Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Bekenntnis zur fortdauernden Rechtsgültigkeit des Religionsfriedens in allen Punkten. Verleumdung der katholischen Religion und des Papstes durch die Gegenseite. Suspendierung der geistlichen Jurisdiktion nur in protestantischen Territorien. Rechtfertigung des Aufenthalts päpstlicher Legaten und Nuntien im Reich, der Einführung des neuen Kalenders sowie der Voraussetzung der päpstlichen Konfirmation für die Belehnung geistlicher Ff. durch den Ks. Keine Verschärfung der Eide in Hstt. Form des Lehnseids kein Verstoß gegen den Religionsfrieden. Beharren auf dem Städteartikel des Religionsfriedens. Kölner Beschwerden von dortigen Calvinisten übergeben. Rechtfertigung der Verhältnisse in katholischen Reichsstädten. Keine Verstöße gegen das freie Abzugsrecht. Ungültigkeit der Declaratio Ferdinandea. Beschwerden zu Begräbnis und Taufe. Keine Stellungnahme zur Aachener Frage. Beharren auf dem Geistlichen Vorbehalt, Zurückweisung des Sessionsrechts protestantischer Administratoren. Unrechtmäßige Wahl Mgf. Johann Georgs von Brandenburg zum Bf. von Straßburg. Verweisung der Beschwerden zum Reichsjustizwesen an den 3. HA (Reichsjustiz). Besetzung der RKG-Richter- und Präsidentenämter sowie des RHR und Erkennung von Prozessen beim RHR allein durch den Ks. Besetzung der RKG-Kanzlei durch Kurmainz. Klärung der Beschwerden zum ksl. Hofgericht in Rottweil am RT. Bedauern der Söldnerübergriffe am Rhein. Erklärung Lothringens zu den Beschwerden. Keine ungleiche Handhabung der Kreishilfen. Gültigkeit des Religionsfriedens für exterritoriale geistliche Institutionen. Verstöße der Stadt Straßburg gegen den Religionsfrieden.

Beraten in einem Ausschuss der katholischen Stände am 18. und 19. 7. 15941, in deren Plenum gebilligt am 31. 7.2 und von diesen kopiert am 3. 8. 1594. Übergabe an die Kurpfälzer Kanzlei durch Kurmainz am 14. 8. sowie als Anlage zur Duplik des Ks. zu den Gravamina3 am 16. 8. In der Versammlung der protestantischen Stände bei Kurpfalz verlesen am 17. 8.4, von diesen kopiert am 19. 8.5

HHStA Wien, RK RTA 66a, fol. 151–163’ (Kop. mit Randvermerken, die den Inhalt zusammenfassen. Dorsv.:Der catholischen stende ablainung schrifft uf der angebenen der augspurgischen confeßion verwandten stende ubergebene beschwerungs puncten.) = Textvorlage. HHStA Wien, MEA Religionssachen 7 Fasz. 2, fol. 154–177’ (Konz.6 Dorsv. wie in Textvorlage. Zusätzlich:Lectum Ratisbonae in coenobio praedicatorum den 3. Augusti anno 1594.) = B. HStA München, K. blau 113/4c, unfol. (Kop. mit Randvermerken, die den Inhalt zusammenfassen. Aufschr.:Praesentirt 4. Augusti [14. 8.]anno 94 Ratisbonae durch den meinzischen cantzler. Überschr. wie Dorsv. in Textvorlage) = C. GLA Karlsruhe, Abt. 50 Fasz. 173, unfol. (Kop. Auschr.: In der Kurpfälzer Herberge diktiert am 19. 8. {9. 8.} 1594). HStA Dresden, GA Loc. 10203/4, fol. 355–382 (Kop.). GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Vv, fol. 713–734 (Kop.).

Druck: Schadaeus, Continuatio III, 710–722; Lehmann, Acta I, 224–232. Referiert bei Struve, Historie, 384–392; Häberlin XVIII, 500–527. Auszüge: Moser, Staatsrecht I, 144 f.; III, 480; X, 343, 389; XI, 126 f., 137 f.; XL, 528 f.; XLI, 174 f.; Moser, Staats-Recht Aachen, 34.

/151/ An den Ks.: Im Auftrag des Ks. sind den am RT vertretenen katholischen Reichsständen die dem Ks. von etlichen angebener der augspurgischer confession verwandter underschribener stende räthen unnd abgesandtenvorgelegten Gravamina7übergeben worden. Die Beschwerden beruhen darauf, das so wol dem buchstaben als dem billichmessigen verstandt des religions friden (deßen sich auch mit unnd neben inen etliche fridtliebende der röm. catholischen religion zugethane Reichs stätt, deren namen gleichwol dabey verschwigen plieben, gleichergestalt beschweren sollen8) durch die catholische stende zugegen gehandlet werden wolle.Die Beschwerdeführer nennen dafür Beispiele und bitten den Ks. um Abhilfe.

/151 f./ Wie die katholischen Stände nicht zweifeln, weiß der Ks., dass der Großteil, ja fast alle diese Beschwerden bereits bei den RTT 1566, 1576 und 1582 sowie anschließend [1590] am ksl. Hof vorgebracht worden sind. Da sie von den katholischen Ständen abgelehnt sowie mit eigenen Gravamina gegen die CA-Stände erwidert worden sind, und er, der Ks., sowie sein Vater sich zu den beiderseitigen Klagen auf der Grundlage des Religionsfriedens erklärt haben9, haben die katholischen Stände erwartet, die Gegenseite sollte sich deshalb /151’/ und ye in erwegung der scheinbaren ungleichait zu baider thailen gefuerter clagen, under denen der catholischen obligende beschwerden den andern weit vorgehen unnd nach menigclichen unpartheyischen urtheil vil hoher unnd unträglicher zu achten, als das man sich anndern thails etwas zubeclagen ursach haben köndte, sich zu ruhen gestelt, mit den unnottwendigen clagen euer ksl. Mt. verner verschont unnd daneben dahin gedacht haben, wie sie auch der gegen clagen von den catholischen stenden hetten mögen geübrigt bleiben.

Dieweil aber etliche deren stende sonderbar, wie auß der underzaichnus abtzunemmen, den vorigen noch anhengig oder auch zu noch fernern clagen verursacht zu sein vermainen, unnd dann euer ksl. Mt. vor ein notturfft angesehena, das der catholischen stenden thails bericht daruber eingenommen wurde10, thuen sie sich deßelben in aller underthenigisten gehorsamb bedanckhen, unnd erkhennen sich schuldig, ire in warhait grundt bestendige ablehnung uf solche vorgebrachte clag puncten (sovil deren zu irer, der catholischen stende, verantworttung bin gemein oder insonnderheit unnd nicht vilmeher uf euer ksl. Mt. oder allgemeine stende des Reichs–b gestelt sein) nicht allein darauff zuthuen, sonnder es erfordert auch ire, der catholischen stende, unumbgengcliche notturfft, ob sie wol mit hochsten begierden wunschen wolten, das sie euer ksl. Mt., als die bey diser Reichs versamblung one das mit hohen obligenden sorgfeltigkeiten unnd bemuehungen uberheufft, /152/ verschonen möchten, nichts desto weniger doch derselben euer ksl. Mt. ire uber die in obgemelten vergangenen jahren einbrachte beschwernussen noch fernere hochgetrungene clagen aller underthenigist furzutragen11. Darob euer ksl. Mt. unnd menigclich unpartheyischen gemueths greifflich abnemmen möge, ob die jetztmahls bey euer ksl. Mt. anhaltende stendec irer gefuerten beschwerungen einige erhebliche ursachen gehabt oder nicht vil mehr der gantz catholisch standt in dem betruebten wesen befunden werde, der von wegen täglicherd zunöttigung unnd hoher betrangnuse viler der angegebenenf augspurgischen confeßions verwandten stende dergestalt in ringerung unnd abgang gerathen, das deßen zugewandte zu irem clagen nit allein eußerist genötigt, sonndern auch die billichmessige hoffnung haben sollen, das euer ksl. Mt. als der gerechte kaiser, do sie in crafft des heilsamen religions- unnd prophan fridens baide, die uhralte catholische religion12 unnd augspurgischeg confeßion, gleichmessig handtzuhaben gemaint h(wie sie sich ires verhoffens gern schuldigi dartzu erkhennen werden)–h, dernmahlen eins bewogen werden solten, inen zu erhaltung irer catholischen religion unnd uff dieselbige im Heiligen Reich fundierter ertz-, stiffter, clöster unnd gottes heuser die billichmessige handtbietung widerfahren zulassen.

Darauff sich dann die catholischen stende mit Got bezeugen können, sovil den mehrangetzogenen religion friden belangendt, dem sie, im buchstaben oder dem rechtmeßigen verstandt zugegen zuhandlen, unguetlich beschuldigt werdenj, das sie denselben bißhero, wie er in allen seinen puncten, articuln unnd claußuln begriffen, anno 55 der weniger zall durch allgemeine stende des Heiligen Reichs angenommen, kbey furstlichen ehren unnd wierden, in wort der warheit, auch bey treuen unnd glauben–k veraydet, versprochen unnd dergestalt auff vilfaltigen darauff ervolgten Reichs versamblungen, wahl- unnd deputation tägenl widerumb /152’/ erholet unnd confirmirt worden, verhoffentlich uffrichtig mit unverfelschtem gewissen unnd gleichmessiger, unpartheyischer affection bißhero gehalten, auch nicht gemeint seyen, denselbigen in ainige disputation, erclerung oder in was namen dessen verenderung bedacht werden köndte, in ainem oder dem anndern mehrern oder wenigern puncten, so wol auch dem puncten geistlichen vorbehalts, fur sich selbst zuziehen oder ziehen zulassen gedenckhen, auch hinfuro ires theils demselben also treulich nachtzusetzen unnd dabey bestendig zubleiben, dasm also dann an dem uffrichtigen, durch solchen religion friden gepflantztem guetem vertrauen zwischen baiderseits religion und confession stenden an disem ort, ob Got will, nichts ermangeln, sonnder daßelbig zwischen inen unnd der augspurgischen confession verwandten stenden zu aller fridtfertigkeit wol fürgepflantzt werden kan, soll unnd mage.

Es lassen sich auch die catholische stende wenig irren, wie es billich den anndern theil auch so hoch nicht anfechten solt, dieweil man allenthalben zu dergleichen concertationibus nicht geringe ursach gibt, was von uffhebung des religion fridens, ob unnd wie lang derselbig bestendig sein soll oder könne, disputiert, gesagt oder geschriben wurdt, dieweil sie sich ainmahl der außgetruckhten buchstablichen disposition in[!] religion friden als stende des Reichs zubeschaiden wissen, das nemblich solcher religion friden, do gleich keine andere vergleichung, wie man dessen guete vertröstung alletzeit gehabt unnd noch haben mage, ervolgt, immer werendt sein und bleiben soll13.

Wie nit weniger auch inen gantz unnd gar kein gefallens an dem unbeschaidenen außschreyen14 geschicht. Wolten es auch wissender ding ungern verhengen, do sie, die catholische, nur unnd ire religion hin unnd wider uff der gegentheil cantzeln ohne verleumbdt, unaußgedentzelt15 unnd ire hohere stendt, zuvorderst aber irer kierchen vorgesetzt haubt unverketzert unnd vor den rechten /153/ antichristen unaußgeschryen bleiben möchten. nIn deme dann billich die babstliche Heyligkeit mehr danckhs als abgunst unnd anfeindung sich zu inen, der augspurgischen confessions verwandten, unnd allen christlichen stenden getrösten unnd versehen sollen, dieweil sie ohne underlaß unnd sonnderlich neben des Heiligen Reichs gemeinen contribution jedertzeit zu verthedigung des christlichen namens unnd glaubens gegen dessen erbvheindt gantz ansehentliche hilff laisten. Es ist auch durch die catholische der augspurgischen confessions verwandten fursten und heuser mit dergleichen bißhero verschont worden–n, dessen widerspil aber sie sich mit der offenbaren notorietet wol zubeclagen haben.

Beschwerde der protestantischen Stände, die ihrem Vorgeben nach erloschene geistliche Jurisdiktion werde mit Zutun der päpstlichen Nuntien und anderer im Reich wieder eingerichtet16: Wissen sich zwar die catholische stende wol zuberichten, das in crafft des religion fridens die geistliche bischoffliche jurißdiction in der augspurgischen confessions verwandten stende kierchen unnd iren religions sachen, osovil ire furstenthumb, landt unnd herrschafften beruert–o, biß zu ainer entlichen allgemeinen vergleichung suspendiert17; pwie inen auch derenhalben der wenigist intrag der catholischen halben nicht begegnet–p. Das aber gleichmessige suspension uff der catholischen religion zugethanen, ire kierchen, schuelen oder anndere religions ybungen gemeint oder ye verstanden worden seye, das ist dem hailsamen religion friden weder im verstandt oder buchstaben gemeß noch auch yemahls im Reich darfur gehalten worden, sonnder demnach die stende der /153’/ catholischen religion irer kierchen ordenlich unnd uff erden sichtbarlich haubt bißhero gehorsamblich erkhandt unnd noch erkhennen, gepurt inen billich, dasselbig in gepürendem respect unnd ehr zuhalten unnd in deme, was zur ainigkait irer lehr unnd verhuettung aller trennung dienen mag, schuldige volge zulaisten.

Zu welchem ende dann die babstliche legaten unnd nuntii jhe zuweilen in das Heilig Reich verordnet werden, aintzig der inspection halben, damit bey der catholischen religionq die untzertrente ainigkeit unnd alte, dabey herbrachte ordnungen in bestendigem weßen erhalten werden. Daruber sie auch im Reich kain anndere verwaltung haben oder yemandt der catholischen inen etwas weiter, dem Heiligen Reich oder ainigem desselben standt zu nachtheil, eintzuraumen gemeint. rUnnd wurdt inen auch mit kainem fueg zugelegt, das sie, die zeit unnd jahr zuverendern, understehen, sonder hat allein die bäbstliche Hlt. die tage der zahl halben der kierchen unnd mathematischer notturfft nach mit wissen der ksl. Mt.18 und annderer potentaten (wie es Julius Caesar gethan unnd anndere lobliche kaiser auch thuen wollen) zuruckh getzogen, unnd also die zeit oder jahr (wie es von den anclegern den catholischen fur ein antichristische notam will gedeutet unnd auffgerupfft werden) keins weegs immutiert oder verendert–r.

Zudem wolten die catholische stende hochlich wunschen, das man inen das wenig, so sie im religion friden fur sich haben, one turbation unnd intrag gönnete und demselben zugegen und wider so gantz zerrütliche trennung in iren ertz- unnd stifftern uff der anndern jetzo clagenden seiten nicht verursacht; wurde villeicht umb sovil weniger noth sein, dergleichen nuntios oder legatos in das Reich abtzuordnen. sDieweil aber von solchen hochverbottenen turbationen unnd inträglichen beschwerungen nicht abgelassen wurdt, solten sie billich sich die jenige auch desto weniger hintern[!] unnd anfechten lassen, die allein zu ordenlicher inspection zu erhaltung des uhralten, wolgestifften catholischen /154/ regiments yeweilen in Teutschlandt verordnet werden; in betrachtung, auch diser seits weniger nicht geduldet werden mueß, das ire superintendenten irer mainung nach vil ordnungen machen unnd bißweilen ire herrn selbst unnd deren underthanen umb deß willen, sie den catholischen ceremonien etwas nachgeben unnd verhengen, oder annderer ursachen halben excomunicieren unnd zuweylen dem bösen gar zuerkennen–s.

Beschwerde der protestantischen Stände, die päpstlichen Legaten würden den Ks. veranlassen, keinen geistlichen Stand ohne päpstliche Konfirmation zu belehnen; Verschärfung der Eide und Statuten in den Hstt. und Ritterorden19: Irren sie sich fast sehr, dann neben dem inen selbst bewußt, dz, so lang das Heilig Reich gestanden, kain römischer kaiser ainigem gaistlichen standt die regalia vor der confirmation (wiewol durch mittel eines indults inen die administration offt nachgeben) verlihen worden[!], so vermögen doch die zwischen dem Heiligen Römischen Reich unnd der babstlichen Hlt. mit wißen unnd willen der stende des Reichs vor vilen undenckhlichen jahren auffgerichte compactata, das solches anderer gestalt auch nicht geschehen soll oder möge; darumb es billich also verbleibt. Und dieweil one das keiner solcher regalien, so ainem gaistlichen standt gepuren, vehig sein kan, er sey dann gaistlich unnd deren qualification, die zu einem solchen standt erfordert wurdt, darauff dergleichen regalia fundiert unnd gewidumbt seyen, haben sich die clagende der augspurgischen confession angehörige dessen umb sovil weniger zubeschweren.

/154’/ Die katholischen Stände werden zu Unrecht beschuldigt, sie würden Eide und Statuten verschärfen, da bey keinem ertz- oder stifft oder auch ritterlichen orden im Reicht zubefinden sein wurdet, das ainig jurament oder statut, sovil die substantz belangendt, darinn bey gedenckhlichen jahren geendert unnd gescherpfft worden, sonnder wissen sich die catholischen dessen wol unschuldig; unnd möchten den anndern nur hertzlich gern gönnen, dz sie sich vermöge der uralten der stiffter statuten qualificiert machten, auch hielten und also derselben mit inen geniessen möchten.

Den Vorwurf, die Lehnseide würden so verändert, dass die CA-Angehörigen sie aus Gewissensgründen nicht ablegen können20, will man wol dahin stellen, das es under den catholischen stenden dißfahls etwas underschidlichs gehalten werde. Man kan aber sovil dem andern thail nicht gestendig sein oder nachgebenu, wann gleich an ainem oder mehr orten der catholischen die uhralte form, vzu Got unnd seinen heiligen zuschweren–v, gehalten, das in solchem dem religion friden etwas zugegen geschehe; in bedenckhen, das es nit allein ain uhralt christlich heerkomen, dessen man sich auß den beschribenen kaiserlichen rechten wol informieren khan, unnd auf baiden seiten im zuruckh suechen solche formulae in den alten archivis befunden werden, sonnder one das auch der disposition des vilgemelten religion fridens gemeß, das ein jeder standt bey seinen ceremoniis unnd gebreuchen von dem anndern ungehindert verbleiben soll21; vilmehr wdann ain yede catholische herrschafft, solche ir uhralte gewohnhaiten–w gegen iren angehorigen vasallen unnd underthanen handtzuhaben, befuegt istx. Darumb nicht schliessen khan, ob gleich im kaiserlichen hoff rath so wol auch dem cammergericht zu Speyr durch, allermildtester gedechtnus, kaiser Ferdinanden solche /155/ verenderung des aydts uff das heilig evangelium zugelassen22, als da man den partheyeny so wol uff die beschribene gemeine recht als die Reichs constitutiones recht spricht zund in allen fällen gleichmessige verordnung thuet–z, das darumb diser oder jhener standt, der immerwehrendt seine religion unnd aller derselben ceremonien unnd gebreuchen von allen seinen vorfordern hero continuiert hette, genöttigt sey, seiner vasallen oder annderer angehörigen halben dieselbige gebreuchliche iuramenta zuendern, sonnder wurdt denselben vasallen vil mehr obligen, sich nach irer lehenherrn cantzleyen zurichten, also dann sie an der gepürenden belehnung, do dieselbige allein an den pflichten hafftet, keine hinderung empfinden werden.

Auß was ursachen aber ainem oder anndern standt die belehnung am ksl. hof vertzogen oder auffgehalten werden, stehet zu der anwesenden catholischen verantwortung nicht, sonnder stellen es dahin, das ire ksl. Mt. dessen, wo es geschicht, ire erheblicheaa bedenckhen haben mögen und derwegen auff ansuechen gelegene erclerung daruber zuthuen wissen werden.

Was gestalt die erbarn freye Reichs stett in crafft des religion fridens in religion sachen reformation vortzunemmen haben oder nit23, wurdt unnöttig erachtet, weitleufftig außzufueren, sonnder referieren sich dißfahls die catholische stende uff den außgetruckhten buechstaben des religion fridens unnd lassen es dabey bewenden24. Einmahl ist es aber wahr, das die stett, so die catholische religion jhe und allwegen underhalten, derselbigen zuwider, iren burgern oder yemanden anndern in crafft des religion fridens etwas eintzuraumen, nit schuldig, vilmehr aber deßen wol befuegt, do sich ein oder der annder burger, vil oder wenig, damit nit benuegen lassen wolten, den oder denselbigen außzuschaffen unnd, seine gelegenhait an anndern orten zusuechen, von obrigkeit wegen antzuweisen. In dem inen dann gleich /155’/ einer jedern obrigkeit, do sie thuet und vornimpt, was den rechten unnd Reichs constitutionen gemeß ist, ainige maß nicht geben werden mage.

Die Beschwerden gegen die Stadt Köln25sind deren RT-Gesandten um Gegenbericht zugestellt worden. Diese konnten aufgrund der weiten Entfernung zwar keine Informationen der Stadtobrigkeit beibringen, sie haben aber mitgeteilt, dass nach ihrem Dafürhalten die unter dem Namen der bedrängten Bürger der CA in Köln als Beilage zu den protestantischen Hauptgravamina übergebene Supplikation nicht durch solche in Cöln gesessene augspurgische confeßion verwandte burger, wie vorgeben wurdt, angestelt worden, furnemblich auß dem aintzigen grundt, dieweil vor disem ein ebenmessige supplication an ire herrn unnd obern gestelt und uberreicht worden, darauff aber abdie jhenige, so sich zu der rechten augspurgischen confession bekhennen und in Cöln gesessene burger sein–ab, als sie es in erfahrung bracht, sich gegen dem rath zu Colln ercleret, das solch supplicieren und begeren in ir gedanckhen nicht komen, sonnder vilmehr anndere calvinisten under dem schein unnd titel der augspurgischen confession inen selbst zu guetem understienden, dise sachen durchzubringenac. Darumb dann sie, die colnische gesandten, zum hochsten biten thuen, damit ire herrn und obern wissen mögen, gegen weme sie sich verantworten solten, inen den rechten authorem solcher supplication antzumelden; wie ire derentwegen ubergebene schrifft mit A außweiset26, darinnen etlichermassen mit angeregt wurdt, warumb etliche irer burger, adunder deren subscription ein gantze weitleuffige schrifft durch die jetzmals clagende der augspurgische confession verwandte stende auch beygelegt worden27, so sichae doch nicht der augspurgischen confession berühmen mögen–ad, hiebevor irer exceß /156/ unnd dann auch annderer ursachen halben auß der statt geschafft unnd sonnsten gestrafft worden.

Das sich dann die statt Cöln oder auch anndere stett, als Gemundt, Weyl etc.af, do die catholische religion bißhero unverendert bliben, sich in irem magistrat verainigen, die catholische religion nicht zuendern, auch keinen, der derselbigen nit were, in rath zunemmen28, agdo es gleich auch mit aydtlicher beteurung geschehe–ag, in deme seindt sie billich nicht zuverdenckhen, thuen auch mehr mit, als was von der annderen confeßion verwandten vilen underschidlichen stetten geschicht, do keiner, als zur augspurgischen confeßion geschworner, zum burger angenommen, kein catholischer geduldet, sonnder zu allen ambtern unnd ehren fur untüchtig erachtet, auch von menigclich angefeindet, ahjemerlich vervolgt, zum landt hinauß gewisen–ah wurdt. Dessen man, wo nöttig, in gueter antzall vil stett unnd örter derselbigen confession erzelen khöndte.

Uff die catholischen wurdt es gleichwol gantz schwerlich zuerweisen sein, das sie ye jemandt der religion oder ainiger confession halben vervolgt, als ain ubelthetter verschimpfft hetten29. Dann da einer sich mit seiner obrigkeit religion nicht vergleichen kan oder mag, wurdt ime frey gestelt, sich aintweder zu derselben zuercleren oder, damit er anndern durch seinen wandel oder beywohnung nit ergerlich seye, an anndere ort, do er seiner confession freye ubung hette, gegen entrichtung der obrigkeit gepur zubegeben. Unnd ist wol frembdt zuvernemmen, das man der nachsteur halben, so solchen außziehenden abgenommen wurdt, die catholische zubeschuldigen vornimbt, do doch mit untzelbaren exempeln zubetzeugen, das die nachsteuren andern thails den catholischen vil scherpffer abgenommen werden. Zudeme gibt der buechstaben des religion fridens die nachsteur außtruckhlich zu30. Umb sovil weniger dann die catholischen (wiewol es solcher nach- /156’/ steur halben underschidlich gehalten werden mage) mit fuegen beschuldigt werden.

Das aber umb der religion willen oder, wie in anndern ortten der beschwerungs schrifft solches auch auff anndere fähl extendiert wurdt, von wegen auffgenomener vertribener confessionisten die catholische die victualia versperren, märckht unnd anndere handtierungen verpieten31: Weiß man sich keines wegs zuerinnern, das es umb solcher sachen willen geschehen, unnd mögen die catholische wol gedulden, das es solcher gestalt auff sie erwisen werdeai.

Vermeintliche Verstöße gegen die Declaratio Ferdinandea32: Man weiß wol, was es mit derselben fur ain meinung hab, unnd ist zu vilen mahlen so wol auch durch euer ksl. Mt. selbst gnugsam erclert worden, das man sich ainer solchen declaration im wenigisten nit zubehelffen hab. In dem sich dann die catholische stende uff den außdruckhlichen inhalt des religion fridens in § „Unnd soll alles das“ nachmalen referiren unnd ziehen thuen, der in volgenden worten stehet33: „Unnd soll alles, das in hievorigen Reichs abschiden, ordnungen oder sonnsten begriffen unnd versehen, so disem fridtstandt in allem seinem begriff, articuln und puncten zuwider sein oder verstanden werden möchte, demselbigen nichts benemmen, derogiern oder abbrechen, auch dagegen keine declaration oder etwas annders, so denselben verhindern oder verendern möcht, nicht gegeben, erlangt noch angenommen oder ob es schon gegeben, erlangt oder angenomen wurde, dannocht von unwirden unnd uncrefften sein unnd darauff weder in noch außer rechtens nichts gehandlet oder gesprochen /157/ werden.“ ajWie auch in nechst darauff volgendem § „Solches alles etc.“34 mit sonderlicher hoher verspruchnus unnd beteurung becrefftigt wurdt, nemblich: „Solches alles unnd jedes, so obgeschriben unnd in ainem jeden articul nambhafftig gemacht unnd die ksl. Mt. und unns anruerete, sollen unnd wollen ire L. unnd ksl. Mt. und wir bey iren kaiserlichen und unsern küniglichen wierden und worten fur unns und unnsere nachkomen stet, unverbruchlich unnd auffrichtig halten unnd voltziehen, dem strackh unnd unwaigerlich nachkomen unnd geleben unnd daruber35 [!] jetzo oder khunfftigclich weder auß volkomenheit oder ainigemak anndern schein, wie die namen haben möchten, nit furnemen, handlen oder außgehen lassen noch jemandt von irer L. und ksl. Mt. und unsert wegen zuthuen gestatten–aj“.

Der Vorwurf, die katholischen Stände würden denjenigen, die unter ihrer hohen Obrigkeit Orte, Zölle oder Güter mit allen Rechten sowie hoher und niederer Gerichtsbarkeit, jedoch außerhalb der höchsten landesfürstlichen Obrigkeit haben, vorschreiben, dort ausschließlich katholische Beamte einzusetzen36, wird zurückgewiesen, dieweil ein solches in crafft angedeuter hochsten superioritet geschicht. Unnd wußte man auff den clagenden theil mit gnugsamen grundt zubeweisen, das sie es auch den jhenigen nicht nachtzugeben understehen, so one mittel under dem Reich sein, die inen auch weder mit landtsfurstlichen obrigkeiten oder in ainichen anndern weg etlicher unter solchen herrschafften gelegenen guetern halben zugethan. Gleiche meinung hat es billich mit denen underthanen37, ob sie gleich in crafft der vogteylicher obrigkeit mit zinß, steur unnd annderen diensten anndern unnd der augspurgischen confeßion verwandten stenden angehörig, doch fur ire person under geistlichen oder catholischen stenden wohnen, /157’/ ires schutz, protection und aller handtraichung geniessen, dz sie sich auch deren kierchen ordnung unnd religion gleichformig erweisen.

alDie Beschwerden gegen die Bestattungsweise von CA-Angehörigen in katholischen Orten sowie gegen die dortige Sanktionierung protestantischer Taufen mit hohen Geldstrafen und die Ablehnung diesbezüglicher Prozesse am RKG38 sind gantz unerheblich […]. Dann sovil die geclagte begrebnus belangt, ist man der catholischen thails allerdings in abrede, das die verstorbene an unehrliche orth verwiesen. Das sie aber auff das geweichte nit begraben werden, das geschicht so wol den gaistlichen rechten und canonibus als der catholischen kierchen gebreuchen, dabey sie vermöge des religion fridens gehandthabt werden sollen39, gemeß, der augspurgischen confeßions verwandten aber billich ohne beschwerung, dieweil sie selbst der catholischen weyhung vor abgöttisch unnd die gantze erdt von Got geweihet halten unnd derwegen weder irer geweyheter erden und kierchen noch geleuth begeren, sonder vilmehr in irem leben fliehen unnd darumb desto weniger zuclagen haben, demnach sie auch die catholische burger bey inen zuweylen mit schlechten ehren, wie fähl derhalben antzuziehen weren, zur erden bestatten lassen. In dem andern fahl, die kinder tauff betreffendt, beruefft man sich allein der catholischen thails auff ire, der clagenden, selbst erclerung, wie die nidergerichtliche vogteyen in der religion bey inen gehalten, auch welchermaßen die jhenige, so unter inen ire kinder durch einen catholischen priester tauffen laßen, abgestrafft werden. In deme dann menigclich bewußt, das an vilen orten (die unschwer zubenennen) nicht /158/ allein der catholisch tauff als ain rebellion unnd ein eingriff der hohen obrigkeit mit abnemmung ubermessigen gelts unnd thurn straff, auch verweißung des landts, sonnder auch die jhenige gestrafft werden, welche catholische gevattern40 biten; inmassen auch graven unnd herrn vonn adel unnd burger von iren predicanten etlicher orten von dem tauff mit hochstem schimpff, unglimpff unnd despects abgewisen worden. Welches dann darumb desto weniger beweisens bedarff, dieweil in iren buechern getruckht zuverlesen, wie abscheulich es seye, einen catholischen gevattern zuhaben, und also vor hoch strafflich verbotten wurdt–al.

Der Beschwerden im Zusammenhang mit der Stadt Aachen41haben sich die catholische stende fur dißmahl nit antzunemen, darumb das solche sachen in einem ordenlichen proceß an euer ksl. Mt. hof nicht allein lang geschwebet, sonnder numehr auch durch ein endt urtheil entschaiden worden42. Do die catholische ainigen zweiffel nit tragen, euer Mt. werden dieselbe mit gnugsamer cognition der sachen haben eröffnen und die gepurende execution, amwie zum hochsten darumb gebetten wurdt–am, darauff verordnen lassen. Dieweil man sich dann auß denen ursachen deren ansachen billich nicht antzunemen hat–an, bleibt sie zu euer ksl. Mt. allergnedigister resolution gestelt, als die one zweiffel fur sich selbst geneigt sein, do sich die von Ach irer rechtmessigen schuldigkeit erweisen unnd daruber oder auch ausserhalb vorangedeuter, durch euer ksl. Mt. eröffneter urtheil erledigter sachen in andere weg durch der kgl. W. zu Hispanien gubernament oder yemandt anderst zur ungepur molestiert oder vergewaltigt wurden, inen als ainem angehorigen glidt des Reichs vor allen unbillichen gewaldt kaiserliche protection unnd schutz zuerweisen. aoMan ubergibt aber daneben zu /158’/ mehrer nachrichtung euer ksl. Mt., wessen sich die anwesende fürstliche gulchische räthe derwegen berichtlich erclert,[mit] litera B signiert43. Und ist weniger nit durch den burgundischen abgesandten erpietens geschehen, was auch solcher statt Aach wegen uber der kgl. W. zu Hispanien gubernament in den Niderlanden geclagt worden, nach eingeholtem bericht euer ksl. Mt. gnugsame verantworttung gepurlich eintzuliffern–ao,44.

Beschwerde wegen Verweigerung der RT-Session für geistliche Stände, die sich zur CA bekennen45: Mussen sich zwar die catholische stende deßen berichten, das dise sachen nunmehr zu nicht geringer verschimpffung des Heiligen Reichs und aller desselben hailsamen verordnungen in religion- unnd prophan sachen, auch hohem nachtheil der catholischen lang im Reich vorgelauffen unnd aintzig auß dem grundt durch den clagenden theil controvertiert worden, das man die wenige zeiln, in dem religion friden den geistlichen stenden zu gueten oder vilmehr zu handthabung aller ertz- unnd stiffter im Heiligen Reich begriffen, apso der geistlichen vorbehalt genent wurdt–ap,46, unter einem praetext dagegen eingewandter protestation oder erlangten decrets zu widersprechen oder dieselbige gar auß dem religion friden zubringen understehet, do doch ainiger formlichen protestation oder decrets den catholischen stenden nichts bewußt47, oder, do es gleich were, doch in crafft obangetzogenen § des religion fridens „Unnd soll alles das etc.“48 und darauff so wol von der ksl. Mt. selbst als allen stenden des Reichs ervolgten hohen aydtlichen betheurungen von ainigen wurden oder crefften nicht sein kan oder mage.

Demnach sich aber die jetztmals clagende stende auß den nunmehr vilen /159/ ergangenen erclerungen notturfftiglich zubeschaiden wissenaq, das sich die catholischen von irer uhralten ordnung unnd furnemblich der disposition des obvermeldten geistlichen vorbehalts, in crafft dessen kein standt, so von der catholischen religion abgestanden oder derselben nit verpflichtet, ein geistlich fürstenthumb, prelatur oder benefitium in Teutschlandtar beherschen soll unnd dernwegen auch demselben keine session im Reich gepuren mage, nicht können abtringen lassen49; dann auch, sovil solche stritige session beruert, vor disem in gemeiner catholischer stende namen die nottwendige außfuerung geschehen und euer ksl. Mt. uberraicht worden50, will man sich der kurtz halben darauf gezogen und gehorsamist gebetten haben, euer ksl. Mt. geruhen, die catholischen bey gleichem recht unnd so hoch beteurtem religion- unnd prophan friden (von dem oder aintzigem demselben ingeruckhtem puncten sie sich auch durch kein mittel bewegen zulassen gedenckhen) allergnedigst handtzuhaben.

Zur Bitte der Gegenseite, Mgf. Johann Georg von Brandenburg aufgrund der ordentlichen Wahl im Hst. Straßburg die Session beim RT einzuräumen51: Ob wol dises begeren dem vorigen anhengig ist, so haben doch die catholische chur- und fursten, so in der straßburgischen commission begriffen52, bedenckhens gehabt, sich uber solchen puncten etwas zuercleren. Sonnsten aber wurdt darfur gehalten, das weder des stiffts herkommen noch statutis gemeß, hochgemelte seine f. Gn. des stiffts asStraßburg vähig sein können, aldieweil die eligentes oder postulantes so wenig als seine f. Gn. selbst der qualification geweßen, so zu einer ordenlichen wahl oder postulation eines geistlichen haupts oder bischoffs erfordert werden. Wie dieselbige außfuerung euer ksl. Mt. auß vorigen handlungen mehr als zuvil allergnedigst /159’/ wol bewußt sein mage unnd sie auß beygelegter schrifft,[mit] litera C verzaichnet53, auch zum theil allergnedigst vernemmen mögen–as.

Das aber die clagende fur ein ursach zur session antziehen, dieweil sie die onera von solchen geistlichen guetern unnd furstenthumben tragen, ist wol frembdt, dann neben dem es den gemeinen beschribenen rechten zu volg geschicht, quod quisque cum commodo possessionis etiam incomoda sustinere debeat, were es fast unbillich, das die jhenige, so solche geistliche gefell, güeter, landt unnd leuth one gnugsamen schein und fueg inhaben, derselbigen gemeinen beschwerden solten geubrigt sein.

Beschwerden54bezüglich der Reichsjustiz, Benachteiligung der protestantischen Stände bei der Besetzung des RKG-Richteramtes und der RKG-Kanzlei, Einstellung der RKG-Visitation, parteiische Rechtsprechung am RKG, Übernahme von Prozessen am RKG durch den RHR, dortige Verordnung parteiischer Kommissionen55: Dise clagen können darumb von den catholischen stenden in gemein nicht fruchtbarlich beantwortet werden, dieweil der haubt punct des ungleichen oder unordenlichen justiti wesens noch zu aller stende consultation gestelt ist56, welchem sie, die catholische, ires theils, sovil müglich, zu verbesserung gern mit wollen helffen nachdenckhen, damit sich niemandt mit billichmessigen fuegen ungleichen oder partheylichen rechtens zubeschweren hab.Da die Einsetzung des RKG-Richters und der Präsidenten gemäß RKGO allein ihm, den Ks., zusteht57, sehen die katholischen Stände nicht, dz jemandt der stende gepuren wolle, euer ksl. Mt. in deme, wie auch, was gestalt sie iren Reichs hoff rath besetzen und durch dieselbige bißweilen den partheyen unnd sachen zu guetem gelegene comissiones erthailen, decretiern oder sonsten auß bewegenden ursachen proceß /160/ erkennen unnd an anndern orten abfordern lassen, atdieweil sie mit dero cammergericht concurrentem iurisdictionem haben–at, maß zugeben; sintemal die guete getröstung ist, euer ksl. Mt. werden als der gerecht kaiser niemandt, hohen oder ringern standts personen, zu nachtheil partheylich recht zuverhengen, gemeinet sein, unnd also dißfahls, wie es schon vor disem zu mehrmalen geschehen, sich gegen den beschwerenden stenden allergnedigst zuercleren wissen. auUnd ist neben disem gleichwol auch die vertröstung geschehen, das der geclagten partheylichkeit halben in administratione iustitiae des ksl. cammergerichts von herrn cammerrichter, presidenten und beysitzern unverlengt euer ksl. Mt. gnugsamer bericht und verantworttung einkomen werde–au,58.

Die Beschwerde gegen die Besetzung der RKG-Kanzlei betrifft den Kf. von Mainz. Dieser hat sich hiebevor auf gleichmessige eingefüerte clag gegen euer ksl. Mt. aller underthenigist erclert:Demnach im 1. Teil der RKGO festgelegt wird, dass der Kf. von Mainz als Reichserzkanzler mit qualificierten personen aines verwalters, prothonatorien und notarien, auch annderer personen am camergericht fursehung thuen, auch dieselbe besolden unnd underhalten soll59, deßgleichen uff dem deputation tag anno 57 zu Speyr deren bestraffung unnd beurlaubung, yedoch den gemeinen visitationen und herrn cammerrichtern an ordenlicher inspection in hohen fallen nichts entzogen, seinen kfl. Gn. zugeben60, deßen allen auch sie unnd ire lobliche vorfahren am ertzstifft jedertzeit in ruhigem exercitio verbliben und allwegen moglichstes vhleis dahin getrachtet, das solchen dispositionen unnd allen darauff ervolgten verbeßerungen ein genuegen geschehenav; wie man es auch bey allen visitationen dabey bewenden lassen und voran- /160’/ gemelten Reichs disposition nach iren kfl. Gn. kein maß geben, was religion zugethane personen, wann sie nur irer geschickhlichait halben unnd sonnsten (daruber dann solche personen dem collegio zuexaminiren jedertzeit vor allen dingen vorgestelt unnd presentiert werden) zu solchem qualificiert gewessen, dartzu verordnet wurden, das darumb seine kfl. Gn. sich nit versehen wollen, sintemal sie mit sonderm fleiß allwegen dahin getrachtet, das zu vorgestandener verenderung der personen die abziehenden mit tauglichsten wider ersetzt werden, das man dises clagens sonderliche ursach habe. awUnnd laßen es derwegen ire kfl. Gn. bey solchen domals gegebenen unnd jetzo widerholten bericht beruhen, unnd wollen sich getrösten, es werde niemandt der clagenden stenden–aw gemeint sein, derselben in irem ertzcantzelariat ambt ainige maß vortzuschreiben; wie sie villeicht, inen selbst von anndern zubegegenen, ungern verstatten wurden.

Die Beschwerden im Zusammenhang mit der Rottweiler Hofgerichtsordnung61haben die katholischen Stände nicht allein zu verantworten. Weil diese Klagen beim RT an die Reichsstände gebracht worden sind62, wird nach deren Resolution zweiffels one euer ksl. Mt. gepurenden außschlag zugeben wissen.

Wie beschwerlich die so wol auß den niderlendischen kriegen als auß Lottringen oder anderstwo hero ervolgende außfahl63 den catholischen nicht weniger als anndern iren benachbarten fallen, ist leichtlich zugedenckhen. Darumb dann die catholische stende hochlich zubedanckhen sich schuldig erkhennen, das euer ksl. Mt. ir sonderlich das niderlendisch wesen so sorgfeltig haben angelegen sein laßen und daßelbig in deren ksl. proposition mit eingeruckht64; verhoffens, solchem beschwerlichen wesen dermalen eins auff gedeyliche mittel werde abgeholffen werden können.

Was dann die mißhelligkeiten zwischen Lottringen und Mumpellgart betrifft, will man lottringischen thails nit gestendig sein, /161/ das man die darunter angeordnete commission eludiren. Im haubtwerckh aber, axwie auch der baiden inhabenden closter halben, Hohenburg unnd Nidermünster, davon in einem andern posten meldung geschicht–ax,65, gibt man den bericht, wie euer ksl. Mt.[in] litera C zubefinden66. Dabey man es auch dises punctens halben, dieweil one das die gedachte baide clöster in der straßburgischen comission mit begriffen, verbleiben leßt.

Der ungleichait mit den craiß hilffen67 haben sich die catholischen stende wo nit hoher, yedoch weniger nit zubeschweren. Dann wie man sich deren im ertzstifft Cöln in einer in dem religion friden außtruckhenlich bekhandter sachen (deren sich uf der clagenden seiten niemandt annemen wollen) unnd an anndern orten zuerfreuen gehabt68, dz ist menigclich bewußt; also dz diser puncten zwischen baiden clagenden unnd beclagten partheyen wol instehet. Unnd möchten die catholischen hertzlich wunschen, das sich die zeit und leufft also verbesserten, dz man sich uff den allgemeinen nothfahl derselben zu allen thailen unpartheyisch unnd gedeylich gebrauchen köndte.

/161 f./ Zur Beschwerde wegen der am RKG und vom RHR zuerkannten Mandate und Prozesse für exterritoriale Orden unter irriger Berufung auf den Religionsfrieden69 /161’/ haben die catholische stendt sovil zuberichten fur ein notturfft geachtet, das furs erst weder auß dem buechstaben noch dem rechten verstandt des religion fridens zuertzwingen seye, das solche clöster oder orden in dem religion friden nit begriffen oder darauß geschlossen seyen. Dann ob sie wol keine stende des Reichs und irer regel oder ordens halben ire sonderbare visitatores, provintiales unnd andere superiores haben, so seindt sie doch der ordinari geistlichen oder diocoesen jurißdiction nicht durchauß eximiert oder wurden auch die geistliche stende, ertz- und bischoven, darunter einer oder ander dergleichen orden begriffen, inen solche exemption zu nachthail anderer irer uff solchen clöstern herbrachten gerechtigkeiten nit guet heischenay. So gibt auch die disposition des religion fridens in § „Dagegen sollen etc.“70, da bevolhen wurdt, das man churfursten, fursten und anndere des Heiligen Reichs stende, der alten religion anhengig, geistlich und weltlich, sambt unnd mit iren capituln unnd anndern geistlichen standts, ungeachtet, ob unnd wohin sie ire residentzen verruckht etc., bey irer religion, glauben und kierchen gebreuchen etc. bleiben lassen soll, aznotturfftig zuverstehen, das solche clöster oder ordens leuth nit auß dem religion friden geschloßen–az, sintemal das wort „andere geistlichen standts“ außerhalb der capitul uff closter unnd gotsheuser verstannden wurdt. In § „Damit auch etc.“71 werden bey suspension der geistlichen jurißdiction gegen der augspurgischen confeßions verwandten außtruckhlich der collegien, clöster und ordens leuth renten, gülten, zinsen, zehenden außgetzogen, also das sie auß dem religion friden keins wegs zuschließen, sonnder zu vorfallender irer notturfft, gepurende proceß nach gestalten sachen eintweder fur sich oder durch mitel irer ordinarien außzubringen, wolbefuegt. Unnd können zwar die catholische stende /162/ weder auß dem religion friden noch dem 44-jahrigen abschidt oder auch der declaration badessen anno 41 uffgerichten abschidts,72 den obertzelten gegensynn vernemmen, vilmehr aber, das die prelaten unnd ordens leuth, unangesehen sie irer religion halben ire residentz verruckhen, bey irer gotsheusern, renten, gefellen, ob sie gleich under der augspurgischen confeßions verwandten obrigkeit gelegen, gelassen werden; item, wie die angezogene declaration außtruckhenlich vermag, die closter hinfuro unzerbrochen unnd unabgethan bleiben sollen.

bbWelches sonnderlich gegen des Heiligen Reichs stetten im religion friden, § „Nachdem aber etc.“73 nachvolgendem inhalt wol versehen: „Nachdem aber in vilen frey- und Reichs stetten die beide religionen, nemblich unnser alte religion unnd der augspurgischen confeßion verwandten religion, ein zeit hero im gang und gebrauch geweßen, so sollen dieselbigen hinfuro auch also bleiben und in denselbigen stetten gehalten werden und derselben frey- und Reichs stett burger unnd anndere inwohner, geistlichs unnd weltlichs standts, fridtlich unnd ruhig bey unnd neben einandern wohnen und kain theil, des anndern religion, kierchen gebreuch oder ceremonien abtzuthuen oder inen davon zubringen, understehen, sonder jeder thail den andern laut dises fridens bey solcher seiner religion, glauben, kierchen gebreuchen, ordnungen unnd ceremonien, auch seinen haab unnd guetern unnd allem andern, wie oben baider religion Reichs stende halben verordnet unnd gesetzt worden, ruwiglich und fridtlich bleiben laßen“–bb.

Wie nun disen Reichs verordnungen in und durch die statt Straßburg nachkomen werde, da man gantze closter, die noch biß uff wenige jahr in catholischer ordnung und religion gewessen, zu grundt abreißet, die andere dergleichen eintzutziehen understehet, bcwie es die gravamina in mehrerm mitbringen werden,74, /162’/ wissen sich die catholische nicht zugerichten noch gnuegsam zubeclagen, das inen bey so offenen widerrechtlichen gwaldt die handt nit gebotten wurdt. Darumb siebd [!] dann die herrn cläger nicht zubeschweren haben, das in so billichen sachen dem provintialn prediger ordens auch auff sein selbst anhalten wie auch anndern proceß am ksl. camergericht oder im ksl. hof erkhandt worden, dieweil allenthalben erkhandtbe, das nach gestalt einer jeder sachen auch bißweilen gemittelte personen des Reichs uff die vier fäll oder anndere mittel ire notturfftige hilf am kaiserlichen cammergericht erhalten können75. Do hergegen anderer sachen wider also geschaffen, das sichbf one mittel irer superiorn als stende des Reichs (welches etwan in den angetzogenen fällen mit dem abt zum Heiligen Creutz in Schwebischen Werth und priorn der carthausen in Erffurt nicht in acht genomen worden76) bgnicht dartzu gelangen mögen–bg.

bhDahero dann auch schließlich die clag vor gantz unerheblich zu achten, dz man sich gegen den catholischen zu beschweren anmaßt, wann sie–bh die zinß, gülten unnd gefell deren von der augspurgischen confession verwandten eingetzogenen closter irem vermainen nach uber der spoliirten closter unnd ordens leuth gesuechte arrest nit verfolgen lassen können oder wollen77, bialledieweil solche destitutio vermöge der rechten oder Reichs constitutionen in ainigen weeg nit verantwortlich ist–bi.

Nur dies bringen sie, die katholischen Stände, zur Ablehnung der gegen sie vorgebrachten Klagen vor, in betrachtung, der mehrer thail darunter nicht neu, sonnder offt furkomen, auch alberait vor disem außfuerlich widerlegt worden, unnd dann die jetzmals wider einbrachte beschwerungen nur under etlicher wenigen underschribener stende namen einbracht sein, darauff auch dise verantworttung und ferner nicht gemaint, gerichtet oder verstanden worden ist.

An den Ks. Unterzeichnet von den beim RT anwesenden katholischen Reichsständen und den Gesandten der abwesenden.

Beilage A: Exzeption der Gesandten der Stadt Köln gegen die Gravamina der dortigen protestantischen Bürger. Vgl. Nr. 424.

Beilage B: Gegenbericht der Jülicher Gesandten, gerichtet an die katholischen Stände, zur Klagschrift der Verordneten des protestantischen Aachener Stadtregiments78

Der Mainzer Kanzlei übergeben am 15. 7. 159479, der ksl. Kanzlei übergeben am 16. 7. Im Supplikationsrat vorgelegt und beraten am 29. 7.80 Kopiert am 4. 8. Der Kurpfälzer Kanzlei als Beilage zum Gegenbericht der katholischen Stände zusammen mit der Duplik des Ks.81 übergeben am 16. 8. In der Versammlung der protestantischen Stände bei Kurpfalz verlesen am 17. 8.82

HHStA Wien, RK RTA 65 Fasz. 2, fol. 63–68’ (Kop. mit Randvermerken zum Inhalt. Dorsv.:Fürstlicher gülchischer räthe kurtzer, bestendiger gegenbericht unnd pith contra der abgesetzten, ungehorsamen achischen regenten bey etzlichen protestirenden stenden beschehene unnd irer Mt. ubergebene clag. B. Praesentatum 16. Julii anno 94.) = Textvorlage. HStA München, KÄA 3231, fol. 135–139’ (Kop. Überschr. wie Dorsv. in Textvorlage) = [B]. HHStA Wien, MEA Religionssachen 7 Fasz. 2, fol. 139–143’ (Kop. Dorsv. wie in Textvorlage. Zusätzlich:Lectum Ratisbonae in caenobio [!]praedicatorum den 4. Augusti anno 1594.) = [C]. LAV NRW R, JB II 2343, fol. 446–450’ (Kop. Aufschr.:Exhibirt in der meintzische[!] cantzley 15. Julii 1594 zu Regenspurg.). GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Ww, fol. 518–523’ (Kop.). StadtA Ulm, A 647, fol. 697–711’ (Kop.).

Referiert bei Stieve, Politik I, Anhang Nr. 7C S. 465–467. Vgl. Schmitz, Verfassung, 176 f., Anm. 4.

/63/ Die Jülicher Gesandten haben aus der dem Ks. von einigen protestantischen Ständen übergebenen Supplikation83vernommen, dass bei den Beschwerden Aachens auch ihr Herr beschuldigt wird. Übergeben dazu diesen Gegenbericht, ohne damit die vermeintlichen Aachener Regenten anzuerkennen oder sich mit ihnen auf eine Debatte einzulassen.

/63–64/ Ks. und Stände wissen, dass beim RT 1582 auf die vom vermeintlichen Aachener Stadtregiment übergebenen, unbegründeten Klagen hin der Ks. die Umstände in Aachen darlegen ließ84. Daraufhin überließen zunächst die Reichsstädte die Klärung des internen Streits in Aachen den Reichsständen, sodann verwiesen KR und FR den Konflikt mit der Empfehlung einer Vermittlungskommission an den Ks. Scheiterte die Vergleichung, sollte die Entscheidung beim Ks. liegen. Der Ks. billigte dies in der Resolution vom 27. 8. 158285, verordnete die Kff. von Trier und Sachsen als Kommissare und ermahnte auf deren Berichte hin das ungehorsame Stadtregiment vielfach, aber vergeblich zum Gehorsam. Erst nach 10 Jahren hat der Ks. sodann aufgrund des fortgesetzten Ungehorsams gemäß der Anheimstellung durch die Reichsstände ein Endurteil ergehen lassen86.

/64–65/ Deshalb sollten die protestantischen Stände das Aachener Regiment zum Gehorsam ermahnen, statt es gegen das Urteil des Ks. mit Interzessionen zu unterstützen, die Appellation Aachens87 gutzuheißen und die Exekution zu verhindern.

/65–66/ Zu den Klagen des Stadtregiments: Beide Aachener Parteien sind von der ksl. Kommission angehört worden, die katholischen Vertreter haben sich umfassend legitimiert. Wegen der dem Hg. und dessen Vater vorgeworfenen Gewalttätigkeiten behalten sie, die Gesandten, dem Hg. entsprechende Maßnahmen vor. Zur Requisitionsschrift88wurde Hg. Wilhelm V. 1591 veranlasst, da das Stadtregiment in Aachen den Jülicher Vogtmeier in der Amtsausübung behindert, ihn aus der Stadt verbannt89, die Jülicher Oberrechte gewaltsam an sich gezogen und zuletzt das Geleit in den Landen des Hg. aufgesagt hat. Da die Aachener unter Verstoß gegen ksl. Mandate und die f. Requisition ihre Gewalttaten fortsetzten, musste der Hg. entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Er fügte der Stadt dabei keine ungebührlichen Schäden zu, während das Stadtregiment mit Waffengewalt in Jülicher Territorium eindrang und elf Personen tötete. Der Hg. legte den Kreisständen und anderen für Aachen interzedierenden Kff. und Ff. dar, dass er allein wegen des Ungehorsams und der Übergriffe des Stadtregiments zu den Gegenmaßnahmen greifen musste.

/66 f./ Burgund und das RKG werden die gegen sie gerichteten Klagen selbst beantworten.

/66’–67’/ Demnach bitten sie, die Jülicher Gesandten, die katholischen Reichsstände um Veranlassung beim Ks., das Endurteil ungeachtet der Aachener Appellation zu exekutieren, um damit ein Exempel für andere Ungehorsame zu statuieren, die Jülicher Rechte in Aachen zu restituieren und die Handhabung der Reichsjustiz zu demonstrieren.

Schlussformel. Unterzeichnet von den Jülicher Gesandten.

Beilage C: Gegenbericht der Gesandten Kardinal Karls von Lothringen zu einigen Punkten der protestantischen Gravamina. Vgl. Nr. 425.

Anmerkungen

1
 Kurmainz C, fol. 238–241 [Nr. 240, Abschnitt B; Nr. 241, Abschnitt A].
2
 Würzburg C, unfol. [Nr. 245]. Stieve, Politik I, 260 f., betont die lange verzögerte Billigung der Gegenerklärung sowie der katholischen Gravamina [Nr. 418], um den Abschluss der Verhandlungen zur Türkenhilfe nicht zu gefährden. Verweis auf die Gegenerklärung bei Gotthard, Religionsfrieden, 450 f.
3
 Nr. 406.
4
 Nr. 224.
5
 Zum Datum vgl. oben, Nachweis GLA Karlsruhe. Liste der protestantischen Stände, die die Gegenerklärung kopierten (HStA München, K. blau 113/4c, unfol.): [Abfolge wie in der Liste: Kurpfalz,] Kurbrandenburg, Stadt Ulm, hessische Räte, Baden-Durlach, Braunschweig-Grubenhagen, Brandenburg-Ansbach, Gf. Wolfgang Ernst von Stolberg, Stadt Aachen, Braunschweig-Lüneburg, Städte Regensburg, Straßburg, Nürnberg.
6
 Aufgrund der zahlreichen Korrekturen können kleinere Veränderungen ohne sinngebende Bedeutung im textkritischen Apparat nicht ausgewiesen werden.
7
 Nr. 390.
8
 Nr. 390, fol. 272’ [Absatz: Unndt anfencklich…], dort: wie auch in gleichem von etlichen fridtliebenden … guete zeit hero geclaget.
9
 Gravamina, Gegenerklärungen und Antworten des Ks. beim RT 1566: Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 296–305 S. 1177–1263. RT 1576: Lehmann, Acta I, 135–186 (Verhandlungen der Konfessionsparteien: Edel, Kaiser, 398–438; Moritz, Wahl, 282–411 passim). RT 1582: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 338–367 S. 1202–1305 passim. Vorlage der Gravamina am ksl. Hof in Prag durch Gesandte der weltlichen Kff. 1590: Vgl. Anm. 21 bei Nr. 161, Abschnitt B. Vgl. zu den Gravaminalisten seit 1559: Gotthard, Religionsfrieden, 355–366.
a
 angesehen] In B korr. aus: zu sein befunden.
10
 Vgl. Nr. 403 sowie Anm. 9 bei Nr. 390.
b
–b in … Reichs] In B Hinzufügung am Rand.
11
 = die katholischen Gravamina [Nr. 418].
c
 anhaltende stende] In B korr. aus: anhaltende der augspurgischen confession verwandte stende.
d
 täglicher] In der Textvorlage Einfügung am Rand. In B und C im Text enthalten.
e
 unnd hoher betrangnus] In B Hinzufügung am Rand.
f
 angegebenen] In B nachträgliche Einfügung.
12
 Die Selbstbezeichnung als „uralte katholische Religion“ stellte 1594 die Ausnahme gegenüber dem sonst gebräuchlichen, einfachen Terminus „katholisch“ dar (Jörgensen, Selbst- und Fremdbezeichnungen, 451 f.).
g
 augspurgische] In B danach gestrichen: im Hl. Reich zugelaßene.
h
–h (wie … werden)] In B Hinzufügung am Rand.
i
 schuldig] In der Textvorlage Einfügung am Rand.
j
 unguetlich beschuldigt werden] In B Hinzufügung am Rand.
k
–k bey … glauben] In B Hinzufügung am Rand.
l
 wahl- unnd deputation tägen] In B Hinzufügung am Rand.
m
 das] Fehlt in B und C.
13
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 25 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3112).
14
 = von katholischen Predigern, auf katholischen Kanzeln. Vgl. den Folgesatz oben sowie Randvermerk in C: Das unbeschaiden ausschreien auf den cantzeln den catholicis nit lieb.Bezugnahme auf die protestantischen Gravamina [Nr. 390], Punkt 1.
15
 = nicht ausgetänzelt.
n
–n In … worden] In B Hinzufügung am Rand.
16
 Nr. 390, Punkt 2.
o
–o sovil … beruert] In B Hinzufügung am Rand.
17
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 20 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3110 f.). Vgl. Gotthard, Religionsfrieden, 112–118.
p
–p wie … begegnet] In B Hinzufügung am Rand.
q
 religion] In B und C: kirchen.
r
–r Unnd … verendert] In B Hinzufügung am Rand.
18
 Zur Position des ksl. Hofes bis zum Kalenderreformdekret Rudolfs II. vom 4. 9. 1583 vgl. Koller, Zeiten, 168–183; Steinmetz, Kalenderreform, 148–164.
s
–s Dieweil … zuerkennen] In B Hinzufügung am Rand.
19
 Nr. 390, Punkt 2.
t
 im Reich] In B Hinzufügung am Rand.
20
 Nr. 390, Punkt 2 [Auch werden zuweiln graven unnd andern …].
u
 oder nachgeben] In B Hinzufügung am Rand.
v
–v zu … zuschweren] In B Hinzufügung am Rand.
21
 Religionsfrieden im RAb 1555, §§ 15 f. (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3108 f.).
w
–w dann … gewohnhaiten] In B Hinzufügung am Rand.
x
 handtzuhaben, befuegt ist] In B Hinzufügung am Rand.
22
 Vgl. Anm. 82 bei Nr. 390.
y
 den partheyen] In B korr. aus: baiden theilen.
z
–z und … thuet] In B Hinzufügung am Rand.
aa
 erhebliche] In B nachträgliche Einfügung.
23
 Nr. 390, Punkt 3.
24
 Städteartikel des Religionsfriedens im RAb 1555, § 27 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3112 f.).
25
 Nr. 414(vgl. Nr. 390, Punkt 3, und Beilage A).
ab
–ab die … sein] In B korr. aus: die der rechten augspurgischen confession.
ac
 durchzubringen] In B danach gestrichen: Mitt hoher dancksagung, dz sie bißhero von irer obrigkeit also geduldet und in dem allein ungefahrt plieben, do sie in irem ab- und zuraisen irer gelegenheit nach ahn andern ortten ihres theils hetten pflegen[?] mogen. Sie begerten weder kirchen noch sonderliche exercitia in der statt. Ließen inen irer obrigkeitt anordnung in ubrigem wol belieben.
26
 Vgl. Beilage A [= Nr. 424]. Referat obiger Passage zu den Kölner Beschwerden bei Ennen, Geschichte V, 458; Ennen, Gemeinde, 523 f.
ad
–ad under … mögen] In B Hinzufügung am Rand.
27
 Beilage zu den Kölner Gravamina [Nr. 414] mit Darlegung der Beschwerden der Kölner Protestanten.
ae
 sich] Korr. nach B und C. In der Textvorlage verschrieben: sie.
af
 als Gemundt, Weyl etc.] In B Hinzufügung am Rand.
28
 Nr. 390, Punkt 3 [Wie in gleichem … abschaffung gebetten.]. Referat obigen Absatzes bei Wagner, Reichsstadt II, 187.
ag
–ag do … geschehe] In B Hinzufügung am Rand.
ah
–ah jemerlich … gewisen] In B Hinzufügung am Rand.
29
 Nr. 390, Punkt 5.
30
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 24 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3112).
31
 Nr. 390, Punkte 5, 22, 23.
ai
 werde] In B danach gestrichen: Aber in dem fall, do die abzihende der religion halben auch zu vereußerung irer guter angewiesen werden, wurdt zuversichtlich den catholischen stenden kein unbilliches zuzumeßen sein, dieweil es furnemlich zu vermeidung zangk und widerwillens angesehen wurdt, do die außgewichene jederweil sich gelusten laßen, iren muth gegen iren vorigen mitburgern zuerzeigen und sich vermeintlich zu vindicirn. Dadurch dann leichtlich allerhandt unrath entstehen mage. Welchem zuvorkomen, ist es zu baiden theilen rathlicher, solche verordnung zu thun, do sich jemand in dem personlichen wandel mitt den andern nicht vergleichen kan, dz er auch seiner güter halben von inen abgesondert und also ime selbst oder andern kein unrath auß unbedechtlicher conversation ervolge. Doch wurdt den jenigen, so abzihen, zeitt und gelegenheitt gnug gegonnet und zugelaßen, daß sie des irigen mitt nutz und ohne einigen wißentlichen vortheil der obrigkeitt abkomen mogen.
32
 Nr. 390, Punkt 5 [die declaration deß … zuerledigen, pitten.].
33
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 28 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3113).
aj
–aj Wie … gestatten] In B Hinzufügung am Rand.
34
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 29 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3113).
35
 Im Religionsfrieden: „darwider“.
ak
 ainigem] In B und C: under einigem.
36
 Nr. 390, Punkt 21.
37
 Nr. 390, Punkt 24.
al
–al Die … wurdt] In B Hinzufügung am Rand.
38
 Nr. 390, Punkte 7 und 17 [Alß /285/ da einem … gewiesen werden.].
39
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 16 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3109).
40
 = Taufzeuge, Taufpate.
41
 Nr. 390, Punkt 4 sowie Beilage B.
42
 Endurteil vom 27. 8. 1593. Vgl. Anm. 9 bei Nr. 380.
am
–am wie … wurdt] In B Hinzufügung am Rand.
an
–an sachen … hat] In B korr. aus: sachen bey dieser loblichen Reichs versamlung nicht anzunemen.
ao
–ao Man … eintzuliffern] In B Hinzufügung am Rand.
43
 Vgl. unten, Beilage B.
44
 Ein burgundischer Gegenbericht liegt nicht vor.
45
 Nr. 390, Punkt 6.
ap
–ap so … wurdt] In B Hinzufügung am Rand.
46
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 18 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3109 f.). Folgende Ablehnung der protestantischen Forderung im Rekurs auf diese zit. bei Schneider, Ius, 226 f.
47
 Beim RT 1555 wurde der bereits konzipierte Protest der CA-Stände (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 230 S. 2127–2131) nicht übergeben, da Kg. Ferdinand in den Schlussverhandlungen die Aufnahme des Widerspruchs der CA-Stände gegen den Geistlichen Vorbehalt in den Artikel zuließ: Eigenmächtige Setzung des Geistlichen Vorbehalts aufgrund ksl. Vollmacht und kgl. Amtsbefugnis, da keine Einigung mit den CA-Ständen möglich war, zunächst in der kgl. Resolution vom 8./9. 9. 1555 (ebd., Nr. 223 S. 2106 f., Art. [6]); ergänzt in der Schlussrelation des Kgs. vom 21. 9. 1555 über den Religionsfrieden (ebd., Nr. 229 S. 2125 f., Art. [6]). Übernahme dieser Regelung in den Religionsfrieden (Art. 6) im RAb 1555, § 18 (ebd., Nr. 390 3109 f.).
48
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 28 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3113).
aq
 wissen] In B danach gestrichen: dz, so lang das Hl. Röm. Reich gestanden, keinem gaistlichen standt, ehe und zuvor er seine confirmation ahn gepurenden ortten erlangt, darauff mit den regalien belehnet worden.
ar
 in Teutschlandt] In B Hinzufügung am Rand.
49
 Zitat des Teilsatzes bei Mencke, Visitationen, 113, Anm. 622, als Beleg für die Einstellung der RKG-Visitation wegen des Geistlichen Vorbehalts und nicht wegen einer zu erwartenden protestantischen Mehrheit in der Visitationskommission.
50
 Bezugnahme auf Erklärung und Protest der katholischen Reichsstände zur Magdeburger Session [Nr. 348].
51
 Nr. 390, Punkt 13 [sondern eß werden … confirmiren und leihen lassen].
52
 Katholische Mitglieder der ksl. Kommission im Straßburger Bischofskonflikt: Kf. Wolfgang von Mainz, Ehg. Ferdinand II. von Tirol, Bf. Julius von Würzburg (vgl. Einleitung, Kap. 3.5.2).
as
–as Straßburg … mögen] In B Hinzufügung am Rand und korr. aus der Streichung: in ansehung, dz dieselbige statuta im buchstaben vermogen, dz derjenig, so erwohlet, und die, so selbst wehlen, subdiaconi sein sollen und mußen. In maßen dann alle die jenige, so bey seiner f. Gn. vermeinten postulation gewesen, außerhalb der jenigen, so bey werender trennung des capittels durch dz eine theil uffgenommen worden, enttweder geweihete priester, diaconi oder subdiaconi gewesen. Dem altten herkomen aber ist gemeß, dz vor vorhabender election oder postulation nicht allein dz heylig ampt der meß gehaltten, sonder auch hernach diejenige, so in gaistlichen censuris und bevorab offener excommunication begriffen, erinnert werden, abzutretten. Alßdann wurdt der gestaltt die election und postulation volnbracht, dz sie, die in der wahl begriffene, auch hernach der bapstlichen Hlt. durch die samptliche capitularn notificirt und durch dieselbige umb confirmation electi gebetten werde.Dieses Verfahren wurde in Straßburg bis zur Wahl Bf. Johanns von Manderscheid beachtet. Es haben dies auch die gfl. Personen, die an dieser Wahl, aber auch bei des von Brandenburg vorgebener postulation gewesen, mit verrichten, verhandlen und selbst mitt cum veneratione solita ahn die bapstliche Hlt. schreiben helffen.
53
 Beilage C [= Nr. 425].
54
 Druck des folgenden Abschnitts [bis: …rechtens zubeschweren hab.] bei Ompteda, Geschichte, 113 f.
55
 Nr. 390, Punkte 8–11.
56
 = 3. HA der Proposition [Nr. 1], fol. 39, dessen Beratung noch nicht abgeschlossen war.
57
 Ernennung des RKG-Richters und der Präsidenten exklusiv durch den Ks. gemäß RKGO 1555, Erster Teil, I, §§ 1–4 (Laufs, RKGO, 73 f.). Vgl. Jahns, Reichskammergericht I, 107 f., 125–127; Smend, Reichskammergericht, 259–261.
at
–at dieweil … haben] In B Hinzufügung am Rand.
au
–au Und … werde] In B Hinzufügung am Rand.
58
 Neben dem Schreiben des RKG vom 26. 4. 1594 mit der Übersendung der Dubia [Nr. 303] liegt kein Bericht des RKG vor.
59
 Präsentation und auch Besoldung des gesamten Kanzleipersonals durch den Kf. von Mainz als Reichserzkanzler (RKGO, Erster Teil, XXVI, §§ 1–3; XLIV, §§ 1 f.: Laufs, RKGO, 112 f., 142). Vgl. auch Anm. 39 bei Nr. 390.
60
 DAb 1557, § 38 (Neue Sammlung III, 158 f.; bei Ludolff, CJC, 229, als § 29).
av
 geschehen] In B danach gestrichen: Und obwol jeweils zu understandener maßgebung von ettlichen, denen es gleichwol einzig nicht gepurt, ettwas erregt[Abbruch].
aw
–aw Unnd … stenden] In B Hinzufügung am Rand.
61
 Nr. 390, Punkt 12.
62
 Vgl. Anm. 56 bei Nr. 390.
63
 Nr. 390, Punkt 13.
64
 Zweiter Teil des 2. HA der Proposition [Nr. 1], fol. 37’–39 [Dieweil aber unter … ermanglen lassen werden.].
ax
–ax wie … geschicht] In B Hinzufügung am Rand.
65
 Ebenfalls enthalten in Punkt 13 der protestantischen Gravamina [Nr. 390].
66
 Beilage C [= Nr. 425].
67
 Nr. 390, Punkt 14.
68
 Bezugnahme wohl auf den Kölner Krieg.
69
 Nr. 390, Punkt 15.
ay
 heischen] In B danach gestrichen: Wie dan nicht ungemeinnigliche mißverstende auch zwischen den gaistlichen stenden selbst deren clöster halben, under wesen[!] dioecesan jurisdiction ein oder dz ander closter gehöre, vorfallen, also dz sie auch ex hoc capite ungemittelt under dem Reich und im religion friden begriffen.
70
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 16 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3109).
az
–az notturfftig … geschloßen] In B Hinzufügung am Rand.
71
Religionsfrieden im RAb 1555, § 20 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3110 f.).
ba
–ba dessen … abschidts] In B Hinzufügung am Rand.
72
 Vgl. Anm. 71 bei Nr. 390.
bb
–bb Welches … laßen] In B Hinzufügung am Rand.
73
 Religionsfrieden im RAb 1555, § 27 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3112 f.).
bc
–bc wie … werden] In B Hinzufügung am Rand.
74
 Vgl. die katholischen Gravamina [Nr. 418], fol. 61–62 [Sovil die sonderbare gottesheuser … gemuettern zuerkennen.] mit Anm. zur Erläuterung.
bd
 sie] In B: sich.Dagegen C wie Textvorlage.
be
 erkhandt] In B: bekandt. C wie Textvorlage.
75
 Wohl Bezugnahme auf RKGO 1555, Zweiter Teil, IX, §§ 1–6 (Laufs, RKGO, 183–186).
bf
 sich] In B: sie.Dagegen C wie Textvorlage.
76
 Nr. 390, Punkt 15 [auch anno 87 dem abbtt … wider cassirt worden.].
bg
–bg nicht … mögen] In B Hinzufügung am Rand.
bh
–bh Dahero … sie] In B Hinzufügung am Rand und korr. aus: Auß diesem dann die ablehnung deren clagen wol zuvernemen, dz die catholische stendt.
77
 Nr. 390, Punkt 16.
bi
–bi alledieweil … ist] In B nachträgliche Hinzufügung.
78
 Aachener Klagschrift, dem Ks. übergeben als Beilage B zu den protestantischen Gravamina [Nr. 390].
79
 Vgl. den Nachweis oben aus LAV NRW R, JB II 2343, sowie den Bericht der Jülicher Gesandten an die Räte in Düsseldorf vom 15. 7. 1594: Haben zu den Aachener Beschwerden, die den protestantischen Gravamina angefügt sind, eine Gegenerklärung verfasst und werden diese heute der Mainzer Kanzlei übergeben (LAV NRW R, JB II 2343, fol. 433–435’, hier 433’, 435. Or.; präs. Düsseldorf, 28. 7.).
80
 Vgl. bei der Aachener Supplikation [Nr. 430].
81
 Nr. 406.
82
 Nr. 224.
83
 Nr. 390 mit Beilage B.
84
 Aachener Klagen: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 276 S. 1034–1036; Bericht des Ks.: Ebd., Nr. 250 S. 948–955.
85
 Causa Aachen als Teil der allgemeinen Gravamina der Reichsstädte (ebd., Nr. 247 S. 940 f.) sowie Interzession des SR für Aachen bei den höheren CA-Ständen (ebd., Nr. 273 S. 1025–1030). Erklärung des SR vom 7. 8. (ebd., Nr. 252 S. 962). Resolution von KR und FR zu den Gravamina der Reichsstädte: Ebd., Nr. 254, hier S. 971 f. Resolution des Ks.: Ebd., Nr. 256 S. 980 f.
86
 Endurteil des RHR vom 27. 8. 1593 (vgl. Anm. 9 bei Nr. 380).
87
 Appellation Aachens an Ks. und Reichsstände vom 5. 9./20. 9. 1593 (vgl. Anm. 10 bei Nr. 380).
88
 Vgl. die Aachener Beschwerden [Nr. 390, Beilage B], fol. 140’–141’.
89
 Ausweisung des Vogtmeiers Johann von Thenen zunächst 1586, nach weiteren Konflikten Verbannung im Januar 1591. Vgl. Schmitz, Verfassung, 141–143, 152–158, hier 141 f., 158; Kirchner, Katholiken, 158–160.