Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1556/57 bearbeitet von Josef Leeb
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Anmerkungen
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Vgl. zur Begründung die Beratung des katholischen Ausschusses am 19. 1. (Kurmainz A, fol. 127 [Nr. 407]) sowie den Bericht der kursächsischen Gesandten an Kf. August vom 24. 1. 1557: / 140/ Ohne explizite Festlegung des Konzilsvorbehalts mochte es einen solchen verstandt haben, als were es zu jeder zeit, do auch gleich dasselbige fruchtbar konte angestelt werden, keines concilii notig, sondern man hette sich desselbigen durch das angestelte colloquium begeben. So konten sie auch nicht achten, das uns [den CA-Ständen] ir standt und ampte / 140’/ zuwider, und das denselbigen etwas dardurch solte benomen oder zu nachteil gereichen (HStA Dresden, Loc. 10192/6, fol. 136–145’, hier 140 f. Or.; präs. Dresden, 29. 1.).
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Als Ergebnis des neben dem RT in Regensburg 1541 veranstalteten Religionsgesprächs wurde Ks. Karl V. am 31. 5. das „Regensburger Buch“ vorgelegt, das die verglichenen und nicht verglichenen Glaubensartikel enthielt (Druck:
Pfeilschifter, Acta VI, 21–88, lat.;
Ganzer/zur Mühlen, ADRG III, Nr. 150/151 S. 268–391, lat. und dt.). Daneben übergaben die Protestanten eine Aufstellung der unverglichenen Gegenartikel (ebd., Nr. 152/153 S. 392–437, lat. und dt.). Der Ks. reichte die Schlussrelation am 8. 6. an die Reichsstände um deren Urteil (ebd., Nr. 167 S. 465–468). Die katholischen Stände lehnten mehrheitlich eine Debatte ab und stellten die Entscheidung Papst und Konzil anheim. Sie setzten durch, dass der Ks. Kardinallegat Contarini in die Beratungen einbezog, um dessen Urteil über die strittigen Artikel zu berücksichtigen (ebd., Nrr. 199, 200 S. 571–573). Contarini behielt jegliche Entscheidung allein Papst und Generalkonzil vor. Trotz des Widerstands der Protestanten (ebd., Nr. 232 S. 709–713) remittierte der Ks. die Verhandlungen letztlich an ein Generalkonzil, im Falle von dessen Scheitern an ein Nationalkonzil oder einen RT (ebd., Nr. 225 S. 694–700). Festlegung im RAb 1541, §§ 21–23:
Neue Sammlung II, 434. Vgl.
Hollerbach, Religionsgespräch, 157–160;
zur Mühlen, Reformation, 42 f.;
Luttenberger, Kaiser, 129–134 (bes. zum Wirken Contarinis). Vgl. auch Anm. 15 bei Nr. 322.
e–
Und ... verluhere] Kurpfalz B (fol. 43’) eindeutig: Und hette bei inen diesen verstand, das die geistlichen kein reformation leiden wolten und mochten, ob sie [die Kolloquiumsakten] schon durch die colloquenten uberwiesen. So were eben so gut, sie sagten rundt heraus, das sie sich nit wolten reformiren lassen. So khondt zeit und arbeit erspart werden.
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Kf. Ottheinrich kritisierte in der Weisung vom 31. 1. 1557 (Heidelberg) die Übergabe der nachfolgenden geteilten Duplik [Nr. 429] an den Kg., da
/ 266’/ man waiß, wie der kgl. Mt. außschlag und resolution geschaffen, und mehr der wharen christenlichen religion schädlich und widerwertig als furdersam sein wurdt. Sollte dies eintreten, wolle er sich ihr
/ 267/ gar nichtt underworffen haben, es werde gleich uns der unglimpff auffgeladen oder nicht, dan wir khunden in so wichtigen hendeln, die unserer seelen heil antreffen, uns dahin nicht begebenn, das wir den menschen mehr als unserm getreuen Gott gehorchtenn. Befehl, in diesem Fall die weiteren Verhandlungen zu verweigern und gegen eine Anheimstellung von Entscheidungen in Religionssachen an den Kg. zu votieren (HStA München, K. blau 106/3, fol. 265–270’, hier 266’ f. Or.; präs. 8. 2.).
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Für Kurmainz nahm erstmals der Theologe Lic. Georg Böhm teil. Die Misshelligkeiten wegen der Abordnung von Theologen ziehen sich durch die gesamte Mainzer RT-Korrespondenz (vgl. Anm. 11 bei Nr. 319). Selbst als sich abzeichnete, dass der RT nur das Vergleichsforum festlegen würde, hielten die Gesandten die Anwesenheit von Theologen für unabdingbar. Am 16. 12. kritisierten sie deren Ausbleiben ungewöhnlich offen und drohten, dass [wir] / 82/ von wegen weitleufftiger disputation und der sachen hochwichtigkait, daruf wir auch nit gefast, uns in fernere beratschlagung nit zubegeben wissen (HHStA Wien, MEA RTA 43/II, fol. 81–82’. Or. Hd. Bagen). Kf. Daniel rechtfertigte in der Weisung vom 23. 12. den unterbliebenen Aufbruch der Theologen mit dem schlechten Wetter und der Krankheit eines Verordneten (ebd., MEA RTA 44a/I, fol. 281–282’. Or.). Nachdem andere Kandidaten abgesagt hatten (Dr. Gerhard Ising, Dr. Dietrich Kauff. Vgl. Korrespondenz ebd., MEA RTA 43/II, fol. 108–109’, fol. 118–120’), ordnete der Kf. am 10. 1. 1557 Böhm zum RT ab und bat die Gesandten, ihn im Religionsausschuss zu unterstützen (ebd., MEA RTA 44a/I, fol. 312–313, 316’. Or.). Am 23. 1. 1557 (Aschaffenburg) wandte er sich daneben an Bf. Michael von Merseburg mit der Bitte um dessen / 253/ vertreuliche(n) anleyttung Böhms, der bey den religions controversien hiebevor nit herkommen (ebd., MEA RTA 43/II, fol. 252’–254. Konz.). Vgl. auch
Bundschuh, Religionsgespräch, 202–204, Anm. 100.
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Vgl. zum Votum Österreichs den kursächsischen Bericht vom 24. 1. (wie Anm. 2, hier fol. 141 f.): Österreich ist im Verlauf dieser Debatte
/ 141/ gleichwol alleweg mehr uns dan den geistlichen angehangen und bedacht, man solte es bey gemeinen der vorigen colloquien worten bleiben lassen. [...] Und daruber in letzten reden dis angehangen, die geistlichen wurden inen mit solchen conditionen und / 141’/ anhangen allerhandt verdacht machen, das sie zu vergleichung nicht lust hetten.
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Zur Begründung vgl. den kursächsischen Bericht vom 24. 1. (wie Anm. 2, hier fol. 141’): Da die beiden strittigen Bedingungen erstes ansehens ein schein praetext und kein sonderlich nachdencken haben mochten und daruber die geistlichen den augspurgischen confession verwandten in votis schuldt geben wollen, als solten sie alle concilia flihen, inmassen dan sonst daneben solche interpretationes geferlichen, auch extra gescheen sollen, und do sich die handlung zerstossen mocht, solchs vil mer zubefahren, sollen die Gegenargumente schriftlich festgehalten werden.