Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Sonderverhandlungen katholischer Stände zur Magdeburger Session

Textvorlage: Würzburg D, fol. 18–19.

Einberufung aller katholischen Stände des FR wegen des Magdeburger Sessionsstreits.

/18/ (Vormittag, 7 Uhr). /18 f./ Gemäß einer am Vorabend vom Salzburger Kanzler überbrachten Einladung versammeln sich Gesandte von Österreich, Bayern und Würzburg im Salzburger Quartier.

/18’/ Ebf. von Salzburg persönlich proponiert: Da auf den Beschluss in der Sondersitzung wegen der Magdeburger Session am 15. 7. hin1bisher nichts erfolgt, daran den katholischen Ständen sowie Ks. und Reich aber viel gelegen ist, hat der Ebf. auch in seiner Eigenschaft als director negociidiese Sitzung veranlasst. Er regt an, alle katholischen Stände des FR für Montag, 18. 7., einzuberufen, um zu beraten, waß man doch der angemasten madenburgischen[!] session halber thun woltte oder nichta, damit man einmahlen solcher beschwehrnus ab dem weg /19/ helffe und widerumb in dem haubdt werckh fürderlich kindte procediren und vortschreitten etc.

Beschluss: Einberufung aller Stände des FR zum genannten Termin in die Salzburger Herberge.

Anmerkungen

1
 Nr. 237, Abschnitt B.
a
 oder nicht] Schwäb. Gff. [der Gesandte erhielt das Protokoll aus anderer Quelle] (fol. 222) zusätzlich: indem man die Magdeburger Supplikation [Nr. 342] und den ksl. Entwurf für ein Dekret [Nr. 344] vorlegt, um sich über eine Empfehlung an den Ks. zu vergleichen. Solchs hernach den geistlichen churfursten, ob sie mit dem furstenradt die notturfft bedenckhen und hanndlen wolten, fur deß furstenraths bedenckhen anzuzaigen, sich im selben fal ainer gemainen mainung vergleichen; wo nit, diß, wessen man sich endtschliessen mechte, allain in deß furstenraths catholischer zugewandter nammen irer ksl. Mt. furbringen solten.