Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 10. Der Reichstag zu Worms 1509 bearbeitet von Dietmar Heil

Klagenfurt, KLA, Ständisches Archiv I, Akten, Sch. 651, Fasz. 4, fol. 69–78’, hier 75’–76 (undat. Kop.).

[…]. Die Landstände haben den Ks. kürzlich ersucht, Lienz, das er der Gft. Tirol zugeschlagen hat1, sowie Hft. und Stadt Gmünd, die der Ebf. von Salzburg abtrennen will2, obwohl Lienz und Gmünd on mittel im gezirk des erzherzogtumbs liegen, bei Kärnten zu belassen. Der Ks. hat daraufhin Verhandlungen über Lienz nach seiner Ankunft in den Erblanden zugesagt. Wegen Gmünds hat er den Ebf. und die Landstände zur einer Anhörung vor Kff. und Reichsständen nach Worms zitiert.3 […].

Anmerkungen

1
 Vgl. Fräss-Ehrfeld, Geschichte II, S. 121f.; Wiesflecker, Österreich, S. 106.
2
 Vgl. Fräss-Ehrfeld, Geschichte II, S. 122–125.
3
 Die Krainer Landstände betrauten den ksl. Landesverweser Veit Welzer mit den Verhandlungen in dieser Angelegenheit (Kredenzbrief an Ks. Maximilian, undat. Kop.; KLA Klagenfurt, Ständisches Archiv I, Akten, Sch. 651, Fasz. 4, fol. 79–79’). Darin rechtfertigte der Landesausschuss auch die Abreise Welzers aus Kärnten und erklärte, dass dies mit Genehmigung des Linzer Regiments geschehen sei. Mit Schreiben vom 28.10. hatten die versammelten Landschaftsausschüsse der Steiermark, Kärntens und Krains das Regiment um die Erlaubnis zur Teilnahme Welzers an der gemeinsamen RT-Gesandtschaft ersucht und unter anderem damit argumentiert, dass die übrigen vorgesehenen Gesandten sich ohne ihn ungern dazu bereit erklären würden, da es für die Vorträge vor Ks. und Reichsständen etwo mer schigkligkaitbedürfe (Kop. [Bruck a. d. Mur], sambstags Symonis et Jude; ebd., fol. 13–15’, hier 15–15’).