Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Textvorlage: Würzburg B, fol. 179’–186’.
2. HA (Landfriede und Niederlande): Replik des Ks. Vorschläge für die Besetzung der Friedensvermittlungsgesandtschaft. Reichsjustiz [3. HA]: Ausschreiben einer Revision am RKG, in die Kurmainz als Partei involviert ist. Konflikt der protestantischen Reichsstädte mit Augsburg: Übergabe des Streits um die Teilnahme Augsburgs am SR durch den Ks. an KR und FR.
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Umfrage [zum ersten proponierten Punkt]. Salzburg (Kanzler): Bezüglich der in der Replik des Ks. zum 2. HA angesprochenen Landfriedenswahrung vermainen sie, das chur-, fürsten und stende sich ebenmessig in halttung desselben thetten underthenig und underthenigst gegen irer ksl. Mt. anerbietten, alß von höchstgedachter /
Pfalz-Neuburg: Besetzung durch KR wie Salzburg. Mitglieder aus FR: Salzburg, Würzburg und Speyer sowie Braunschweig4, Württemberg und Lgf. Moritz von Hessen.
Österreich: Besetzung durch KR und FR wie Pfalz-Neuburg, mit der Ergänzung, dass als Ersatzmitglieder der Kf. von Köln für KR sowie der Kg. von Dänemark als Hg. von Holstein für FR vorzuschlagen sind. Und daß sie nicht alle darzu solten gebraucht werden, sonder bei irer ksl. Mt. stehen sölle, darauß /
Württemberg: Nominiert für die geistlichen Kff. und Ff. Kurmainz, Bamberg und Speyer, für die weltlichen Kff. und Ff. Kurbrandenburg, Lgf. Moritz von Hessen und F. Christian von Anhalt. Landfriedenswahrung: Wie Salzburg.
Burgund: Landfriedenswahrung wie Salzburg. Die nomination betreffend, stellen sie eß irer ksl. Mt. heim.
Bayern: Hielte nochmalens für das rathsamest, das die nomination irer ksl. Mt. were haimbzustellen und daß dieselbe5 von dem gantzen Römischen Reich möchte[n] gevolmechtigt werden. Dieweil aber diese nomination allein fürschlags weiß beschehen sölle, hielte er darfür, man hette sich mit dem churfürsten rath derwegen zuvergleichenb.
Besançon: Wie Österreich und Saltzburg.
Pfalz-Lautern: Khindte nicht befinden, wen sie irer ksl. Mt. sölten fürschlagen. Stellens derselben heim.
Deutschmeister mit Fulda: /
Pfalz-Simmern: Man hette sich mit dem churfürsten rath zuvergleichen etc.
Bamberg: Besetzung durch KR wie Salzburg, Besetzung durch FR wie Pfalz-Neuburg, und daß ire Mt. darauß zuerwehlen macht haben sölle.
Pfalz-Zweibrücken: Uti Wirtemberg etc.c
Worms6: Nomination wie Pfalz-Neuburg, Landfrieden wie Salzburg.
Pfalz-Veldenz: Wie Pfalz-Neuburg.
Würzburg: Nomination wie Pfalz-Neuburg, Landfrieden wie Salzburg.
Sachsen-Weimar: Nomination für KR wie Salzburg; aus FR: Salzburg, Würzburg, Speyerd.
Eichstätt: Wie Salzburg.
Sachsen-Coburg [Johann Casimir und Johann Ernst, beide Voten hier zusammengefasst]: Wie Sachsen-Weimar.
Speyer: /181’ f./ Nomination für KR sowie Landfrieden wie Salzburg. /
Konstanz mit Brixen, Lüders und Murbach: Wie Saltzburg etc., mit dem anhang wie Bayrn etc.
Brandenburg-Ansbach: e–Wie Pfaltz-Neuburg. Und das under den catholischen fürsten[!] Braunschweig-Wolffenbeutel9 sölle vorstanden werden–.
Hildesheim: Wie Bayrn.
Braunschweig-Wolfenbüttel: /182 f./ Nomination der Kff. durch KR. Nomination für FR: Von der geistlichen Bank Würzburg, Augsburg und Speyer, von der weltlichen Pfalz-Neuburg, Württemberg und Lgf. Moritz von Hessen. /
Ime aber alßbald von Österreich etc. und Saltzburg, wie zuvor auch beschehen, widersprochen worden.
Paderborn: Nomination für KR wie die anderen; für FR: Salzburg, Würzburg, Pfalz-Neuburg, Lgf. Moritz von Hessen.
Braunschweig-[Calenberg]: Wie Braunschweig-Wolfenbüttel.
Freising: Wie Salzburg mit Anhang wie Bayern.
Braunschweig-Lüneburg: Wie Braunschweig-Wolfenbeutelf etc.
Regensburg: Wie Salzburg mit Anhang wie Bayern.
Jülich: Nomination für KR wie Salzburg. Nomination für FR: Salzburg, Würzburg, Pfalz-Neuburg, Lgf. Moritz von Hessen; mit dem verrern vermelden, das nicht unthunlich sein sölle, das man auch ettliche stedt darzu benendteg. Und vermainen, man hette sichh mit dem churfürsten rath zuvergleichen.
Passau: Wie Salzburg und Bayern.
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Pommern-[Wolgast]: j–Hab ich nicht khinden recht vernemmen. Hatt doch uf pfältzisch-neuburgisch votum andeuttung gethan–.
Lüttich: Wie Bayern.
Hessen-[Kassel] (Moritz): Nomination für KR wie Pfalz-Neuburg; für FR: Würzburg, Bambergk, Pfalz-Neuburg, Württemberg, Heinrich Julius von Braunschweig"–[Wolfenbüttel]; für SR: Städte Köln und Lübeck.
Münster: Wie Paderbornl.
Hessen-[Marburg] (Ludwig): Wie Hessen-Kassel.
Minden: Wie Salzburg und Bayern.
Hessen-[Darmstadt] (Georg): Wie Hessen-Kassel.
Cambrai: Wie Salzburg und Bayern.
Baden-[Durlach] (Ernst Friedrich): Wie Pfalz-Neuburg.
/183’ f./ Im Folgenden votieren wie Salzburg und/oder Bayern: Sitten, Baden-[Baden] (Eduard Fortunatus), Metz (Zusatz: /
Abweichende Voten: Baden-[Durlach] (Georg Friedrich): Wie Baden-Durlach.
Verdun: Nomination für KR wie Salzburg und Bayern; für FR: Salzburg, Würzburg, Pfalz-Neuburg, Lgf. Moritz von Hessen; für SR: Städte Lübeck, Köln, Augsburg.
Anhalt: Wie Pfalz-Neuburg.
Henneberg: Nomination ist dem Ks. zu überlassen. Benennt in eventumfür KR Mainz und Brandenburg; für FR Würzburg, Speyer, Pfalz-Neuburg und Württembergn. /
Johannitermeister: Landfrieden und Nomination für KR wie Salzburg. Nomination für FR: Salzburg, Würzburg, Pfalz-Neuburg, Hessen-[Kassel].
Wetterauer Gff.: Wie Hennebergo.
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Da Salzburg und andere Gesandteq,10ihre Herren von wegen anderer hoher obligender geschefften, leibs schwachheyt und weytte des wegs halber underthenigen endtschuldigen wollen, das sie sich zu solcher handlung nicht werden khinden gebrauchen lassen, haben die österreichische interloquendo vermeldet, daß sie vermeinen, wan ire ksl. Mt. ein oder den andern fürsten darzu genedigst erfordern würden, daß alß dieselbige sich der gebür und notturfft nach werden wissen zuentschuldigen. Jetzunder aber were es nicht noth und zu frühe. Ist also darbei verblieben.
Vorlage der zweiten proponierten Thematik: Ausschreiben einer Revision am RKG, in die Kurmainz als Partei involviert ist11.
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Pfalz-Neuburg: Wover die ksl. Mt. dise sach nicht uf sich nemmen woltte, solte die churfürstlich Pfaltz darzu zubenennen sein crafft der guldinen bullen12. Und so zwischen Meintz und der Chur Pfaltz einer revision von nötten, daß irer ksl. Mt. die sach allerdings heimbzustellen seye, wem sie eß wolle befellen und darzu verordnen.
Österreich: Sie hielten darfür, daß ire ksl. Mt. darunder zuersuchen und derselben heimbzustellen were. Doch da die churfürsten uf ein person weren gangen und fürschlagen würden, daß man sich mit inen deßhalber hette zuvergleichen.
Bayern: Diser punct seye uf den deputation tag zuverschieben oder in eventum irer Mt. haimzustellen.
Burgund: Wie Österreich etc.
Pfalz-Lautern: Haltte darfür, es seye irer Mt. nicht heimbzustellen oder dahin gelangen /
Besançon: Wie Saltzburg.
Pfalz-Simmern: s–Wie Pfalz-Lautern, und solches vermög der aurea bulla–.
/185’–186’/ Im Folgenden votieren wie Österreich und/oder Salzburg: Deutschmeister mit Fulda, Bamberg, Würzburg, Worms, Speyer mit Weißenburg, Konstanz mit Brixen, Murbach und Lüders, Augsburg, Hildesheim, Paderborn, Freisingt, Trient, Basel, Lüttich, Minden, Münster und die in der Session folgenden katholischen Ständeu. Mit eigenem Votum, aber inhaltlich entsprechend, auch Sachsen-Weimar und im Anschluss daran Sachsen-Coburg [Johann Casimir und Johann Ernst].
Pfalz-Neuburg schließen sich an: Pfalz-Zweibrücken, Pfalz-Veldenz, Brandenburg-Ansbach, Braunschweig-Grubenhagen, Braunschweig-Wolfenbüttel (Zusatz: /
Jülich und Regensburg votieren wie Bayern.
Votum Eichstätt: /
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