Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Textvorlage: Kurmainz, unfol.1

Belehnung des Kf. von Köln. Einstellung der Hauptverhandlungen wegen des Magdeburger Sessionsstreits.

(Vormittaga) Kurfürstenrat (Mainz, Trier, Köln, Sachsen mit Administrator Friedrich Wilhelmbpersönlich. Pfalz, Brandenburg: Gesandtec).

Audienz für Hg. Friedrich von Württemberg im Zusammenhang mit seiner Supplikation um die Aufhebung der Afterbelehnung2.

Anschließend begeben sich die anwesenden Kff. sowie die Gesandten der abwesenden gemäß vorheriger Ansage in die ksl. Herberge, wo Kf. Ernst von Köln seine regalia in der cammer von irer Mt. in praesentia gedachter churfürsten, kfl. gesanten, anwesenden fürsten, graffen und hern in grosser anzal empfangen; darüber der proceß besonders protocollirt worden3.

Und demnach mann vonn wegen deß magdeburgischen vorgenommenen disturbii der session halb ferner nitt hatt können zu rath gehen, hatt man denselben vonn dem 16. biß uff den 22. Julii müssen einstellen4. Und ist, waß dazwüschen fürgangen, dasselb in dem neben protocoll in der magdeburgischen sachen zu befinden5.

Anmerkungen

1
 Kursachsen protokolliert für diesen Tag lediglich die Audienz Hg. Friedrichs von Württemberg im KR.
a
 Vormittag] Kursachsen (fol. 308’) differenzierter: 7 Uhr.
b
 Friedrich Wilhelm] Kursachsen (fol. 308’) zusätzlich: Daneben sind für Kursachsen anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Dr. Wolfersdorf, Dr. Badehorn.
c
 Gesandte] Kursachsen (fol. 308’) differenzierter: Pfalz: von Dohna; Brandenburg: von Stolberg.
2
 Vgl. Nr. 507.
3
 Das erwähnte Protokoll konnte nicht aufgefunden werden. Vgl. die Schilderung des Belehnungszeremoniells bei Fleischmann, Beschreibung [Mm3, Nn, Nn2]; davon übernommen: Khevenhiller, Annales IV, 1217–1219; Häberlin XVIII, 683–687; Lünig, Reichs-Archiv, Pars generalis, Anderer Teil, 2. Abschnitt, 116–118a. Vgl. Rudolph, Reich, 321. Eigenständige Beschreibungen: Aitzing, Annalis, 100–103; HHStA Wien, RK RTA 65 Fasz. 2, fol. 2–8’ (Kop., Schwerpunkt auf der Sessionsordnung); HStA Stuttgart, J 1 Nr. 11, fol. 445’–448; StLA Graz, Laa. A. A. III, LH 42, fol. 345–352 (Kop. in der zusammenfassenden Darstellung der innerösterreichischen Gesandten). 2 Belehnungsurkunden (Regensburg, 16. 7. 1594): LAV NRW R, Kurköln, Urkunden 4861, 4862 (Orr. Druck: Lünig, Reichs-Archiv, Spicilegium ecclesiasticum, 1. Teil, 1. Fortsetzung [1. Abschnitt], 856–859). Bestätigung alter, im Hinblick auf die Stadt Köln getroffener Verfügungen auf der Grundlage von Ks. Karl V. bestätigter Transsumpte, da die Orr. im Kölner Krieg verloren gingen (16. 7. 1594): LAV NRW R, Kurköln, Urkunden 4863 (Pergamentheft mit 73 fol.).
4
 Vgl. Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 27. 7. (17. 7.) 1594: Nach dem Streit um die Magdeburger Session am 13. 7. (3. 7.) hat Mainz am 17. 7. (7. 7.) bei ihnen anfragen lassen, ob sie am Montag [18. 7.] wieder in KR kommen würden, um die Sitzung einzuberufen. Sie hatten keine Einwände, gaben aber zu bedenken, dass die Verhandlungen im FR nicht fortgesetzt werden könnten, da zu erwarten sei, dass die Magdeburger Verordneten auf dem Sessionsanspruch beharren und demnach /202/ die vorige irrung möchte vorneuert werden. Darauf ist die gemeine deliberation biß auf den 12. Julii[22. 7.] vorblieben(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 202–204’, hier 202. Or.; präs. Himmelstädt, 4. 8. {25. 7.}).
5
 Dieses Protokoll konnte nicht aufgefunden werden. Das vorliegende Nebenprotokoll zur Magdeburger Sessionsfrage (Kurmainz A) beschränkt sich auf informelle Verhandlungen katholischer Stände vor der RT-Erffnung vom 20.–24. 5. Vgl. die Auswertung in Abschnitt G.