Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Vorschläge für die Besetzung der Gesandtschaften an die Parteien im niederländischen Krieg. Auswahl der Vermittler durch den Ks. Bewilligung eines halben Römermonats für die Finanzierung der ersten Gesandtschaft. Klärung der Finanzierung der nachfolgenden Friedensvermittlung beim künftigen RDT.

Datum: Regensburg, 4. 8. 1594 [!]. Im RR verlesen und gebilligt1 sowie dem Ks. übergeben am 9. 8. Von den Reichsständen kopiert am 10. 8.

HStA München, KÄA 3230, fol. 175 f. (Kop. Überschr.:Der stendt erclerung in dem 2. puncten propositionis, die nomination der jenigen betreffent, so zu der niderlendischen pacifications handlung von irer ksl. Mt. gezogen werden mögen.) = Textvorlage. HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 555–556’ (Konz. Hd. Kraich. Dorsv. wie Überschr. in Textvorlage. Zusätzlich:Ist uberliffert 9. Augusti anno 94. Lectum Regenspurg, den 10. Augusti anno 94.) = B. HStA Dresden, GA Loc. 10203/3, fol. 194–197’ (Kop. Dorsv.:Lectum Regenspurgk, letzten Julii [10. 8.]anno 94.) = [C]. GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Vv, fol. 270–271’ (Kop.). HStA Stuttgart, A 262 Bd. 71, fol. 493–494 (Kop.). LAV NRW R, JB II 2344, fol. 390 f. (Kop.).

Referiert bei Häberlin XVIII, 389 f.

/175/ Zur Bitte des Ks. in der Replik zum 2. HA (Landfriede und Niederlande), Vorschläge für die Besetzung der Gesandtschaften an die Parteien im niederländischen Krieg einzureichen, stellt KR es dahin, weil die anzal desselben nur auf sechs personen berueheta, das ire ksl. Mt. nach irem allergnst. gefallenb daraus beder religions verwante curfürsten zu sich ziehen mögen. Yedoch wirt darfür gehalten, so enger dasselb geschechen khöndte, das es der sachen am fürtrechlichisten sein möge.

FR benennt dafür von der geistlichen Bank Salzburg, Bamberg, Würzburg, Speyer und Augsburg sowie von der weltlichen Bank Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg, Hg. Heinrich Julius von Braunschweig, Lgf. Moritz von Hessen, Hg. Friedrich von Württemberg und F. Christian von Anhalt; dergestallt, cdas ire ksl. Mt. daraus, wen sie wollen, zu sich ziechen mögen. Und–c da sich einer aus erheblichen /175’/ ursachen desselben entschuldigted, alßdann der ander, und sovil die weltlich panckh anlangt, da von ainem oder dem andern entschuldigung eingewendet, die königcliche Würden zu Dennenmarckh alls herzog zu Holstein in eum eventum dartzue zuvermögene were.

SR benennt die Städte Köln und Nürnbergf.

gUnd demnach der stendt meinung in jungstem der ksl. Mt. uberreichten bedenckhen dahin geet, das gemeine stendt den uncossten, so auf die bedachte legation und pacifications handlung ghen mechte, tragen solte[n]2, ist dabey noch verner in specie ermessen: Was und sovil die praeparatoria der legation anlangt, das ein halber monat in den benenten legstetten von gemeinen stenden des Reichs pro quota heines jeden anschlags auf den einfachen römerzug gegen Laetare des nechstkhunfftigen 95. jars–h eigentlich und gewißlich erlegt, und da die pacifications handlung iren fortgang erreicht, alßdann ibey khunfftiger deputations handlung–i verrnere versehung geschechen solle–g.

Schlussformel.

Signatum Regensburg, 4. 8. 1594. Unterzeichnet von der Mainzer Kanzlei.

Anmerkungen

1
 Kursachsen, fol. 488 f. [Nr. 47].
a
 beruehet] In B korr. aus: begriffen.
b
 gefallen] In B korr. aus: belieben.
c
–c das … Und] In B Einfügung am Rand.
d
 entschuldigte] In B korr. aus: zuziehung beschwerett.
e
 zuvermögen] In B korr. aus: zuziehen.
f
 Nürnberg] In B danach am Rand eingefügt, aber wieder gestrichen: Der fürstenrath aber hatt eß uff die drey stett Cöln, Augspurg und Lübeckh gerichtet.
g
–g Und … solle] In B nachträgliche Hinzufügung.
2
 Vgl. Nr. 255, fol. 109’ [Und demnach obangeregte …].
h
–h eines … jars] In B Ergänzung zur Hinzufügung.
i
–i bey … handlung] In B Ergänzung zur Hinzufügung.