Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Textvorlage für den Vormittag: Österreich, fol. 96–98. Textvorlage für den Nachmittag: Augsburg, unfol.
2. HA (Landfriede und Niederlande): Regelung der Direktion über die Reichshilfe von drei Römermonaten. Ablehnung der namentlichen Nennung der an der Friedensvermittlung mitwirkenden Reichsstände im RAb. 1. HA (Türkenhilfe): Übereinkunft mit KR zur Erklärung des Ks. wegen der Revision der Söldnerbestallung. Billigung der Zusätze im RAb zur RPO. Billigung der Subskription des RAb. Gratifikationen.
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Umfrage, die wie alwegender Reichserbmarschall durchführt3.
Salzburg: Man solle zwo personenc ihr Mt. furschlagen, darauß ainer zu dem commißario zuerkiesennd.
Bayern: Ut Saltzburg.
Österreich: Neben den zwayen kraisen, so sich nit entschuldigt4, noch zwo personen ihr Mt. furschlagen in effectum.
Pfalz-Lautern: e–Man solle es bey den 4 kraysen bleiben laßen, wie es von alter herkommen–e.
Burgund: Est indifferens.
Pfalz-Simmern: Sein furst werde sich a maioribus nit sunderen. Man soll dz directorium den kraisen nachmalß haimbstellen.
/96 f./ Im Folgenden votieren Besançon, Pfalz-Neuburg, Bamberg, Würzburg, Eichstätt, Speyerf,5, Brandenburg-Ansbach [!] wie Salzburgg. Der Deutschmeister schließt sich der Mehrheit an. Für Anschluss an KR votieren Sachsen-Weimar und Sachsen-Coburg [Johann Casimir und Johann Ernst]. Pfalz-Veldenz: /
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/96’–97’/ Kurfürstenrat und Fürstenrat. [Entsprechend Protokoll des KR, 558’–562’. Differenzierter zur eingangs referierten Beschlussfassung des KR:] /96’ f./ 1) Direktion über die Reichshilfe für den Niederrheinisch-Westfälischen Kreis, die zwei der benannten Kreise nicht übernehmen wollen: /
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(Nachmittag) Fürstenrat. Verlesung des Konz. für die Subskription des RAbl. Unnd ist daß concept sehr in bößer ordnung gewessen, also dz den abwesenden stenden und gesandten leichtlich dardurch hat mögen praejudiciert werdenm [!]. Keine Proteste gegen das Hst. Augsburg und ebenso kein Augsburger Protest, da der Abt von St. Ulrich in Augsburg in der Subskription nicht erwähnt wird9. Gleichwoll in stille sollches ein saltzburgischer rhatt geandet. Darauf ime die österreichische anzaigt, der augspurgisch gesandt hab sovil beybracht, daß man gedachten abbt nit hinein setzen solle. Ist allso alles dabei gelassen worden.Pfalz-Neuburg protestiert gegen die Aufnahme des Abts von Kaisheim10und der Frhh. von Grafeneckn. Hierauf ist der abschidt der maintzischen cantzley zu ingrossieren ahnbevolchen worden.
Auf eine Supplikation für die Diener des Reichserbmarschalls um eine Gratifikation hin11wird beschlossen, dass jeder Stand des FR 3 fl. erlegto.