzugreyffen, understanden, hat er nit umbgehen konnen, wiewoll es zeit halb schwer zugangen, dieselbig schrieft zu verantworten und darauf gleichsvhalls ein schrieft verfassen lassen und gemeyndlich allen chur- und fursten und stenden, auch sondern personen, sovill er in eyl schreyben lassen können, domit es menniglich wiessen würd, außteyllen lassen. Und domit Hg. Heinrich von Braunschweig derselbigen schriefte des bieschoffs auch wiessens haben möchte, hat vielgedachter H. Valentin Bf. dieselbig offentlich in der churfursten rathe ubergeben und in der fursten catholicorum rathe in des herzogen gegenwürtigkeyt verlesen lassen, nachvolgendts inhalts.
a
–a Fehlt in B.
2
 Diese gegen Ende des Reichstags verschiedenen Ständen zugestellte Schrift Hg. Heinrichs von Braunschweig ist im Wesentlichen mutatis mutandis gleichlautend mit seiner dem Kaiser eingereichten Antwort [vgl. oben Nr. 269] auf die Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim. Vgl. die Copey solcher des Hg. Heynrichs heymlich understeckter schrieft, Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 84r–93v (Kop.). Nur Anfang und Schluss differieren. Der Anfang fol. 84r–84v lautet: Unser freundtlich dienst und, was wir liebs und gutts vermögen, zuvoran, hochwürdiger in Gott furst, besonder lieber herr und freund! Wir werden berichtet, welchermassen der jetzig Bf. zu Hildeshem, Valentin von Detleuen, uns bey euerer L. und sonst jedermenniglich auß hyetzigem, verbiettertem gemüette on allen grund, fueg oder ursachen auf etliche vermeynte, nichtige, widerrechtliche, durch bäbstliche Hlt. gesprochne urtheyln und darauf unbestendige, erlangte executorialbrieffe heftiglich verunglimpfen, vermehren und gegen allermenniglich verhasset zu machen, zum hochsten sich befleyssen thutt. Nun hat bemelther bischoffe hievor derhalben wider uns an die röm. ksl. Mt., unsern allergnedigsten herren, vermeynterweys auß lautterem unbestand supplicirt, daruff ihrer Mt. wir unser bestendige, ergründte, rechtmessige antworten in schrieften underthenigst gegeben haben, aber gantz one das gedachter bischoffe byßhere etwas dagegen fürbracht, wie er dann darwider nymmermehr etwas cräftigs mit einichem rechten grund oder bestand wirdet fürbringen oder fürwenden mögen, sonder, dweyl er an uns und unserm lieben, jungen vettern, unsers freundtlichen, lieben vettern, Hg. Erichs löblicher gedechtnus nachgelassenen sohne, nicht haften kann, so understehit er sich, mit allerley calumnien, falschen berichtungen und grossem, unbillichem, unbefüegten, beschwerlichem clagen ihme eynen beyfall oder anhang zu machen und die leuthe also zu seiner erbarmnus zu bewegen. Derowegen wir unserer und unsers jungen vettern notturft nach höchlich verürsacht worden sein, euerer L. solcher sachen halben ein kurtze erinnerung und bericht zu thun, freundtlich biettend, euere L., diese unsere notwendige schrieft zu verlesen, unbeschwert sein wölle, so werden euere L. des bischoffs unrechtmessige, muthwillige süechen, unfüg und ungrundt, aber dagegen unser und unsers jungen vettern rechtmessigen grund, fueg und glympf außdrücklich mit warheyt befinden. Und anfängklich als bemelter bischoff nicht scheucht, menniglich mit lautterem ungrundt eintzubilden, das unser vetter seliger gedechtnus, Hg. Erich der elter, und wir die kirchen zu Hyldeshem spoliiert und entsetzt haben sollten[...]. Der Schluss der Schrift hat fol. 92v–93v folgenden Inhalt: [...] und also ihr sichel in ein frembde erndt zu stellen. Bitte, den Kaiser aufzufordern, den Bf. von Hildesheim unter Androhung der Absetzung von seiner Exekutionsforderung abzubringen. Denn falls der Bischof gegen ihn und seinen Vetter vorgehen sollte, so würden sie beide hochlich und nottrenglich verürsacht (welchs wir auch in solchem vhall als die gehorsamen zu volnziehen endtlich entschlossen seien, das auch keynswegs wüssten hyngehen zu lassen), das wir uns nochmahls gegen Bf. und capittel zu Hildeshem der gegebnen executorial und bevolner execution, so unser vetter seliger, Hg. Erich, und wir in dem angezognen quedlinburgischen vertrage, der erstlich durch ksl. Mt. und volgendts durch die babstliche Hlt. selbst bestettigt worden ist, uns auf solchen vhall außdrücklich vorbehalten haben, gebrauchen müsten und darauf auch, denselben bevelh und executorial, wie berürt, wirglich in aller gehorsam und treuen nachzukommen und zu geleben, gedencken. Erwartet, dass der Adressat, mit dessen oder mit dessen Vorfahren Konsens das ksl. Dekret ergangen ist, dem Bischof keine Hilfe leistet, sondern sich ihm, Hg. Heinrich, gegenüber freundlich verhält. Erbietet sich zusammen mit seinem Vetter zum rechtlichen Entscheid vor dem Kaiser als einzigem kompetentem Richter. Der Adressat möge sich ihm gegenüber freundlich verhalten, wie sich in solchem vhall gebürt und euere L. in gleichem gern von uns gethan nemmen. Das seyen wir hynwiderumb freundtlich zu verdienen geneygt.
b
 In B und C: dessen.
c
 In C: beantwortung.
d
 In C: merus.
e
 In C: accessoria.
f
 In C: vorbehaltung.
g
 Ergänzt nach B und C.
h
 In C: zeitten.
i
 In C: mandatsfrist.
3
  Kard. Girolamo Ghinucci.
j
 In C danach: etliche.
k
 Nach B und C korr. aus: reverendo.
l
 Nach B und C korr. aus: Clementi.
m
 Nach B und C ergänzt.
n
 Nach B und C korr. aus: praevenient.
o
 Nach B und C korr. aus: competenti.
p
 In C danach: und rechten besitzer.
4
 Zur Verlesung obiger Schrift im Fürstenrat vgl. die protokollarische Aufzeichnung zu den Verhandlungen Bf. Valentins von Hildesheim in Regensburg über die Restitution seines Hochstifts, [1541 Juli 28/29], Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 106r–107r (Kop.): Auf welche verlesene schrieft und bericht gedachts H. Valentins Bf. etc. der Hg. Heinrich durch seinen cantzler mündtlich diesselbig schrieft vorlegen wöllen und, als es ihme an bestendiger underrichtung und warheit gefhelet, ist er zugefharn, gesagt, das der bischoff solchs alles seiner gewonheit nach erdiechten und liegen thett, calumniirt, schalt, holhypet, so er best konth, bath, man wolt dem bieschoven seines fürbringens keinen glauben geben, kein bey- oder zufhall thun und sich gegen ihme, dem herzogen, also freundtlich erzeygen, als sie gerne von ihme nhemen, wolt er hynwider freundtlich verdienen. Und als der bieschoff solich holypen des hertzogen kürtzlich, sovill seiner ehren notturft erfordert, abgeleynet und zur defension der verlesenen schrieft schreytten wollen, haben die im furstenrath (catholici) sie zu beyden teillen abweichen und wiederumb infürdern lassen, daselbst durch Hg. Wilhelm von Bayern antzeigen lassen, das sie, die fürsten und stend, angehört hetten, weß verlesen, darauf geantwort und hynwider auch in bericht gefallen wehr etc., und hetten die hynwider ergangne scheldt- und schmehwort nicht gerne gehört. Es were auch hiebevorn dergleichen nye in ihrem fürstenrath erhört oder fürgelauffen, derowegen sie, die fürsten, sich desen zu beiden theyllen nit zu versehen gehabt. Aber wie dem allem, sie begerthen, die gemelthe fürsten und stend, sie wolten sich zu beiden theyllen hynfuro solicher schmehung gegeneinander enthalten. Sovil aber die heubtsach belangt, hetten sie (die catholici) in ihrem fürstenrath sich entschlossen, ksl. Mt. zu bietten, die sachen in der gutte zu vergleichen oder, so die entstund, an das kayserliche camergericht remittirn und weysen wollte. Hierauf H. Valentin Bf. in antwort geben, das, wes er in seiner schrieft vermeldet und ablesen lassen, wer er durch den herzogen und sein ausschreyben zu gedrungen worden, wehr die offenbare warheit, hett es auch zu rettung seiner und der seinen ehren nit umbgehen können. Wes aber belangt die heubtsach und, das fursten und der abwesenden botschafte und stend sich entschlossen, ein fürbitt an die ksl. Mt. antzulegen, thett er sich bedancken, sovill die gütliche handlung belangt. Sovil aber die remission an das kayserliche camergericht berürte, konth er darin oder einiche ferrer disputation und rechtvertigung nit willigen, hett rem iudicatam, darvon er nicht zu weichen gedächte. Wenn demselbigen vollenstreckung und gnugen durch Hg. Heinrich beschee und er, der herzog, ihnen darumb zu besprechen gemeynt, wolt er ordenlichs rechten vor gebürlichem richter nit fürsein. Hg. Heinrich von Braunschweig zeygt an, wes er fürtragen lassen, hett seine hohe notturft erfordert, wehr durch den bieschoven darzu genotdrengt worden, bedanckt sich des bedenckens, des sich fursten und stend, an ksl. Mt. zu bringen, entschlossen hetten. Ob nun solche fürbitt an ksl. Mt. gelangt oder nit, ist dem bieschove der ursachen unwiessend gewest, dweyl von ksl. Mt. derhalb nichts an ihnen gelangt, aber darfür haltend, es nit gescheen seye.